Bad Neustadt

Neu in Bad Neustadt: Eigener Stromtarif für E-Autofahrer

Für Fahrer von Elektroautos bieten die Stadtwerke Bad Neustadt ab Januar 2020 einen eigenen, günstigeren Stromtarif für das Aufladen zuhause. Foto: Patty Varasano

Seit Sommer 2010 ist Bad Neustadt Bayerns erste Modellstadt für Elektromobilität. Dabei geht es nicht nur um Elektroautos, sondern ganz viel um Grundlagenforschung rund um das Thema E-Mobilität. Aber natürlich spielen Elektroautos eine große Rolle. Sie machen E-Mobilität sichtbar. Auch deswegen hat Bad Neustadt ja einen Elektro-Bus. Und nun bieten die Stadtwerke Bad Neustadt den Fahrern von Elektroautos ab Januar einen speziellen Stromtarif, wenn sie ihre E-Autos zuhause aufladen wollen. Das beschloss der Werkausschuss. 

Wie bei Wärmepumpen

Wie der Geschäftsführer der Stadtwerke, Ulrich Leber, erklärte, wird dieser Tarif mit dem für die Nutzer von Wärmepumpen identisch sein. Nach der geplanten Preiserhöhung zum Jahresbeginn 2020 werden für Wärmepumpen dann als Grundpreis 73,83 Euro pro Jahr fällig, pro Kilowattstunde im Hochtarifbereich 22,59 Cent und im Niedertarifbereich 20,18 Cent. Dieser Tarif gilt dann als Tarif Fair-NES-Mobil auch für E-Autofahrer. Allerdings mit dem Unterschied, so Leber, dass es keine festen Sperrzeiten wie für Wärmepumpen-Betreiber geben wird. Allerdings wird es auch beim Tarif Fair-NES-Mobil der Stadtwerke die Möglichkeit der Abschaltung des Niedertarifstroms durch die Stadtwerke geben, wenn der Strombedarf insgesamt steigen sollte.     

Wer den günstigen Tarif für sein E-Auto nützen will, muss auch bei der restlichen Stromabnahme für seine Wohnung oder sein Haus Kunde der Stadtwerke sein, machte Leber deutlich. Außerdem muss der Kunde die entsprechende Vorrichtung für eine Autoladestation zuhause selber tragen und einen zusätzlichen Zähler für den Autostrom einbauen lassen, so der Chef der Stadtwerke. Der günstige Strom kann auch nur für das Elektroauto genutzt werden.

Leber hat errechnet, dass durchschnittlich etwa bei einer Fahrleitung ab 7450 Kilometer pro Jahr das Laden an der heimischen Ladestation mit dem neuen Tarif rentabel ist. Das Gremium stimmte dem neuen Tarif der Stadtwerke für E-Mobilisten zu. Das sei ein weiterer Baustein, um E-Mobilität noch stärker zu forcieren, betonte Bürgermeister Bruno Altrichter. 

Das neue Wasserwerk mit Hochbehälter in Brendlorenzen Foto: Hubert Herbert

Wasserwerk wird fertig

Noch in diesem Jahr wird ein Großprojekt der Stadtwerke fertig. Der Neubau des Wasserwerks mit Hochbehälter in Brendlorenzen liegt sowohl im Zeitplan, als auch im Kostenrahmen, wie Leber dem Werkausschuss berichtete. Demnach werden die Arbeiten Ende 2019 wie vorgesehen abgeschlossen. Der Neubetrieb soll dann Anfang des kommenden Jahres beginnen. Ende März, so der Plan - nach Tests und Probetrieb - sollen das Wasserwerk und der Hochbehälter in den Echtbetrieb gehen, kündigte der Stadtwerkechef an. 

Leber legte außerdem den Jahresabschluss der Stadtwerke für 2018 vor. Der sieht deutlich besser aus als geplant. Im Haushaltsansatz war man von einem Minus von etwas mehr als 1,3 Millionen Euro ausgegangen. Am Ende war es mit 677 000 Euro aber nur etwas mehr als die Hälfte davon und 54 000 Euro weniger als im Jahr zuvor. Im Blick auf die vergangenen fünf Jahre sprach Leber von einer Konsolidierungsphase. In dieser Zeit sei der Verlust im Durchschnitt bei 720 000 Euro gelegen.  

Über 180 000 Badegäste

Im Vergleich zu 2017 lief es 2018 bis auf den Bereich Strom in allen anderen Bereichen besser, so Leber. So habe das gute Wetter im Sommer zu einem Umsatzplus beim Triamare geführt. Schließlich kamen mit 180 780 Badegästen 16,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das Minus im Betriebsergebnis verringerte sich auf knapp 1,3 Millionen Euro. Die Nessi beförderte zwar 26 000 Fahrgäste weniger, trotzdem ging das Minus leicht auf 326 124 Euro zurück. Der Wasserabsatz stieg um 93 000 auf etwas mehr als 1,4 Millionen Kubikmeter. Das Ergebnis verbesserte sich um etwas mehr als 30 000 Euro auf 236 899 Euro. Die Stromabgabe sank um rund 860 000 Kilowattstunden. Das Ergebnis verringerte sich um gut 65 000 Euro auf 398 623 Euro.     

Die meisten Investitionen der Stadtwerke flossen laut Leber im vergangenen  Jahr mit 1,8 Millionen Euro in den Bereich Wasser - alleine eine Million davon in das neue Wasserwerk Brendlorenzen. In den Bereichen Strom und Wasser betrug die Investitionshöhe jeweils rund eine halbe Million Euro. Leber berichtete außerdem über einen stetigen Rückgang des Eigenkapitals der Stadtwerke. Immerhin betrug es Ende 2018 aber immer noch gut 60 Millionen Euro. Die Verbindlichkeiten stiegen dagegen stetig an. 8,2 Millionen waren es Ende 2018, so Leber.  

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