BAD KÖNIGSHOFEN

Neuer Lack für den alten Cadillac

Drei Träume für Autonarren: Im Betrieb von Walter Bockelt (rechts, mit im Bild sein Sohn und Mitarbeiter Andreas Bockelt (links) und Patrick Möller) wurden ein Ford Mustang und ein Ferrari Countach (die Autos links) restauriert und neu lackiert. Beim Cadillac (Auto rechts) wird das wohl noch einige Zeit dauern. Foto: Alfred Kordwig

Das Hauptgeschäft von Fahrzeuglackierermeister Walter Bockelt ist die Reparatur von ganz normalen Unfallfahrzeugen. Doch in seinem Betrieb in der Bamberger Straße in Bad Königshofen gibt es seit geraumer Zeit ein weiteres Betätigungsfeld: die Instandsetzung und Neulackierung von Oldtimern.

Derzeit sind Walter Bockelt und seine vier Mitarbeiter, darunter sein Sohn Andreas, mit der Herrichtung von drei ganz besonderen Fahrzeuge beschäftigt, wobei eines der Autos sofort ins Auge fällt: ein Cadillac Cabriolet aus den 1950er Jahren, den Bockelt im Kundenauftrag neu lackieren soll. Der Wagen ist über sechs Meter lang und um einiges höher als Walter Bockelt groß ist – entsprechend groß ist sein Respekt vor dem monströsen US-Schlitten. „Ich wusste zuerst gar nicht, wo wir da mit der Arbeit anfangen soll“, so der aus Merkershausen stammende Autolackierermeister.

Der Cadillac gehört Matthias Jestädt. Er bringt seine Fahrzeuge schon seit vielen Jahren in den Bad Königshöfer Karosseriebau- und Lackiererbetrieb, um sie dort restaurieren zu lassen, und das waren bislang nicht wenige. Denn der KFZ-Sachverständige aus Motten ist passionierter Oldtimersammler und will seine wertvollen Fahrzeuge, etwa 50 an der Zahl, ab dem kommenden Jahr auch der Öffentlichkeit präsentieren. „Wir planen eine Ausstellungshalle, die im nächsten Jahr fertig sein soll“, sagt Jestädt, der in seiner Sammelleidenschaft auch eine guter Geldanlage sieht. „Den restaurierungsbedürftigen Cadillac hab ich im Tausch gegen ein komplett neu aufgebautes Fahrzeug bekommen“, erzählt er. „Wenn er wieder hergerichtet ist, hat sich das Geschäft gelohnt.“

Während sich Jestädt wohl noch einige Zeit gedulden muss, bis sein Cadillac fertig ist, steht ein frisch lackierter Lamborghini Countach abholbereit auf dem Werkstatthof. Die knallrote „Flunder'“ hat der Wülfershäuser Kfz-Meister, Autotuners und Bergrennfahrer Axel Reß im Auftrag eines Kunden aus Norddeutschland zu Bockelt gebracht. Es handelt sich zwar nur um eine Replica aus den 1980er Jahren, also einen Nachbau mit einem Renault-Motor, der rund 300 PS leistet. Dennoch hat der Wagen Seltenheitswert. „Die Firma, die den Sportwagen damals gebaut hat, gibt es schon lange nicht mehr“ weiß Reß, der wie Jestädt seit vielen Jahren Kunde von Walter Bockelt ist. Ebenfalls so gut wie fertig ist ein Ford Mustang, der in den 1960er Jahren in den USA vom Band lief. „Dieses Auto haben wir komplett neu aufgebaut“, erzählt der 60-Jährige nicht ohne Stolz. „Nicht mehr erhältliche Teile haben wir von Hand angefertigt und dann in das Fahrzeug integriert.“ Sogar Sicherheitsgurte seien auf Wunsch des Kunden montiert worden, obwohl diese bei Oldtimern gar nicht vorgeschrieben sind.

Dies lässt auf ein gewisses Sicherheitsbedürfnis des Mustang-Besitzers schließen. Seinen Namen will Walter Bockelt nicht verraten. Immerhin lässt er sich entlocken, dass es sich um einen Adligen aus der Region handelt, der eine Affinität zu den Vereinigten Staaten haben muss. Dafür gibt es übrigens einen weiteren Beleg: Der schneeweiß lackierte Ford Mustang wird in den kommenden Tagen noch mit blauen Streifen versehen. Und dann wird auch an der Lackierung sofort zu erkennen sein, dass es sich bei dem Fahrzeug um den legendären amerikanischen Edel-Sportwagen aus dem Hause Ford handeln muss.

Feinarbeiten: Walter Bockelt legt letzte Hand an einen komplett neu aufgebauten Ford Mustang, bevor er wieder an den Kunden zurückgegeben wird.

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