Bad Königshofen

Neuer Rewe- und neuer Drogeriemarkt: Der Weg ist jetzt frei

Mit großer Mehrheit beschloss der Stadtrat die Satzungen zu zwei Bebauungsplänen. Die Sitzung fand aus gegebenen Anlass nicht im Rathaus, sondern im großen Kursaal statt.
Neue Nutzung für das ehemalige Büttner-Bräu-Gelände im Süden von Bad Königshofen: Die Fotomontage zeigt, wie sich das Areal baulich verändern könnte.
Neue Nutzung für das ehemalige Büttner-Bräu-Gelände im Süden von Bad Königshofen: Die Fotomontage zeigt, wie sich das Areal baulich verändern könnte. Foto: Fotomontage: Martin Giedl

Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Wegen der Abstands- und Hygieneregeln, die seit der Verbreitung des Corona-Virus gelten, wurde die erste Stadtratssitzung nach den Kommunalwahlen in den großen Saal der Frankentherme verlegt.

Dort hatten nicht nur die Stadträte und die Pressevertreter genügend Platz, sondern auch die etwa zehn Besucher, darunter einige neu gewählte Stadträte. Und Bein- und Bewegungsfreiheit war auch dringend erforderlich an diesem Abend, denn die erste „Corona-Sitzung“ des Stadtrats fiel noch aus einem anderen Grund aus dem Rahmen: Rekordverdächtige fünf Stunden saß das fast komplett erschienene Gremium allein im öffentlichen Teil zusammen, um sich durch eine ungewöhnlich umfangreiche Tagesordnung zu arbeiten.

Ausführliche Antworten

Geschuldet war die Länge der Sitzung vor allem zwei Tagesordnungspunkten: der Aufstellung der beiden Bebauungspläne „Sondergebiet Einzelhandel Bamberger Straße“ und „Mischgebiet Bamberger Straße“. Konkret ging es um das Bauvorhaben eines privaten Investors, auf dem früheren Büttner-Gelände einen Rewe- sowie einen Müller-Drogeriemarkt zu errichten, und seinen Plan, einen Teil des Areals als Mischgebiet ausweisen zu lassen. Nach einer ersten Anhörung Ende vergangenen Jahres lagen die beiden Bebauungsplanentwürfe zu Jahresbeginn erneut öffentlich zur Einsichtnahme aus. Über die vielen, teils sehr ausführlichen Antworten des Planungsbüros auf die erneut zahlreich eingegangenen Stellungnahmen hatte der Stadtrat nun noch einmal zu entscheiden und am Ende zwei zusammenfassende Satzungsbeschlüsse zu fassen.

Pläne als Satzung beschlossen

Wie erwartet fielen die beiden Abstimmungen eindeutig aus. 18 der 20 anwesenden Stadträte sprachen sich dafür aus, den Bebauungsplan „Sondergebiet Einzelhandel Bamberger Straße“  als Satzung zu beschließen. Der Flächennutzungsplan wird entsprechend berichtigt. Somit dürfte der Weg nun endgültig frei sein für den Bau des Rewe- und Drogeriemarktes auf dem Büttner-Areal in der Bamberger Straße.  Noch deutlicher fiel die Zustimmung zum Bebauungsplan „Mischgebiet Bamberger Straße“ aus. Alle 20 anwesenden Stadträte beschlossen den Plan als Satzung. Vor den Abstimmungen hatten die Stadträtinnen Susanne Büttner und Christine Wehe sowie Stadtrat Johann Treubert,  die alle drei nicht mehr im Gremium vertreten sein werden, gefordert, dass sich die Stadt und der neue Stadtrat dringend um ein Konzept für die Innenstadtentwicklung kümmern und sich möglichst schnell Gedanken über eine funktionierende und sichere Wegeanbindung an das neue Sonder- und Mischgebiet machen soll.

Stadträte verabschiedet

Nach der Abarbeitung zahlreicher weiterer Tagesordnungspunkte und der Weitergabe von einigen Informationen durch den Bürgermeister (weiterer Bericht folgt) verabschiedete Thomas Helbling elf Stadträte, die ab Mai nicht mehr im neuen Gremium vertreten sein werden. Angesichts der Umstände gab es keinen Handschlag und auch keine persönliche Überreichung von Präsenten - das will Helbling zu gegebener Zeit nachholen -, sondern einen allgemeinen Dank für Philipp Sebald,  Margit Ziegler, Anton Schneider, Ralf Stengel, Susanne Büttner, Michael Helmerich, Volker Schmid, Alfred Werner, Florian Arrighy, Johann Treubert und Christine Wehe.

Von Rathauschef Thomas Helbling verabschiedet wurden die Stadträte Philipp Sebald, der zuletzt auch stellvertretender Bürgermeister war (von links), Florian Arrighy, Ralf Stengel, Volker Schmid, Susanne Büttner, Margit Ziegler,  Alfred Werner und Christine Wehe. Auf dem Foto fehlen Anton Schneider, Johann Treubert und Michael Helmerich.
Von Rathauschef Thomas Helbling verabschiedet wurden die Stadträte Philipp Sebald, der zuletzt auch stellvertretender Bürgermeister war (von links), Florian Arrighy, Ralf Stengel, Volker Schmid, Susanne Büttner, Margit Ziegler, Alfred Werner und Christine Wehe. Auf dem Foto fehlen Anton Schneider, Johann Treubert und Michael Helmerich. Foto: Alfred Kordwig

Mit 30 Jahren am längsten Stadtrat war Philipp Sebald, etliche Jahre davon als stellvertretender Bürgermeister. Laut Sebald habe der Stadtrat in den vergangenen Jahren viel Gutes für die Stadt getan, auch wenn man es nicht immer jedem Recht habe Recht machen können. Er dankte der Verwaltung und dem Rathauschef für ihr Engagement und bilanzierte abschließend: „Ich war immer sehr gerne Zweiter Bürgermeister.“

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