Bischofsheim

Neues Wissen, neue Menschen, neue Wege

Rosi Kuhn aus Oerlenbach (rechts) und Tatjana Warmuth aus Hollstadt (Mitte) haben an einer Qualifizierungsmaßnahme des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für den Bereich Direktvermarktung teilgenommen. Darüber freut sich Regine Wiesen (links), Referatsleiterin im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Foto: Rumpf/StMELF

Mit  Tatjana Warmuth (Hollstadt) und Rosi Kuhn (Oerlenbach) haben zwei landwirtschaftliche Unternehmerinnen aus dem Bereich des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt/Bad Kissingen erfolgreich an  Qualifizierungsmaßnahmen des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für den Bereich  Direktvermarktung teilgenommen. Die beiden Frauen sind in der Region keine Unbekannten. Sie stehen für den direkten Kontakt zwischen Landwirt und Konsument und für eine Direktvermarktung, die kurze Wege ermöglicht.

Hofkäserei, Hofladen und Verkaufswagen

Rosi Kuhn bewirtschaftet mit ihrem Mann Stefan den Biohof Kuhn in Oerlenbach, der als Bilderbuchhof gilt - mit Schweinen, Ziegen, Hühnern, Bienen, Pferden, Hunden und Katzen. Aufgrund von Allergien der Kinder fand bei ihnen ein Umdenken hin zum Ökolandbau und der Wechsel von Kühen zu Ziegen statt. Jahrelange Erfahrung in der Verarbeitung der überschüssigen Milch sorgt für eine solide Erfahrung im Buttern und Käsen. Inzwischen haben sie eine Hofkäserei eröffnet. Im zugehörigen Hofladen vermarkten sie seit Herbst 2018 den Käse ihrer Ziegen, Honig aus eigener Imkerei sowie saisonales Obst und Gemüse. Um das Sortiment zu ergänzen, verkaufen sie außerdem Erzeugnisse weiterer regionaler Biobetriebe.

Gemüse Warmuth aus Hollstadt steht für regionales Gemüse aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld. Neben der Direktvermarktung wird auch der Lebensmitteleinzelhandel mit regionaler Ware beliefert. Eine Möglichkeit der Direktvermarktung ist der Verkaufswagen, an dem die Kundschaft die Möglichkeit hat sich selbst zu bedienen. Die Fortbildung ist für Tatjana Warmuth eine wichtige Bereicherung. "Ich wollte mich über die Optionen in der Direktvermarktung informieren. Besonders wichtig war es mir dabei, mir Klarheit über die gesetzlichen Grundlagen zu verschaffen." Bildungsangebote dieser Art wahrzunehmen ist für die junge Frau die schönste Form  der Freizeitgestaltung überhaupt. "Man bekommt neues Wissen, lernt neue Menschen und ihre Erfahrungen kennen und wird nicht betriebsblind."

Ein weiteres Standbein entwickeln

Kuhn und Warmuth gehören in ein Gruppe von 170 Absolventen, die am Grundlagenseminar teilnahmen und damit wichtiges und notwendiges Rüstzeug für ihre Betriebe erhielten. Sie können damit ein zweites Standbein für ihre Betriebe aufbauen oder weiterentwickeln, denn mit zusätzlichen Betriebszweigen können landwirtschafliche Betriebe ihre Zukunft sichern.

Neben der Direktvermarktung gibt es Qualifizierungen in den Bereichen Urlaub auf dem Bauernhof, Bauernhofgastronomie und Erlebnisbauernhof, aber auch Hauswirtschaftliche Dienstleistungen und Soziale Landwirtschaft. Die Seminare sind Teil eines Qualifizierungskonzeptes, das vor zehn Jahren vom Ministerium auf den Weg gebracht wurde.

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