Nordheim

Nordheim muss investieren und gleichzeitig sparen

Wenn der Landkreis die Kreisstraße von Nordheim nach Neustädtles herrichtet, sollen auch Gehwege angelegt werden, wo noch keine vorhanden sind. Foto: Eckhard Heise

Das Konsolidierungspaket zur Aufbesserung der finanziellen Situation der Gemeinde Nordheim und der Haushalt dieses Jahres stehen in einem engen Zusammenhang. Daher handelte VG-Kämmerer Ludwig Backhaus bei der Gemeinderatssitzung auch die beiden Bereiche in einem Komplex ab – wohl auch um zu unterstreichen, welch Belastungen die Gemeinde ausgesetzt ist.

Der Haushalt sieht ein Gesamtvolumen von 6,5 Millionen Euro für 2019 vor und resultiert vor allem aus den gewaltigen Investitionen, die die Gemeinde noch tätigen will. Dabei sind die Voraussetzungen für die Vorhaben nicht gerade günstig, da im Verwaltungshaushalt nicht einmal die laufenden Kosten erwirtschaftet werden können. Die Situation werde sich erst in den nächsten Jahren wieder bessern.

1,5 Millionen für die Kleinsten

Im Vermögenshaushalt wird für die Kindertagesstätte ein Eigenanteil von 1,5 Millionen Euro einkalkuliert, der bei optimaler Förderung auf die Hälfte reduziert wird. Darüber hinaus hat die Gemeinde vor allem im Straßenbau noch zahlreiche Vorhaben zu bewältigen. Insbesondere der Bereich an der Kreisstraße nach Neustädtles wird einen größeren Betrag verschlingen, da der Kreis in diesem Jahr die Straße herrichten will. Auch an die Projekte in Neustädtles sind noch erhebliche Finanzmittel gebunden. Unter ungünstigsten Umständen muss ein Kredit von 1,5 Millionen Euro aufgenommen werden, darüber hinaus werden die Rücklagen von bisher deutlich über einer Million Euro nahezu aufgebraucht.

Bürgermeister Thomas Fischer warnte davor, die Zahlen zu negativ zu sehen, da die Gemeinde auch gewaltige Aufgaben zu bewältigen habe. Die Stabilisierungshilfe sei der Rettungsanker gewesen, ohne die die Investitionen überhaupt nicht zu schultern gewesen wären. Die Gewährung der Stabilisierungshilfe hat allerdings einen erhöhten Sparzwang zur Folge. Darüber hinaus müssen die Einnahmequellen überprüft werden.

Gebühren kommen auf den Prüftstand

Von einer Erhöhung der Grundsteuer sah das Gremium einstimmig ab, da einerseits eine Gesetzesreform zu erwarten sei und die Gemeinde ohnehin schon über dem Durchschnitt im Landkreis liegt. Gleiches gilt für die Gewerbesteuer. Dafür sollen aber die Benutzungsgebühren auf den Prüfstand kommen, und eine Angleichung der Friedhofsgebühren ist ebenso bereits beschlossene Sache. Das gesamte Zahlenwerk sei aber noch mit vielen Unsicherheiten belastet, so dass sich die tatsächliche Entwicklung nur schwer abschätzen lässt, bilanzierte Backhaus. Das Gremium verabschiedete den Etat einstimmig.

Noch hat sich kein Stein gerührt an der künftigen Kindertagesstätte in Nordheim. Vergeben wurden jetzt weitere Planungsl... Foto: Eckhard Heise

Der Bau der neuen Kindertagesstätte ist aus der Vorbereitungsphase heraus und geht jetzt in die Umsetzung. Dazu werden aber noch einige Fachplaner benötigt, die der Gemeinderat nun engagierte. Ludwig Backhaus machte dabei auf das große Problem aufmerksam, überhaupt Fachleute zu finden. So erhielt das Planungsbüro Hochbau, Bad Neustadt, den Auftrag für den Sicherheitsschutz für 4600 Euro; die Planung der Haustechnik im Bereich Heizung und Sanitär übernimmt das Ingenieurbüro Hoffmann Seifert mit knapp 90 000 Euro; im Bereich Elektroinstallation kommt die Firma Henry Kiesel für knapp 50 000 Euro, zum Zug.

200 000 Euro für einen Gehweg

Nachdem schon seit Jahren feststeht, dass der Landkreis die Straße nach Neustädtles komplett erneuert, will die Gemeinde die Gelegenheit ergreifen, um einen Gehweg zwischen den Abfahrten Renzelberg und Sparwasser auszubauen. Dabei würden Kosten von rund 200 000 Euro entstehen, wobei die Frage der Zuwendungen noch nicht geklärt ist.

Nachdem die Bahnhofstraße fertiggestellt worden ist, sollen die Grundstücke in dem Bereich neu geordnet und vermessen werden. Das Einvernehmen erteilten die Mandatsträger dem Landkreis zum Bau einer Lagerhalle auf dem Kreisbauhof. Eine weitere Kostenerhöhung betrifft den Karsplatz in Neustädtles. Dort fallen zusätzlich 17 000 Euro an, von denen die Gemeinde knapp 5000 Euro tragen muss.

2018 war Katastrophenjahr für den Forst

Viele Fragezeichen stehen auch noch hinter dem Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2019. Im Ansatz hat Revierförster Andree Link ein kleines Plus errechnet. Ob tatsächlich ein Plus bleibt, hängt von vielen Faktoren ab. Der Förster warnte schon, dass die Zahlen mit großer Vorsicht zu genießen seien. Er erinnerte dazu zunächst an das vorhergehende Jahr, dass für den Wald ein "absolutes Katastrophenjahr" gewesen sei, wobei der Gemeindewald noch relativ glimpflich davon gekommen sei und sogar ein Plus von 8000 Euro abgeworfen hat.

Noch längst nicht sei die Borkenkäfer-Gefahr beseitigt, im Gegenteil, er rechnet erneut mit einer größeren Ausbreitung des Schädlings und wappne sich entsprechend. Überhaupt komme er sich derzeit vor wie eine "Waldfeuerwehr", entsprechend unsicher ist auch der Plan für 2019.

Im Grunde hängen alle Aktivitäten vom Umfang eines Käferbefalls ab. Links Kalkulationen beruhen jedoch auf einem "normalen" Jahr, und daher plant er einen doppelt so hohen Einschlag wie 2019, weil in den Vorjahren erheblich weniger dem Wald entnommen worden sei, als eine nachhaltige Bewirtschaftung erlaube. Unter diesen Umständen rechnet er mit einer ausgeglichenen Bilanz, die das Gremium auch absegnete.

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