BAD KÖNIGSHOFEN

Novemberfeuer im Elite-Internat

Eine Szene ihres neuen Romans „Novemberfeuer“ hat Autorin Renate Eckert rund um das Bad Königshöfer Rathaus und dem Glockenspiel angelegt. Foto: Michael Petzold

Schriftsteller kauen ein hartes Brot. Tagtäglich flattern den einschlägigen Verlagen Unmengen an Manuskripten auf die Schreibtische, die Konkurrenz ist riesig. Insofern darf Renate Eckert schon ein wenig stolz darauf sein, auch ihr zweites Werk „Novemberfeuer“ an den Mann, oder besser gesagt, an den in Frankfurt ansässigen mainbook-Verlag gebracht zu haben.

Auf 238 Seiten erzählt die mit ihrem Mann in Stadtlauringen lebende Buchautorin in diesem Psycho-Thriller von mysteriösen Vorgängen in dem fiktiven, bei Schweinfurt angesiedelten Elite-Internat Wetterstein.

Neben dem Spannungsbogen, den die ehemalige Journalistin wort- und ideenreich zu ziehen vermag, bezieht die Geschichte auch aus der Ansiedlung in heimischen Gefilden ihren besonderen Reiz. Dabei hatte Renate Eckert eigentlich vor, den Thriller im Harz spielen zu lassen, folgte dann aber doch dem Rat ihres Lektors. „Da kennen sie sich doch aus“, regte er an, die Hauptperson Franziska in der Region Haßberge, Schweinfurt und dem Grabfeld auf Spurensuche zu schicken.

Die Deutschlehrerin nimmt nach einer gescheiterten Ehe in dem Internat eine Stelle an und zieht mit ihrer 16-jährigen Tochter in das ehemalige Schloss. Als dort einer ihrer Schüler ums Leben kommt, stellt sie Nachforschungen an, kommt Geheimnissen und Machenschaften auf die Spur und gerät dabei mit ihrer Tochter schließlich selbst in Gefahr.

Etwas Erholung vom spannungsgeladenen Inhalt findet der Leser bei den Passagen, die sich mit Landschaftsbeschreibungen beschäftigen. Die führen Franziska bei der Erkundung ihrer neuen Lebensumgebung auch auf die Aussichtsplattform am Sambachshof oder direkt auf den Marktplatz in Bad Königshofen, wo sie und ihr Begleiter interessiert dem Glockenspiel lauschen.

Zunächst Artikel statt Bücher

„Ich wollte schon mit zehn Jahren Bücher schreiben“, sagt Renate Eckert. Zunächst waren es allerdings Artikel für das Schweinfurter Tagblatt, die die gelernte Journalistin von 1977 bis 1987 damals noch im wahrsten Sinne des Wortes zu Papier brachte. Anschließend arbeitete sie 18 Jahre als Pressereferentin im Landratsamt Schweinfurt, wo es unter anderem zu ihren Aufgaben gehörte, Reden für den Landrat zu verfassen. Seit 2005 arbeitet sie als freie Autorin und siedelt ihre Geschichten im Genre des psychologischen Krimis und Thrillers an.

Der erste Roman mit dem Titel „Hungrige Schatten“ erschien 2007 im Heyne-Verlag und verkaufte sich rund 2500 mal. Als dann ihr Lektor starb, sei sie plötzlich außen vor gewesen, wie sie im Gespräch mit dieser Zeitung erzählt. Die Suche nach einem neuen Verlag war langwierig und mühselig – Enttäuschungen über zigmal zurückgesandte Manuskripte inklusive. Die kleinen Niederlagen haben Renate Eckert nicht entmutigt. Vier Bücher sind in den vergangenen neun Jahren entstanden, wovon jetzt das erste erscheint.

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