Oberstreu

Oberstreu: Stefan Kießner tritt an

Bei der Nominierungsversammlung wurde Stefan Kießner (2. von rechts) zum Bürgermeisterkandidat von der CSU und der Wählergruppe Christliche Bürgerschaft gekürt. Mit im Bild der aktuelle Bürgermeister Matthias Liebst (rechts), der 2. Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzende Michael Türk (2. von links) und Arno Stockheimer, Vertreter der Wählergruppe Christliche Bürgerschaft. Foto: Brigitte Gbureck

Eine so gut besuchte Nominierungsversammlung habe er in seiner bisherigen Amtszeit bei Gemeinderats- bzw. Bürgermeisterwahlen nicht erlebt, stellte Bürgermeister Matthias Liebst fest. Neben der Wählerschaft waren auch viele interessierte Zuhörer vertreten. Eingeladen hatten der Ortsverband der CSU unter dem Vorsitz von Michael Türk und die Wählergruppe Christliche Bürgerschaft, vertreten durch Arno Stockheimer. Man habe sich zusammengefunden, um einen Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl zu bestimmen und eine Liste für den Gemeinderat aufzustellen, eröffnete Türk die Versammlung. CSU und Wählergruppe Christliche Bürgerschaft hätten sich darüber verständigt, eine gemeinsame Liste aufzustellen.

Die Kandidaten stellen sich vor

Begonnen wurde zunächst mit der Nominierung des Bürgermeisterkandidaten. Mit Stefan Kießner sei bisher nur eine Person gemeldet worden. Spannend wurde es, als aus den Besucherreihen Christian Zirk vorgeschlagen wurde. Nachdem ein gemeinsamer Kandidat der beiden Wählergruppierungen aufzustellen war, musste es zwischen den beiden Kandidaten zur Abstimmung kommen. Die beiden Kandidaten stellten sich vor. Christian Zirk ist 43 Jahre alt ist, sei ein "Ur-Mittelstreuer", aber auch schon länger in Oberstreu unterwegs. Beruflich ist er Betriebsratsvorsitzender bei der Firma Reich. Ein großes Anliegen von ihm sei es, bekundete er, dass beide Ortsteile noch enger zusammenwachsen. Er habe sich kurzfristig entschieden, mit zu kandidieren, ursprünglich habe er das über eine eigene Liste machen wollen. Mit dem Gegenkandidaten habe er schon Gespräche geführt, sie seien überein gekommen, dass es eine Abstimmung geben soll.

Stefan Kießner ist 33 Jahre alt.  Er zeigte sich überrascht von der großen Resonanz der Versammlung. Im Vorfeld habe er sich mit Christian Zirk abgestimmt. Er selbst sei in Oberstreu geboren und aufgewachsen. Drei Jahre war er Verwaltungsfachangestellter in München mit dem Schwerpunkt Kommunal- und Bundesrecht und hat in Garmisch-Partenkirchen und Fürstenfeldbruck hospitiert. Dabei habe er viel Knowhow für die Verwaltungsarbeit mit bekommen. Als Berufssoldat ist er in Wildflecken stationiert und im Personalwesen tätig. Er ist verheiratet und hat eine Tochter von zehn Monaten. 

22 Kandidaten wurden für die Gemeinderatswahl in Ober-/Mittelstreu vorgeschlagen. Mit auf dem Bild Michael Türk (links), 2. Bürgermeister und CSU-Ortsvorsitzender. Es fehlt Christian Blümm. Foto: Brigitte Gbureck

Nachdem Michael Türk als Wahlleiter bestimmt war, fragte Wolfgang Stumpf aus der Versammlung heraus nach den Vorstellungen und Beweggründen der Beiden für ihre Kandidatur und wie sie sich die Gemeindeführung vorstellen.

Demographischer Wandel

Bei der Dorferneuerung müsse vorangeschritten werden, meinte Stefan Kießner. Beide Ortschaften sollten in Zeiten des demographischen Wandels attraktiver werden. Aus beiden Dörfern solle eine Gemeinde entstehen. Von Kindesbeinen an sei man in beiden Gemeinden zur Schule gegangen, es gebe viele Freundschaften über die Ortsgrenzen hinaus. Die Bürger müssten wesentlich mehr an der Ortsgestaltung und am örtlichen Leben teilnehmen. Die größte Herausforderung sieht er im demographischen Wandel. Wichtig sei, dem Ort Strukturen zu geben und ihn vor allem attraktiv für eine älter werdende Gesellschaft zu gestalten. Die Gemeinschaft würde vom Mitmachen leben, Kießner appellierte, dass jeder seinen Teil zu einer schönen Gemeinde beiträgt.

Auch Christian Zirk liegt die Dorferneuerung, die seiner Ansicht nach hinterher hinke, sehr am Herzen. Man müsse aufpassen, denn die Grundschule sei schon weg, auch die Kindergärten seien ein großes Thema. Als Bürgermeister würde er darauf achten, dass nicht noch mehr verloren geht, was infrastrukturell wichtig ist. Schule und Kindergarten seien Aspekte, um hier anzusiedeln oder ein Haus zu bauen. Um Jugend wieder nach Ober- bzw. Mittelstreu zu bringen, sei es wichtig, dass man in Zukunft gut aufgestellt sei, dass beide Gemeindeteile noch mehr zusammenwachsen und man vielleicht wieder zurückbekomme, was weg ist.

94 Stimmen für Stefan Kießner und 43 für Christian Zirk

Von 147 Wahlberechtigten sprachen sich dann 94 für Stefan Kießner und 43 für Christian Zirk aus. Stefan Kießner ist somit gemeinsamer Bürgermeiserkandidat von CSU und Wählergruppe Christliche Bürgerschaft. Er bedankte sich für das Vertrauen und hoffe, dass er das rechtfertigen könne. Christian Zirk müsste sich um eine Unterstützerliste kümmern, will er noch an der Bürgermeisterwahl teilnehmen.

Nach Vorstellung der einzelnen Gemeinderatskandidaten – vielen war die Dorferneuerung ein wichtiges Thema - und nachdem man sich entschieden hatte, die Liste nach Anzahl der erhaltenen Stimmen aufzustellen, wurden 22 Kandidaten für die Gemeinderatswahl nominiert.

Die Kandidaten für den Gemeinderat
1. Platz Bernd Beck, 2. Marion Berger, 3. Andreas Türk, 4. Thomas Streit, 5. Ludwig Geis, 6. Iris Grimm, 7. Marcus Herbert, 8. Hiltrud Hampl, 9. Fabian Liebst, 10. Jürgen Gans, 11. André Euring, 12. Holger Erhard, (Mittelstreu), 13. Joachim Schmitt, 14. Stefan Kießner, 15. Gerhard Lauer, 16. Janette Fraas, 17. Roland Werner, 18.Marco Weisenseel, 19. Margitta Gunreben, 20. Sebastian Streit, 21. Christian Blümm, 22. Steffen Wende. Bei 1.500 Einwohnern werden 12 Gemeinderatsmitglieder gewählt. 

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