MELLRICHSTADT

Ohne Internet wären die Betten leer

Ein zeitgemäßer Internetauftritt ist für ein Hotel unerlässlich. Das wissen auch Matthias und Christa Schulze Dieckhoff, Geschäftsführer des Bio-Hotels Sturm in Mellrichstadt, die ihre Gäste auf der Website begrüßen. Foto: Screenshot: Ralph Rautenberg

Ein Hotel repräsentiert die Region wie kaum ein zweites Unternehmen nach außen. Und die Touristik lebt heute wie kaum eine andere Branche vom Internet. „95 Prozent der Buchungen kommen online“, so Matthias Schulze Dieckhoff, Geschäftsführer des Vier-Sterne-Bio-Hotels Sturm in Mellrichstadt. Er war von Anfang an bei der Digitalisierung dabei und weiß, welche massiven Veränderungen sie mit sich gebracht hat.

Wurde Ende der 1980er-Jahre das Fax noch als „beste Erfindung“ gefeiert, so hat sich in knapp 30 Jahren seitdem allerhand getan. Schulze Dieckhoff war privat schon früh fasziniert von Computern. Auf dem legendären „Commodore C64“ lernte der Hotelier das Programmieren. Bis 1996 verwendete das Hotel ausschließlich Eigenentwicklungen.

Viel probiert, viel investiert

Von 1996 bis 1998 wurde die erste Homepage entwickelt. Damit gehörte man zu den Pionieren in der Region. Aufgrund seiner privaten Affinität zur Technik habe Schulze Dieckhoff früh die Chancen des Mediums erkannt. In dieser Zeit wurde viel ausprobiert, auch viel Geld investiert und er holte sich Anregungen von außen. Heute ist das gesamte Haus vernetzt. Vom Dienstplan bis zur Essensbestellung im Restaurant, die per Knopfdruck direkt der Zimmerrechnung zugeschrieben wird, sind Informationen digital direkt verfügbar.

Fällt dem Geschäftsführer irgendwo ein Mangel auf, gibt er dies in eine App ein und der Techniker weiß sofort, wo und wofür er gebraucht wird. Über vernetzte Boxen und Monitore kann die Beschallung zentral gesteuert werden, sodass in jedem Raum die gleiche Musik läuft. Das dafür benötigte WLAN ist im Haus seit zehn Jahren Standard. Blockheizkraftwerk und Photovoltaik-Anlage sind natürlich ebenso digital gesteuert, die Breitbandleitung wurde auf die schnellstmögliche Anbindung aufgerüstet.

„Wenn einer heute das Internet abdreht, wären wir pleite“

Die Homepage des Bio-Hotels entspricht dem neuesten Stand der Technik, ist für jedes Endgerät – ob Smartphone, Tablet oder klassischer PC – optimiert und wird von allen Suchmaschinen gefunden. Facebook gehört ebenso dazu wie die Zusammenarbeit mit Buchungsplattformen. Allerdings werden diese nur in Anspruch genommen, wenn die Auslastung gering ist. Die Buchung spielt sich aber so oder so fast ausschließlich über das Netz ab. „Wenn einer heute das Internet abdreht, wären wir pleite“, so die klare Aussage.

Man müsse aber auch aufpassen, dass man nicht übertreibt, ist sich der Hotelier bewusst. Das merke er im Privaten, wenn im Urlaub das Handy auch mal abgestellt wird, das merke er aber auch im Geschäft, wenn Gäste – gerade in einem Bio-Hotel – gezielt nach Abstand von der Technik fragen. So gibt es strahlungsfreie Zimmer, aus dem Wellness-Bereich wurden Smartphone & Co. komplett verbannt. Sich vollständig abzukoppeln sei jedoch undenkbar. Man habe die Rhön mit ihrer einzigartigen Natur als Aushängeschild, doch die müsse erst nach außen transportiert werden.

Handys müssen draußen bleiben! Bei aller Digitalisierung soll man auch einmal abschalten können. Im Wellness-Bereich des... Foto: Matthias Schulze Dieckhoff
„95 Prozent der Buchungen kommen online“, berichtet Hotelier Matthias Schulze Dieckhoff. Entsprechende Software zur Verw... Foto: Ralph Rautenberg
Per Funkübertragung wird die Beschallung im Bio-Hotel Sturm einfach über eine App auf dem Tablet gesteuert. Foto: Ralph Rautenberg

Rückblick

  1. Eine digitale Gipfelregion und ihre Impulse
  2. Die Welt der Musik ist digital
  3. In der Küche ist die Zukunft schon da
  4. Erste komplette Elektroflotte in ganz Bayern
  5. Glaskupfer weiß, wie man Strippen zieht
  6. Dachfenster brachten den Durchbruch
  7. Roboter statt Rösslein
  8. Der digitale Warenkorb aus dem Streutal
  9. Standhaft im Kampf gegen die Online-Riesen
  10. Dem Weltmarkt einheizen
  11. Ohne Internet wären die Betten leer
  12. Der Backofen wird zum Chefkoch
  13. Rettungsdienst: Daten sind vor dem Patienten in der Klinik
  14. Von der Pionierarbeit zur Serienreife
  15. Per App: Eine Reise durchs Freilandmuseum
  16. Geschäftsmodell: Regionale Produkte via App einkaufen
  17. Familienunternehmen Erhard beliefert viele Autozulieferer
  18. Der Schnelle schlägt den Langsamen
  19. Rhön-Klinikum-Campus: Ambulante und stationäre Versorgung
  20. IFSYS: Global Player im Grabfeld Valley
  21. Modellstadt als Impulsgeber für den Stromer
  22. Hinter den Kulissen der Stadthalle Bad Neustadt
  23. Gründerzentrum: Hilfe beim Sprung ins kalte Wasser
  24. Landkreis hat seine Hausaufgaben gemacht
  25. Preh: Von der Rhön aus wird international agiert
  26. Brautradition auf dem Kreuzberg
  27. Kaminkehrer: Ganz traditionell und doch hochmodern

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