Bad Königshofen

Ortskern- und Innenstadtentwicklung als Krapfen oder Donut?

Ursula Sowa (Grünen-MdL aus Würzburg) stellte in Bad Königshofen Konzepte für Innenstadtentwicklung vor. Als gutes Beispiel nannte sie die Bestrebungen der Hofheimer-Land-Allianz.
Ursula Sowa (Grünen-MdL aus Würzburg) stellte in Bad Königshofen Konzepte für Innenstadtentwicklung vor. Als gutes Beispiel nannte sie die Bestrebungen der Hofheimer-Land-Allianz. Foto: Bild: Yatin Shah

Ortskern- und Innenstadtentwicklung - zu diesem Thema stellte Grünen-Landtagsabgeordnete Ursula Sowa (Bamberg) in Bad Königshofen die Frage: "Krapfen oder Donat?", heißt es in einer Pressemiteilung der Grünen. Gemeint hatte sie damit, ob ein Orts- oder Stadtzentrum innen belebt und gut gefüllt ist wie ein Krapfen oder ob der Leerstand innerorts zunimmt und sich die Angebote für den täglichen Bedarf nach außen verlagern, die amerikanische Donut-Variante.

Stadtrundgang mit den Grünen

Auch Bad Königshofen stehe vor dieser Frage und der Aufgabe dem Leerstand in der Innenstadt mit guten Ideen zu begegnen. Bei einem Stadtrundgang wurden mit den Vertreter/-innen der grünen Stadtratsliste verschiedene Bereiche mit Entwicklungspotential vor Ort besucht, so die Pressemitteilung.

Im Fokus stand der Marktplatz als Herz der Stadt und der offensichtlich dringende Bedarf einer zeitgerechten Umgestaltung, mit einer Verkehrsberuhigung und Geschwindigkeitsbegrenzung. Ein Bereich zum Verweilen für Jung und Alt mit Begrünung und die Möglichkeit für kulturelle und musikalische Veranstaltungen könnte auf dem westlichen Marktplatz entstehen, hieß es bei der Begehung. Entscheidend für gelungene Projekte sei laut Sowa vor allem die frühzeitige Einbindung der Bürger und insbesondere die Beteiligung der Jugend. Dies könne gegebenenfalls eine Mediator begleitet. Eine Aktualisierung und Fortschreibung des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK, das für Bad Königshofen aus dem Jahr 2013/14 datiert), erlaube es, aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen. Die Stadt könnte eine Förderung zur Marktplatzumgestaltung beantragen.

Vorbild im Nachbarlandkreis

Aufgabe von Gemeinden sei es die richtige Balance zwischen Innen- und Außenentwicklung zu finden. Vorbild im Nachbarlandkreis Haßberge sei die Gemeinde-Allianz im Hofheimer Land. Diese geht aktuell als Vertreter des Freistaates Bayern beim Europäischen Dorferneuerungspreis 2020 ins Rennen. Sehr gut gelungen sei dort die Wiederbelebung von Leerstandimmobilien und auch der flächenbewusste Umgang wurde bereits mehrfach ausgezeichnet.

Von Bürger gefragt wurde auch, wie Belastungen für das Grundwasser und die naheliegenden Heilwasserquellen durch die Bauaktivitäten mit erheblichem Betonverbau in unmittelbarer Nähe einzuschätzen sind. Geachtet werden sollte laut Sowa auf Spezialbeton, der als „Weiße Wanne“ für eine Gründung im Wasser verwendet wird und deutlich weniger Schadstoffe wie Chromverbindungen und Schwermetalle freisetze. Um diese Problematik einschätzen zu können, bedürfe es gutachterlicher Untersuchungen. Die Bedenken sollte man auf jeden Fall nicht einfach vom Tisch wischen, insbesondere in Berücksichtigung der allgemeinen Wasserthematik in Bad Königshofen, heißt es in der Pressemitteilung.

Interessant waren auch Hintergrundinformationen zu CO2-Emissionen. Diese liegen beim Verbauen von einer Tonne Beton bei einer Tonne CO2-Emissionen, während beim Verbauen von Holz pro einer Tonne Holz zwei Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entnommen werden. Die Verwendung von heimischem Holz im Bauwesen sollte deutlich ausgebaut werden, sagte Sowa.

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