Ostheim

Ostheim: Trockenheit und Käferbefall machten dem Wald zu schaffen

Auch in Ostheim machte der Käferbefall dem Wald zu schaffen, wie Revierleiter Ingo Büttner in der Sitzung des Stadtrates berichtete. Ein aufgesägter Stamm bringt es anschaulich ans Tageslicht, welch immense Fraß-Schäden der Borkenkäfer in den heimischen Wäldern verursacht (Symbolbild). Foto: Wolfgang Ruck

Dem Forstbetrieb galt in der Sitzung des Stadtrates besondere Beachtung. Das Jahr 2019 hat nicht nur den Stadtwald stark in Mitleidenschaft gezogen, sondern auch große finanzielle Einbußen mit sich gebracht. Ein weiteres Trockenjahr und in der Folge Käferbefall: Das Ausmaß der Schäden ist immens. Und man weiß auch nicht, was noch kommen wird, wie Revierleiter Ingo Büttner in seinem Bericht deutlich machte. Die Entwicklung habe die Planungen und auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse über den Haufen geworfen, was den Klimawandel und seine Auswirkungen auf den deutschen Wald angehe. Das Jahr habe gezeigt, dass neben den Nadelbaumarten auch die Laubbäume zunehmend betroffen sind, sagte Büttner mit Hinweis auf die Rotbuche, die bislang als klimastabil galt.

Die beträchtliche Menge von 2120 Festmeter (Fm) reinem Schadholz ist im vergangenen Jahr angefallen. Das musste erst einmal bewältigt werden, weshalb der reguläre Einschlag nicht realisiert werden konnte. Statt der geplanten 3230 Festmeter wurden lediglich 2345 Fm eingeschlagen. Knapp 2200 Fm konnten mit einem Rest aus dem Vorjahr verkauft werden. 40 500 Euro nahm man ein, der Durchschnittspreis von 18,40 Euro je Festmeter lag noch einmal deutlich unter den beiden Vorjahren.

Forstbetriebsplan 2020 könnte eine "schwarze Null" schreiben 

5500 Eichen und 1000 Rotbuchen wurden auf einer geförderten Fläche von 0,77 Hektar gepflanzt. Die Kulturpflege erstreckte sich auf 4,3 Hektar. Um junge Pflanzen vor Wildverbiss zu schützen, mussten rund 1,5 Kilometer Zaun angelegt werden. Das wäre nicht nötig, wenn die Jagd konsequenter und im erforderlichen Maße erfolgen würde, sagte der Revierleiter, der einmal mehr höhere Abschussquoten für Rehwild forderte. "Wald vor Wild" – dieser Leitsatz des Bayerischen Waldgesetzes werde im Landkreis ignoriert, so der Vorwurf des Försters.

Das Jahr 2019 hat auch seine Spuren in der Kasse hinterlassen. Einnahmen von rund 52 600 Euro stehen Ausgaben von 112 000 Euro gegenüber, sodass sich nach der vorläufigen Übersicht ein Verlust von fast 60 000 Euro ergibt. Einige Holzgelder stehen noch aus, dennoch wird das Defizit schmerzlich bleiben, erklärte Büttner. Andererseits sollte man das Defizit als Investition in den Wald sehen, gehe es doch längst nicht mehr darum, in der Forstwirtschaft nur Gewinne zu erzielen.

Für dieses Jahr weist der Forstbetriebsplan, der vom Stadtrat einstimmig genehmigt wurde, einen Holzeinschlag von 2430 Festmeter auf einer Fläche von 42 Hektar aus. Große Überschüsse kann man angesichts der Widrigkeiten im Forst nicht erwarten. Letztlich kann man wohl froh sein, wenn man eine "schwarze Null" schreiben kann. Büttner hat die Einnahmen mit 114 200 Euro errechnet, die Ausgaben mit 113 500 Euro, somit wäre ein kleines Plus von 700 Euro übrig.

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