OSTHEIM

Ostheimer Orgelschätzen groß gehuldigt

Meister seines Fachs: Professor Christoph Hammer brillierte beim Festakt im Ostheimer Rathaussaal an der Manderscheidt-Orgel von 1646.
Meister seines Fachs: Professor Christoph Hammer brillierte beim Festakt im Ostheimer Rathaussaal an der Manderscheidt-Orgel von 1646. Foto: Fischer

Die Königin der Instrumente, die Orgel, gibt sich die Ehre. An diesem 18. April aber nicht in den eigenen Gemäuern, in Schloss Hanstein, sondern „außer Haus“. Freilich aus einem freudigen Anlass heraus: Das Orgelbaumuseum Schloss Hanstein feierte sein 20-jähriges Bestehen mit einem Festakt im historischen Rathaussaal. Und stellvertretend für die 16 Orgel-Exponate stand dort ein Schmuckstück aufgebaut. Um zum einen die Glückwünsche – symbolisch gesprochen – entgegenzunehmen, zum anderen, um die wunderbare Klangfülle einer Barockorgel zu Gehör zu bringen: Professor Christoph Hammer bespielte das originale Orgelpositiv des berühmten Nürnberger Orgelbauers Nikolaus Manderscheidt von 1646.

Zum Kreis der Geburtstagsgäste zählten neben den Ehrengästen vor allem langjährige Mitglieder des Museumsvereins Schloss Hanstein, Träger des Ostheimer Orgelbaumuseums. Und dessen Vorsitzende Ulrike Stanek machte sich daran, den Werdegang des Museums nicht stur chronologisch nachzuzeichnen. Das Orgelbaumuseum, das seinen Ursprung einem Wink der Zeitgeschichte verdankt, hat in 20 Jahren eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Sie beginnt gleichsam mit dem ersten funktionierenden Ausstellungsstück, einer ganz aus Holz gefertigten Orgel von Konrad Nagel, einem Hobby-Instrumentenbauer und pensionierten Lehrer aus Coburg.

Sehr bald haben auch zwei spezielle Tagungen den Namen des Orgelbaumuseums ins Land und in die Welt hinausgetragen: Bei der Fränkischen Orgelakademie waren Musikwissenschaftler aus vieler Herren Länder zu Gast in Ostheim. Als dann auch noch der Arbeitskreis Hausorgel mit mehr als 45 Fachleuten im Rhönstädtchen tagte, war Schloss Hanstein für Experten zum Begriff geworden. Mehr und mehr nicht nur für sie, denn auch die Besucher finden ihre helle Freude an diesem Museum, wie die Auszüge aus dem Gästebuch verraten: „Wir sind überrascht von und über diese wundervolle Ausstellung.“ Oder auch: „Wir sind erfreut, solche instrumentalen Kostbarkeiten sehen und hören zu können.“ Solch Lob hört man gerne.

Erfolg kommt aber nicht von allein. Ulrike Stanek verband damit den Namen von Kirchenmusikdirektor Jürgen Peter Schindler, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums großartige Aufbauarbeit geleistet habe. „Ohne ihn kein Orgelmuseum“, so könne man das mit Fug und Recht sagen. Die Entdeckungsreise, die im Schloss Hanstein in die Welt der Orgel, in deren Technik und Musik führt, haben vor allem die Gebrüder Horst und Günther Hoffmann möglich gemacht, die für die Tradition des Orgelbaus in Ostheim stehen. Von ihnen stammen die Exponate, die über Jahrzehnte hinweg liebevoll gesammelt und aufbewahrt wurden. Hier haben sie den gebührenden Platz gefunden. Schließlich darf der Name von Sigruth Strobel nicht fehlen, die 17 Jahre lang als Museumsleiterin förmlich für das Haus gelebt hatte. „Strobel und das Orgelbaumuseum – eine vollkommene Symbiose“, konstatierte Stanek. Seit September 2011 leitet Jörg Schindler-Schwabedissen, Sohn von Jürgen Peter Schindler, nun sehr engagiert das Museum.

Bürgermeister Ulrich Waldsachs nannte das Hansteinsche Schloss ein „städtisches Juwel“, einen Trumpf für Ostheim und die Region. Sein Geschenk übergab er in einem Kuvert nach dem Motto„Nur Bares ist Wahres“, damit sei dem Museum am besten geholfen. Bezirkstags-Vizepräsidentin Karin Renner gratulierte mit diesem Lob: „Wenn die Orgel die Königin der Instrumente ist, dann ist Schloss Hanstein eine Kathedrale für Musikliebhaber. Und das Orgelbaumuseum eine herausragende Sammlung historischer Orgeln in Europa.“ Laut dem stellvertretenden Landrat Helmut Will hat Ostheim von den sprichwörtlich guten Dingen mehr als drei, darunter das Orgelbaumuseum als „ein Highlight für die Region und ganz Deutschland“.

Was schenkt man einem Museum?, fragte Pfarrer Christian Schümann. „Einen Scheck haben wir armen Kirchenmäuse nicht“, sagte er und gratulierte mit einem Liederheft von Paul Gerhardt für die Bibliothek des Hauses. Dieser gilt nach Martin Luther als bedeutendster evangelischer Liedermacher.

-> Ehrungen in der nächsten Ausgabe
20 Jahre Orgelbaumuseum Schloss Hanstein: Der Reigen der Geburtstagsgäste mit (von links) Anne-Marie Drescher, Günther Hoffmann, Fördervereinsvorsitzende Ulrike Stanek, stellvertretendem Landrat Helmut Will, Christoph Schindler, Altbürgermeister Adolf Büttner, Bürgermeister Ulrich Waldsachs, Malve Gräfin Rothkirch, Bezirkstags-Vizepräsidentin Karin Renner, Prof. Christoph Hammer, Rainer und Christine Kochinki, Museumsleiter Jörg Schindler-Schwabedissen und Horst Hoffmann.
20 Jahre Orgelbaumuseum Schloss Hanstein: Der Reigen der Geburtstagsgäste mit (von links) Anne-Marie Drescher, Günther Hoffmann, Fördervereinsvorsitzende Ulrike Stanek, stellvertretendem Landrat Helmut Will, Christoph Schindler, Altbürgermeister Adolf Büttner, Bürgermeister Ulrich Waldsachs, Malve Gräfin Rothkirch, Bezirkstags-Vizepräsidentin Karin Renner, Prof. Christoph Hammer, Rainer und Christine Kochinki, Museumsleiter Jörg Schindler-Schwabedissen und Horst Hoffmann. Foto: Georg Stock

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