FLADUNGEN

Per App: Eine Reise durchs Freilandmuseum

Schüler des Martin-Pollich-Gymnasiums in Mellrichstadt entwickelten im vergangenen Jahr eine digitale Schnitzeljagd, die jungen Besuchern des Fladunger Freilandmuseums auf moderne Weise Museumsthemen vermittelt. Foto: ArchivRalph Rautenberg

Für Besucher sind sie unterhaltsam und lehrreich. Für Museen ein gewaltiges Stück Arbeit. Für Ariane Weidlich, Leiterin des Fränkischen Freilandmuseums in Fladungen, sind sie Chance und Herausforderung zugleich: digitale Formate.

Ohne sie läuft heutzutage gar nichts mehr. Das gilt in erster Linie für junge Leute – eine Zielgruppe, die auch das Freilandmuseum ansprechen will. Dafür hat man sich bereits einiges einfallen lassen: Neben sieben Audioguides, die von Schülern der Ignaz-Reder Realschule Mellrichstadt erstellt wurden, gibt es auch die Museums-App „Zurück in die Heimat“. Eine interaktive Schnitzeljagd über das Museumsgelände, die von Schülern des Martin-Pollich-Gymnasiums erarbeitet wurde. Per GPS navigiert die App zu den Stationen. So begibt man sich auf einen interaktiven Rundgang, bei dem auch Aufgaben und ein Quiz gelöst werden müssen.

Eine Zielgruppe sind Blinde und Sehbehinderte sowie Schwerhörige und Gehörlose

Eine weitere Zielgruppe sind Blinde und Sehbehinderte sowie Schwerhörige und Gehörlose. Für sie – aber auch für alle anderen Museumsbesucher – werden in der Büttnerei aus Sulzthal die wesentlichen Schritte zur Herstellung eines Fasses gezeigt. Mit diesem Projekt beschreitet das Museum einen neuen Weg.

Geplant ist ein Mediaguide mit Führungen in Gebärdensprache und leichter Sprache sowie einer Audiodeskription, einer akustischen Beschreibung des Gebäudes und seiner Objekte. Wünschenswert sei außerdem, dass Blinde sich künftig selbstständig im Gelände orientieren können. Hierfür gebe es viele verschiedene Möglichkeiten wie zum Beispiel eine App, so die Museumsleiterin.

Mit diesem Innovationswillen steht das Fränkische Freilandmuseum nicht allein da. An allen großen und kleinen Museen wird derzeit über Digitalisierung nachgedacht. Dabei geht es nicht nur darum, die eigenen Bestände zu scannen und in Datenbanken einzuspeisen. Oder die hauseigenen Webseiten zu aktualisieren und auf sozialen Medien aktiv zu sein.

Wie kann man das junge Publikum noch besser erreichen?

Die Leitfragen lauten: Wie kann man dem Publikum vor, während und nach dem Ausstellungsbesuch noch mehr Informationen zur Verfügung stellen? Wie kann man das junge Publikum noch besser erreichen? Wie kann man interaktive und multimediale Elemente einbauen? Zwar dominiert nach wie vor das Papier – Kataloge, Texttafeln, Flyer – den Museumsalltag, aber digitale Angebote werden zunehmend nachgefragt. Wichtig sind dafür natürlich auch die technischen Voraussetzungen. Hierfür hat das Fladunger Freilandmuseum einen WLAN-Hotspot im Eingangsbereich geplant. Dieser ist dank der Stadt Fladungen, die sich an einem Förderprogramm des Freistaats beteiligt, kostenlos möglich. „Bis zur Hauptsaison soll der WLAN-Punkt eingerichtet sein“, informiert Weidlich.

Bis zur Hauptsaison soll der WLAN-Punkt eingerichtet sein

Ohne Partner wären solche Projekte nicht möglich, betont die Museumschefin. Auch der Austausch mit anderen Museen sei wichtig. Ebenso der Besuch von Tagungen oder Veranstaltungen zum Thema neue Medien sowie entsprechende Newsletter. Dank solcher Plattformen verschaffe man sich über die vielfältigen Entwicklungen einen guten Überblick, so Weidlich.

„Wir sind offen, etwas Neues zu versuchen und sehen dem mit Neugier entgegen“, gesteht Ariane Weidlich abschließend. Wohl auch in weiser Voraussicht auf das schnelllebige Zeitalter der Digitalisierung.

Rückblick

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  5. Glaskupfer weiß, wie man Strippen zieht
  6. Dachfenster brachten den Durchbruch
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  8. Der digitale Warenkorb aus dem Streutal
  9. Standhaft im Kampf gegen die Online-Riesen
  10. Dem Weltmarkt einheizen
  11. Ohne Internet wären die Betten leer
  12. Der Backofen wird zum Chefkoch
  13. Rettungsdienst: Daten sind vor dem Patienten in der Klinik
  14. Von der Pionierarbeit zur Serienreife
  15. Per App: Eine Reise durchs Freilandmuseum
  16. Geschäftsmodell: Regionale Produkte via App einkaufen
  17. Familienunternehmen Erhard beliefert viele Autozulieferer
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  19. Rhön-Klinikum-Campus: Ambulante und stationäre Versorgung
  20. IFSYS: Global Player im Grabfeld Valley
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  22. Hinter den Kulissen der Stadthalle Bad Neustadt
  23. Gründerzentrum: Hilfe beim Sprung ins kalte Wasser
  24. Landkreis hat seine Hausaufgaben gemacht
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