HERSCHFELD

Preisgekrönte Videosprechstunde

R-K Spende an Lra Flüchtlingsprojekt
Das Preisgeld des DGTelemed-Preises 2016 stiftet das Rhön-Klinikum an die Bildungsarbeit des Landratsamtes. Über die gelungene Projektarbeit mit Neubürgern sowie die Spende freuen sich (von links): Oberarzt Hassan Soda, Jurgita Groß (Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte im Landratsamt), Nagham Soda, Geschäftsführer Burkard Bingel, Medizin Professor Bernd Griewing, stellvertretender Landrat Josef Demar und der Geschäftsführer des Zentrums für Telemedizin, Sebastian Dresbach. Foto: Stefan Kritzer

Sprachbarrieren sind besonders dann ärgerlich, wenn man krank ist. Im Zuge des Flüchtlingsstromes 2015 kamen viele Menschen ohne Deutschkenntnisse ins Land. Die Rhön-Klinikum AG reagierte sehr schnell und hob in der Neurologischen Klinik ein neues telemedizinisches Angebot für Ärzte und Patienten aus der Taufe. Dieses wurde unlängst mit einem Preis der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 3500 Euro spendierte der Klinikkonzern dem Landratsamt. Das Geld soll in Bildungsangebote für Neuzugewanderte fließen.

Gemeinsam mit dem Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen hat das Rhön-Klinikum auf Initiative des Ärzteehepaares Nagham und Hassan Soda das Projekt bereits 2015 auf den Weg gebracht. Mittels telemedizinischer Betreuung konnten Patienten behandelt werden, die von den Ärzten vor Ort schlicht und ergreifend nicht verstanden wurden. „Tele-View“ vermittelt in Form einer Videosprechstunde zwischen erkrankten oder traumatisierten Menschen, die sich in einem Flüchtlingsheim, einem anderen Krankenhaus oder in einer Arztpraxis befinden, und Klinikärzten oder medizinischen Fachkräften. Ärzte mit Migrationshintergrund nutzen dabei ihren sprachlichen, medizinischen und kulturellen Hintergrund, um aus der Ferne Asylbewerber zu betreuen.

Das Projekt „Tele-View für Flüchtlinge“ wurde bereits 2016 mit dem Preis der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DG Telemed) ausgezeichnet. „Mit Tele-View für Flüchtlinge überwinden wir kulturelle, sprachliche und medizinische Hürden“, erklärt Dr. Nagham Soda, Fachärztin für Anästhesiologie. Rund 120 Flüchtlingen konnte mit dem Projekt konkret geholfen werden.

Das Preisgeld, das sie für dieses Projekt bekommen haben, kommt nun der Unterstützung von Flüchtlingen zugute: Gespendet wird der Betrag für Informations- und Orientierungsprojekte für Flüchtlinge in der Region. Praktische Hilfen zu den Themen Ausbildung, Arbeit und „Leben in Rhön-Grabfeld“ können dadurch ermöglicht und die Integration gefördert werden. Eine weitere Spende im Landkreis Bad Kissingen wird folgen, so die Verantwortlichen. „Uns ist es wichtig, dass den Menschen auch weiter geholfen wird. Bildung ist hier ein wichtiger Schlüssel. Deshalb haben wir uns entschieden, das Preisgeld für Ausbildungs- und Integrationsprojekte zu spenden“, so Dr. Hassan Soda, leitender Oberarzt der Neurologischen Klinik aus.

Der stellvertretende Landrat Josef Demar betonte die Bedeutung einer gelingenden Integration der Neuzugewanderten als ein Stück Friedensarbeit.

„Wir freuen uns, dass unsere gemeinsamen Projekte mit den Kliniken am Campus sowohl medizinisch-technisch erfolgreich als auch gesellschaftlich positiv wirksam sind“, sagte Sebastian Dresbach, Geschäftsführer des Zentrums für Telemedizin. Der Rhön-Klinikum-Campus stehe mit seinen Fachabteilungen „für innovative Konzepte, gerade auch im Bereich der Telemedizin und Digitalisierung“, ergänzte Professor Bernd Griewing, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik und Medizin-Vorstand der Rhön-Klinikum AG.

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