Rappershausen

Rappershausens Trinkwasserproblem brennt langsam unter den Nägeln

Die Zukunft des Wasserturms von Rappershausen liegt im Nebel, weil die Entscheidung über die künftige Trinkwasserversorgung noch aussteht. Foto: Eckhard Heise

Angesichts der aktuellen Entwicklung und der Aussicht auf kostspielige Investitionen stand bei der Bürgerversammlung in Rappershausen die Trinkwasserversorgung im Mittelpunkt. Bürgermeister Florian Liening-Ewert brachte dabei die Zuhörer auf den neuesten Stand, obwohl längst noch keine Entscheidung getroffen ist, wie der Plan für die nächsten Jahre ist.      

Bevor das Thema ausführlich zur Sprache kam, stattete das Ortsoberhaupt einen Bericht über die Ereignisse innerhalb der Gemeinde ab. Eine beängstigende Entwicklung zeigt die Einwohnerstatistik auf, denn seit 20 Jahren sind die Zahlen um 20 Prozent gesunken.

Beim Haushalt fällt auf, dass das geplante Gesamtvolumen bei weitem nicht erreicht ist, fuhr VG Kämmerin Janine Schauk fort. Mit einem Volumen von 3,7 Millionen Euro wurde der Ansatz um 700 000 Euro unterschritten, was in erster Linie auf nicht getätigte Investitionen zurückzuführen sei. Von der allgemeinen finanziellen Situation können ansonsten viele Gemeinden nur träumen, denn Hendungen ist nicht nur schuldenfrei es hat auch noch rund 1,6 Millionen Euro auf der hohen Kante.

Genauer widmete sich die Kassenverwalterin den Zahlen des Schullandheims. Nach Jahren eines defizitären Betriebs schreibt die Einrichtung schwarze Zahlen. Das liege einerseits an einer Umstrukturierung innerhalb der Freizeitstätte andererseits an steigenden Übernachtungszahlen, ergänzte das Gemeindeoberhaupt. Da bei den Schulen Mountainbike immer stärker im Trend liege, soll das Angebot mit weiteren Strecken noch ausgeweitet werden.

Weniger gut ist es um den Hendunger Wald bestellt

Schädlinge und Klima haben Spuren im Forst hinterlassen, bedauerte Liening-Ewert. Dank der Weitsicht früherer Forstleute habe es das Hendunger Grün aber nicht so stark getroffen wie andere Regionen. Der Einschlag im Vorjahr sollte deutlich höher sein als im langjährigen Mittel, aber der Erlös wird gegenüber den Planungen geringer ausfallen.

Im April ist ferner die umgebaute Kinderkrippe in Beschlag genommen worden. Außerdem sind in Rappershausen Kanäle befahren worden. Auf Grund der Auswertungen der Aufnahmen mussten Reparaturen vorgenommen werden, die bei einem Volumen von 100 000 Euro lagen. Darüber hinaus ist ein kommunales Förderprogramm für leer sehende Häuser beschlossen worden, das Zuschüsse von bis zu 25 000 Euro in Aussicht stellt.

Liening-Ewert informierte außerdem, dass für den Bauhof ein neuer Standort gesucht werde. Es gebe aber noch keine konkreten Überlegungen zu dem Thema. Priorität habe ohnehin die Trinkwasserversorgung von Rappershausen. Vier Varianten wurden durch das Büro Baur Consult ermittel, die zwischen 2,5 und 3,1 Millionen Euro kosten. Angesichts der hohen Kosten wird auch eine Sanierung der Brunnen in Rothhausen wieder in Betracht gezogen. Besonders intensiv wird jedoch eine "große" Lösung mit einem  Bezug aus Oberfranken oder Thüringen untersucht. Aber ein solches Vorhaben, das der gesamten Region zu Gute kommen würde, beinhalte Investitionen von 40 Millionen Euro, die die Gemeinden des Landkreises nicht stemmen könnten. Bei der Fernversorgung seien noch viele Fragen offen, vor allem wie die Förderung durch den Freistaat – ohne die das Projekt nicht finanzierbar wäre - aussehen könnte. Der Landrat will in Kürze deswegen In München vorsprechen.

Schlecht informiert?

Bernd Mangold fühlt sich aber über die Vorgänge schlecht informiert und beanstandete die bereits entstandenen Planungskosten für die Varianten, die unter dem Tisch gefallen seien. VG-Geschäftsführer Peter Hehn wies dagegen darauf hin, dass die Alternativen noch nicht vom Tisch seien. Aber ein Anschluss an die Fernversorgung sei langfristig die beste Lösung. In dem Fall wäre auch eine Sanierung des Wasserturms hinfällig, die ohnehin schon zurückgestellt worden sei.

Anderen Teilnehmern war die Ungeduld  anzuhören, aber der Bürgermeister wies auf einen schwierigen Entscheidungsprozess hin. Einige Nachfragen zielten auf die Beibehaltung der derzeitigen Versorgung, während etwa Daniela Heller den weiteren Bezug aus Rothhausen vehement ablehnt, da auf Grund der sinkenden Pegelstände diese Brunnen keine Lösung auf Dauer seien.

Frank Mauer erkundigte sich nach einem Dorferneuerungsprogramm für Rappershausen, und auch andere Bürger wiesen auf den unattraktiven Zustand des Dorfes hin. Der Bürgermeister war jedoch eher skeptisch. Ein solches Verfahren sei allein schon wegen des hohen bürokratischer Aufwandes problematisch. Außerdem bestehe acht bis zehn Jahre Wartezeit. Vielleicht gebe es auch noch andere Möglichkeiten, um an Fördertöpfe zu gelangen. Mehrere Teilnehmer ließen jedoch nicht locker, so dass das Oberhaupt schließlich zusagte, sich mit dem Thema näher auseinanderzusetzen und es im Gemeinderat vorzubringen.

Investitionen am Brunnen nötig

Ewald Eppler erkundigte sich nach der Abrechnung der Trinkwasserversorgung und was mit den angefallenen Rücklagen in dem Bereich geschehe. Die Kämmerin wies jedoch auf eine regelmäßige Neukalkulierung der Gebühren hin. Außerdem stehen gerade wieder eine neue Investition am Brunnen am, für die Geld benötigt werde.

Mehrere Teilnehmer erkundigten sich auch noch nach dem Stand der Planungen für die Verbindungsstraße zwischen Hendungen und Rappershausen. Doch der Bürgermeister schüttelte den Kopf und sagte, dass das Projekt immer noch im Stadium der Vorarbeiten sei. Wegen Personalmangel komme das Straßenbauamt Schweinfurt nicht voran. Ähnliches gelte für den Dorfgrabenweg in Hendungen, der beim Amt für ländliche Entwicklung ins Stocken geraten sei und sich zu einem Trauerspiel entwickele.

     

Nach Jahren des defizitären Betriebs schreibt das Schullandheim Rappershausen auf Grund wachsender Nachfrage jetzt Schwarze Zahlen. Foto: Eckhard Heise

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