Mellrichstadt

Reich: Wie der Automobilzulieferer der Branchenkrise trotzt

Ehrung für Mitarbeitertreue bei der Reich GmbH: Seit 25 Jahren zählen diese Mitarbeiter zur Stammbelegschaft des Familienunternehmens. Dazu gratulierten die Geschäftsführer Nina (links) und André Reich (rechts), für den Betriebsrat beglückwünschte Christian Zirk (Zweiter von rechts) die langjährigen Mitarbeiter.
Ehrung für Mitarbeitertreue bei der Reich GmbH: Seit 25 Jahren zählen diese Mitarbeiter zur Stammbelegschaft des Familienunternehmens. Dazu gratulierten die Geschäftsführer Nina (links) und André Reich (rechts), für den Betriebsrat beglückwünschte Christian Zirk (Zweiter von rechts) die langjährigen Mitarbeiter. Foto: Georg Stock

2019 ist das Jahr, in dem die Firma Reich mit einem Doppel-Jubiläum glänzt. Zum einen dokumentiert das 100. Firmenjubiläum die Erfolgsgeschichte eines Unternehmens, das 1919 in Zella-Mehlis in Thüringen gegründet wurde. Zum anderen verkörpert die Karl-Reich-Stiftung, die 1994 ins Leben gerufen wurde und heuer seit 25 Jahren besteht, die gesellschaftliche Verantwortung, der sich das Familienunternehmen in wirtschaftlicher, sozialer wie auch kultureller Hinsicht verpflichtet fühlt.

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr zeigt sich die Kehrseite der Medaille darin, dass der Weltmarkt durch verschiedene Einflüsse ins Straucheln geraten ist. Trotz der schwierigeren Marktgegebenheiten bleibt aber das Mellrichstädter Unternehmen darauf programmiert, die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.

Es ist guter Brauch in der 100-jährigen Firmengeschichte der Reich GmbH, in der Vorweihnachtszeit langjährige und verdiente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ehren. Heuer waren dies elf Beschäftigte, die im Laufe des Jahres ihr 40. oder 25. Betriebsjubiläum feiern konnten und von den Geschäftsführern Nina und André Reich zusammen mit ihren Partnern zu einer gemeinsamen Feierstunde im Raum 7 eingeladen wurden.

Blick auf die Entwicklung des Unternehmens

Vor der Ehrung der Jubilare hat Geschäftsführer André Reich einen kurzen Rückblick über die Entwicklung des Unternehmens im abgelaufenen Jahr gegeben und, soweit möglich, einige Schlaglichter für das kommende Jahr aufgezeigt. Die Reich GmbH merke die angespannte Marktlage insbesondere aufgrund der politischen Diskussion, die im Nachgang des Dieselskandals entbrannt ist. Die leidige CO2-Diskussion habe hier ihre Wirkung vollends entfaltet. „Deshalb ist vor allem im Diesel-Bereich ein starker Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen“, stellte der Geschäftsführer fest.

Aber auch die Unsicherheiten am Weltmarkt aufgrund von Brexit, Zollstreit und diverser Krisenherde führen nach Reichs Worten in verschiedenen Bereichen zu Rückgängen. Die Zeit sei geprägt von weltweiten Unsicherheiten, und die weiteren Entwicklungen seien nicht vorhersehbar. Zu erkennen ist dies an den mittlerweile fast täglichen Meldungen von großen deutschen Unternehmen, die Beschäftigung abbauen oder verlagern und teilweise sogar ganz still legen. „Maßnahmen, die sich wiederum negativ auf die Zulieferer auswirken“, machte André Reich deutlich.

40 Jahre Mitarbeiter der Reich GmbH in Mellrichstadt sind (ab Zweiter von links) Christof  Beck, Werner Schüttler und Matthias Dietz.  Die Geschäftsführer Nina (links) und André Reich (rechts) freuten sich mit den Betriebsjubilaren. Die Glückwünsche des Betriebsrats übermittelte Christian Zirk (Zweiter von rechts).
40 Jahre Mitarbeiter der Reich GmbH in Mellrichstadt sind (ab Zweiter von links) Christof Beck, Werner Schüttler und Matthias Dietz. Die Geschäftsführer Nina (links) und André Reich (rechts) freuten sich mit den Betriebsjubilaren. Die Glückwünsche des Betriebsrats übermittelte Christian Zirk (Zweiter von rechts). Foto: Georg Stock

Schon frühzeitig habe das Unternehmen versucht, mit neuen Projekten auf diesen sich am Weltmarkt abzeichnenden Trend einzuwirken. „Aber Neuanläufe beziehungsweise Neuprojekte haben eine sehr lange Vorlaufzeit, mitunter über ein Jahr“, betonte der Geschäftsführer. Und fügte hinzu: „Im Gegensatz zu den derzeitigen Rückgängen laufen unsere Neuprojekte daher erst langsam an und können die vorliegenden Auftragsrückgänge nicht vollständig kompensieren.“

Einsparungen in allen Bereichen

In der Betriebsversammlung im Oktober habe die Geschäftsführung eingehend darüber informiert, dass man in diesem Jahr aufgrund der Umsatzrückgänge gezwungen sei, ein Kosteneinsparungsprogramm fahren zu müssen. André Reich: „Dieses erstreckt sich über das gesamte Unternehmen und schließt keine Bereiche aus.“ Solange die weltweite Unsicherheit und die Auftragsrückgänge anhalten, seien diese Maßnahmen unabdingbar.

Krisen können auch Chancen darstellen. „Aber nur dann, wenn alle an einem Strang ziehen und die gleiche Richtung zum Ziel haben“, forderte Reich. Change Management bedeute Veränderung, das heißt, sich von geliebten Verhaltensmustern zu verabschieden. Ein „das haben wir schon immer so gemacht“ sei in diesen Phasen nicht die richtige Antwort. „Wir tun gut daran, wenn wir unsere Prozesse und Abläufe, unsere Kommunikations- und Informationsflüsse offen gestalten, an neue Situationen anpassen und uns immer weiter entwickeln“, appellierte der Geschäftsführer und fügte hinzu: „Der Markt erfordert das von uns.“ Wer dazu nicht in der Lage sei, wird abgehängt. Und merkte in seinem Schlusswort an, dass „dies alles nur gemeinsam zu stemmen ist“.

Reich-Betriebsjubilare
Alle elf Jubilare der Reich GmbH wurden einzeln geehrt und erhielten neben der Anerkennungsurkunde der Industrie- und Handelskammer noch die Reich-Ehrennadel in Silber oder Gold. Nach der Ehrung ließ man im Raum 7 in lockerer Runde das gemeinsam Erlebte Revue passieren.
Für 25-jährige Betriebstreue wurden ausgezeichnet: Andreas Damaske, Peter Denk, Andreas Dücker, Bernd Helmerich, Alexander Gotwich, Johann Justus, Mike Spitzer und Alexander Titer.
Das 40. Betriebsjubiläum feiern Christof Beck, Matthias Dietz und Werner Schüttler.
Den Kreis der Jubilare erweiterten bei der Feierstunde auch die Kolleginnen und Kollegen – 15 an der Zahl –, die im Laufe des Jahres in den Vorruhestand beziehungsweise Ruhestand getreten sind. Nina und André Reich dankten allen, Betriebsjubilaren wie auch Neu-Rentnern, für die geleistete Arbeit.

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