BAD NEUSTADT

Rettungsdienst: Daten sind vor dem Patienten in der Klinik

Am mobilen Datenerfassungs-Pad werden noch vor Ort die Daten des Patienten eintragen, die Informationen der Versicherungskarte eingelesen und zum Beispiel auch ein Bild vom Unfallgeschehen erstellt. Foto: Hanns Friedrich

Wer einen Einsatz des Bayerischen Roten Kreuzes mitverfolgt, dem wird schnell klar, dass das Digitale zum Alltagsgeschäft gehört.

Sei es der digitale Funkverkehr, digitale Protokolle, digitale Bilder oder gar die digitale Anmeldung des Patienten in der Klinik. „Wir sind immer auf dem aktuellen Stand“, sagt der Leiter Rettungsdienst, Heiko Stäblein, und verweist darauf, dass seit Mitte des Jahres 2015 ein erster Probebetrieb mit digitalen Funkgeräten im Krankentransport des Bayerischen Roten Kreuzes begann.

Bereits zum 1. Januar 2016 wurden alle Einsatzfahrzeuge bis hin zur Notfallrettung und zum Katastrophenschutz mit Digitalfunk ausgerüstet. An die 100 Endgeräte gibt es mittlerweile im BRK-Kreisverband Rhön-Grabfeld.

Hatte man früher lediglich ein fest eingebautes Sprechfunkgerät in den Rettungs- und Krankentransportwagen, so ist das heute ganz anders. „Wir haben in allen Einsatzfahrzeugen mobile Handsprechfunkgeräte, die immer am Mann oder an der Frau sind. Das hat enorme Vorteile“, erklärt Stäblein, der seit mehr als 20 Jahren auch als Organisatorischer Leiter vor Ort ist.

Ausgerüstet ist er dann mit Sprechfunk und kann direkt vom Einsatzort, zum Beispiel bei einem Unfall, der Integrierten Leitstelle in Schweinfurt eine Lagemeldung geben und Krankentransport- oder Rettungswagen ebenso nachfordern wie eventuell weitere Einsatzkräfte.

Medizinische Einsatzdokumentation inklusive Nottfallprotokoll

Die Rettungsassistenten vor Ort verfügen ebenfalls über digitale Handsprechfunkgeräte, haben aber auch ein mobiles Datenerfassungs- Pad, in das sie die Daten des Patienten eintragen, die Informationen der Versicherungskarte einlesen und zum Beispiel auch ein Bild vom Unfallgeschehen machen können. „Es ist nichts anderes als die gesamte medizinische Einsatzdokumentation inklusive des Notfallprotokolls,“ erklärt der Leiter des Rettungsdienstes.

Und auch das ist bereits möglich: EKG-Werte des Patienten am Unfallort werden ebenfalls digital erfasst. Das alles hat den Vorteil, dass, wenn der Rettungswagen sich in Richtung Klinik in Bewegung setzt, dort beim Eintreffen bereits alle notwendigen Daten zur Person, aber auch zu den durchgeführten Notfallmaßnahmen vor Ort und vieles mehr übermittelt sind.

„Stroke Angel“ oder „Cardio-Angel“

„Damit können sich die Ärzte in der Notaufnahme bereits auf den ankommenden Patienten vorbereiten und müssen nicht mehr wie früher beim Eintreffen erst nachfragen, was der Patient denn hat.“

Heiko Stäblein nennt in diesem Zusammenhang auch die Systeme „Stroke Angel“ oder „Cardio-Angel“. Konkret betrifft dies Schlaganfall oder auch Herzinfarktpatienten. Letztendlich geht es immer um das Wohl des Patienten, der durch den Einsatz von digitalen Hilfsmitteln und Unterstützungssystemen in der Notfallrettung enorm profitiert.

Früher, so Heiko Stäblein mussten alle Dokumentationen noch handschriftlich erfasst werden. „Die Zettelwirtschaft gehört beim BRK-Kreisverband Rhön-Grabfeld der Vergangenheit an.“ Alle Einsatzfahrzeuge verfügen über ein GPS-Navigationssystem, auf welches die Einsatzdaten direkt durch die Integrierte Leitstelle Schweinfurt übertragen werden. Weiter werden die Standortdaten der Einsatzfahrzeuge in das System der Integrierten Leitstelle übermittelt.

Schon seit vielen Jahren verfügt das BRK Rhön-Grabfeld über die Handy-Alarmierung

Auf dieser Grundlage werden die Einsätze disponiert. Außerdem besitzt jeder Rettungswagen ein eigenes Handy, mit dem, wenn nötig, Kontakt zur Klinik, zu einem Arzt oder zur Integrierten Leitstelle aufgenommen werden kann.

Schon seit vielen Jahren verfügt das BRK Rhön-Grabfeld über die Handy-Alarmierung. Mit dem Vorteil, dass mit einem Knopfdruck alle Einsatzkräfte, zum Beispiel bei einem Großschadensfall, alarmiert werden können. Damit hat sich das Anrufen Einzelner längst erledigt. „Die SMS-Alarmierung ist bei uns schon seit Jahren gang und gäbe“, so Stäblein. Funkschatten oder Nicht-Erreichbarkeit, gibt es im Rettungsdienst nicht.

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