Bad Neustadt

Rhön-Grabfelder Schulen gut aufgestellt für neues Schuljahr

Digitalisierung, demographischer Wandel und Lehrermangel – die Schulen stehen vor großen Herausforderungen. Wie gehen die Grund- und Mittelschulen damit um?
Tobias Schellenberg demonstriert, wie das 'Touch Panel' als klassische Tafel genutzt werden kann. Das mache den älteren Lehrern die Umstellung leichter. Tafelbilder können damit aber zum Beispiel um Bilder und Videos ergänzt, abgespeichert und später bearbeitet werden.
Tobias Schellenberger demonstriert, wie das "Touch Panel" als klassische Tafel genutzt werden kann. Das mache den älteren Lehrern die Umstellung leichter. Tafelbilder können damit aber zum Beispiel um Bilder und Videos ergänzt, abgespeichert und später bearbeitet werden. Foto: Carolin Schulte

Rhön-Grabfelds Schulen sollen digitaler werden. Das ist die Aufgabe von Tobias Schellenberger, der als Medienpädagogischer Berater seit zwei Jahren die Schulen im Landkreis unterstützt. Begeistert demonstriert er die Funktionen des "Touch Panels", das im Konferenzraum des neuen Schulamts in der Martin-Luther-Straße aufgebaut ist. Das Panel funktioniert wie ein großer Computerbildschirm: Über Berührungen kann man es bedienen, Filme zeigen, Tafelbilder anfertigen oder mit Hilfe einer Dokumentenkamera einen Versuch auf den Bildschirm projizieren, der auf dem Lehrerpult gemacht wird.

Schellenbergers Aufgabe ist es auch, den Lehrern zu zeigen, wie sie die Technik im Unterricht sinnvoll einsetzen können. "Je jünger die Lehrer, desto größer ist in der Regel die Bereitschaft, sich auf die neuen Methoden einzulassen", erzählt Schellenberger aus seiner Erfahrung. Aber: "Einige ältere Kollegen haben mich auch schon überrascht mit ihrer Neugierde."

Rund 6000 Euro kostet die High-Tech-Tafel. "Früher haben Unternehmen gerne ihre ausgemusterten Computer an die Schulen gespendet, heute reicht das einfach nicht mehr", erklärt Schulamtsdirektor Klaus Jörg. Die Halbwertszeit der Geräte habe sich enorm verkürzt. In den nächsten paar Jahren sollen alle Schulen mit einem Touch Panel ausgestattet sein, die Anschaffung von 40 Geräten im Landkreis war vor den Sommerferien schon konkret geplant.

Einzügige Schulen sollen erhalten bleiben

Die Digitalisierung ist nur eins von vielen Themen, die das Schulamt beschäftigen. Schwierigkeiten bereiten zum Beispiel die vielen kleinen Grundschulen: Neun der 21 Grundschulen im Landkreis haben nur eine Klasse pro Jahrgangsstufe. Das führt zu Personalproblemen, denn die Lehrerstunden werden pro Schüler und nicht pro Klasse zugewiesen. Der Landkreis erhalte daher einen gesonderten Zuschlag an Stunden, so Amtsleiter Jörg.

Schulen schließen will er deswegen nicht: "Kurze Beine, kurze Wege" lautet die Devise. "Trotzdem müssen wir uns angewöhnen, nicht mehr in Dörfern, sondern in Regionen zu denken", so Jörg. In Oberstreu wären in diesem Jahr zum Beispiel nur zwei Schüler eingeschult worden – sie gehen nun in Mellrichstadt zur Grundschule.

Junge Lehrer kehren zurück nach Rhön-Grabfeld

Auch Lehrermangel ist in gewisser Weise ein Thema, denn es gibt nicht genug Grund- und Mittelschullehrer. Deswegen werden zur Zeit neun Lehrer, die eigentlich für die Realschule oder das Gymnasium ausgebildet sind, für die Grund- und Mittelschule umgeschult. Grundsätzlich kann sich Jörg über die Personalsituation jedoch nicht beschweren: "Zu uns kommen jetzt viele junge Leute, die aus der Region stammen und für ihr Referendariat in Oberbayern waren", erklärt Jörg die Situation. 

Zehn Jahrgangsgemischte Klassen soll es in diesem Jahr geben, die Grundschulen in Sulzfeld und Saal arbeiten außerdem mit dem Modell der Flexiblen Grundschule. Die Kinder haben dabei die Möglichkeit, die ersten zwei Schuljahre in einem, zwei oder drei Jahren zu absolvieren. "Die Jahrgangsgemischten Klassen wurden lange als Sparmodell gesehen, das ändert sich aber langsam", so Jörg. Auch die Flexible Grundschule werde sehr gut angenommen.

Mehr Grundschüler, weniger Mittelschüler

Die Zahl der Schulanfänger ist im Vergleich zum Vorjahr ein wenig gesunken: 646 Kinder werden am kommenden Dienstag eingeschult, 17 weniger als 2018. "Das hängt mit dem Einschulungskorridor zusammen", erklärt Jörg. Die Eltern sogenannter Kann-Kinder, die zwischen Juli und September geboren wurden, können damit frei entscheiden, ob ihr Kind sehr jung eingeschult wird oder erst ein Jahr später.

Insgesamt sind in diesem Jahr 2591 in den Rhön-Grabfelder Grundschulen, 40 Kinder und vier Klassen mehr als 2018. Die Zahl der Mittelschüler sinkt leicht: Hier gibt es 29 Kinder und fünf Klassen weniger. In den Grundschulklassen lernen im Schnitt 19,3 Kinder in einer Klasse, in der Mittelschule sind es 19,7.

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