Bad Neustadt

Rhön-Gymnasium: Die "längste Baustelle des Landkreises"

Die Generalsanierung des Bad Neustädter Gymnasiums nähert sich allmählich ihrem Ende. Was bislang alles modernisiert wurde und warum das "Aquarium" nicht mehr orange bleibt.
Am Bad Neustädter Rhön-Gymnasium wird auch Jahre nach dem Start der Generalsanierung noch fleißig gewerkelt. Foto: Christian Hüther

Wenn es darum geht, seine Schulen auf Vordermann und einen modernen Stand zu bringen, lässt sich der Landkreis Rhön-Grabfeld wahrlich nicht lumpen. Für seine Gymnasien hat er ebenso viel Geld in die Hand genommen wie beispielsweise für den aktuellen Neubau der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen, den der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Bischofsheim oder den eines Schülerwohnheimes an der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt. "In Sachen Schullandschaft haben wir mehr als nur unsere Hausaufgaben gemacht", erklärt Kreisbaumeister Herbert Bötsch in einem Gespräch mit dieser Redaktion. Rund 30 Millionen Euro wurden demnach insgesamt in den vergangenen 15 Jahren verbaut. Man befände sich daher "auf einem ganz anderen Stand als beispielsweise Berlin".

Ein großer Anteil dieser Summe geht auf das Konto der "Dauerbaustelle" Rhön-Gymnasium Bad Neustadt - die aktuell "längste Baustelle des Landkreises", wie sie Bötsch nennt. Seit 2006 geben sich dort Arbeiter und Baumaschinen fast durchgehend die Klinke in die Hand. "Der Landkreis hat sich dort großzügig gezeigt", verrät Bötsch. Rund 19 Millionen Euro werden bis 2020 insgesamt für die Bad Neustädter Schule ausgegeben werden, um sie auf einen Top-Stand zu bringen, wie der Kreisbaumeister lobend erwähnt. Das sei teilweise auch schon geschehen - mit neuen Fachräumen, beispielsweise für die Fächer Physik und Chemie. Auch die Digitalisierung schreitet dort immer weiter voran

Neue Mensa und Hochwasserwand

Die ersten Bagger rückten im Jahr 2006 am Gymnasium an. Nachdem der Landkreis die Schule ein Jahr zuvor als Aufwandsträger von der Stadt übernommen hatte und deshalb fortan höhere Fördersätze möglich waren, startete ein erstes Förderprogramm unter anderem mit dem Bau einer eigenen Mensa, nicht weit weg von der dort fließenden Brend. In diesem Zuge wurde auch der Hochwasserschutz angepackt.

Da die Schule immer mehr unter Raumnot litt, starteten im Jahr 2007 die Bauarbeiten für einen Erweiterungsbau. Für rund 3,5 Millionen Euro entstanden insgesamt zwölf neue Klassenräume sowie ein Mehrzweckraum. Diese neuen Räume waren letztendlich auch als "Ausweichplätze" nötig, um die dann folgende großangelegte Generalsanierung der bestehenden Gebäude und der Sporthallen in Angriff nehmen zu können. "Wir wollten die Schüler eben nicht in Container auslagern, das wäre nicht schön gewesen", erklärt Herbert Bötsch.

Aufwändige Planungen für die Generalsanierung. 

Blick auf das eingezäunte "Aquarium" des Gymnasiums, das aktuell saniert wird.  Foto: Christian Hüther

Die Generalsanierung, die 2011 startete und bis heute andauert, erfolgt jeweils geschossweise, was laut Bötsch für alle Beteiligten nicht einfach gewesen sei und bis heute ist. Dazu handele es sich laut des Bauexperten auf der insgesamt recht kleinen Fläche um ein schwieriges Baufeld, was für viel Planungsarbeit im Vorfeld sorgte. Als eigener Bauabschnitt hat 2016 auch der in die Jahre gekommene Sportplatz mit neuem Rasenplatz, Flutlicht, Kunststoffbahn und Sitzmöglichkeiten eine komplette Frischzellenkur erhalten. Das habe sich laut Bötsch nach dem Bau des neuen Hochwasserschutzes auch angeboten.

Ein Blick "hinter Gitter" auf die aktuelle Baustelle im Rhön-Gymnasium. Foto: Christian Hüther

Zurück im Jahr 2019 biegt die "längste Baustelle des Landkreises" nun aber allmählich auf die Zielgerade ein. Bevor die Generalsanierung im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll, geht es aktuell unter anderem dem "Aquarium", wie der bislang orangene Bau von vielen genannt wird, sichtbar auch für den Bad Neustädter Spaziergänger an den Kragen. "Die orangene Farbe wird wegkommen, die war nicht jedermanns Geschmack", gibt Herbert Bötsch zu. Stattdessen habe man gemeinsam mit der Schule das künftige Aussehen geplant - es soll in Einklang mit dem Design der schon realisierten Neubauten stehen. Musik und der IT-Bereich werden dann dort untergebracht, außerdem soll auch der Aula-Bereich vergrößert werden.

Zum Schluss ein neuer Pausenhof

Zu guter Letzt sollen sich die Schüler dann auch auf einem neu gestalteten Pausenhof austoben können. Dann, wenn es im aktuell "zähen Baugeschäft" (Bötsch) keine weiteren Verzögerungen geben sollte, hätte der jahrelange Baulärm am Rhön-Gymnasium vorerst ein Ende. Von der Schule selbst stand für diesen Artikel leider trotz Anfrage kein Verantwortlicher für Baustelleneinblicke und Erfahrungsberichte zur Verfügung.

Auf den ganzen Landkreis bezogen sei man in Sachen moderner Schullandschaft nun für die nächsten zehn Jahre stabil aufgestellt, erklärt Kreisbaumeister Herbert Bötsch abschließend. Weitere Modernisierungspläne, wie beispielsweise die Schaffung von Photovoltaikanlagen, sind aber auch schon angedacht. 

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