RHÖN

Rhön bleibt im Rennen um Nationalpark

Die Entscheidung, dass die Rhön im Auswahlverfahren für den Nationalpark bleibt, ist am Mittwoch im Kabinett gefallen (siehe weitere Berichte in dieser Ausgabe).

Landrat Thomas Habermann begrüßt das. „Wenn in der Rhön neben der Land- und der Forstwirtschaft ein kleiner Teil der Natur sich selbst überlassen werden kann, dann ist das für uns ein Gewinn“, betont er gegenüber dieser Redaktion. Er ist sich sicher, dass dies auch die überwiegende Meinung der hiesigen Bevölkerung sei. Ein Nationalpark würde zudem für die Gemeinden Entwicklungspotenzial bedeuten, die aufgrund ihrer dezentralen Lage nicht so sehr vom allgemeinen Aufschwung begünstigt sein können.

Die neue Gebietskulisse hält der Landrat für sehr geeignet, auch deshalb, weil sich die Mehrheit der möglichen angrenzenden Gemeinden positiv für den weiteren Dialog ausgesprochen habe. Zudem sei es sinnvoll, länderübergreifend zu denken. Ganz wesentlich sei, dass nach wie vor Staatswald für einen Nationalpark herangezogen werde.

Zeitdruck weg

Sein Kollege Thomas Bold aus Bad Kissingen zeigt sich erleichtert, dass der Zeitdruck weg ist. „Nicht alle Kommunen konnten sich bis Mitte Juli festlegen“, sagt Bold. Dass es eine neue Gebietskulisse mit Hessen geben soll, sieht er positiv. Sollte sich die Gebietskulisse für den zu planenden Nationalpark eher an der Ländergrenze zu Hessen erstrecken, sei durchaus vorstellbar, dass anderswo aus dem bestehenden Entwurf Flächen wegfallen, so Bold.

Dass Teile des Truppenübungsplatzes Wildflecken jetzt für einen Nationalpark ins Gespräch kommen, hält Bold gerade im Hinblick auf eine Zusammenarbeit mit Hessen für sinnvoll. Der überwiegende Teil der Kernzone des Biosphärenreservats auf dem Übungsplatz liege mit gut 700 Hektar in Hessen und gerade die könnten einbezogen werden.

Sandro Kirchner: Er ist froh, dass der Zeitdruck erst mal weg ist. Erfreulich ist für ihn, dass man sich in der Ministerrunde offensichtlich Gedanken machte, wie die jeweilige Situation vor Ort ist, und dass es stets differenzierte Wahrnehmungen zu diesem Thema gibt, sagt Kirchner in Bezug auf die Entscheidung, eine neue Gebietskulisse zu entwerfen, an der diesmal auch das Forstministerium mitwirken soll. Nun gelte es, die neue Gebietskulisse in Abstimmung mit den Hessen zu prüfen. „Es sollte kein Ad-hoc-Schuss werden.“

Zudem müsse man gleich Ängste bei der Bundeswehr nehmen, denn was mögliche Nationalpark-Flächen aus dem Truppenübungsplatz angeht, ist für Kirchner klar: „Es geht nur um die Kernzone.“

Entwicklung kritisch begleiten

Die Kreisvorsitzende des bayerischen Gemeindetags, Oberelsbachs Bürgermeisterin Birgit Erb, ist zufrieden mit der Entscheidung. Damit sei Zeit gewonnen worden, das Thema inhaltlich weiter zu bearbeiten, wie sie das schon beim Besuch im Umweltministerium in der vergangenen Woche angeregt habe. Die Region benötige einfach mehr Zeit. „Das ist nun notwendiger denn, da ja die Gebietskulisse verändert werden soll“, betont Erb.

Auch Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert freut sich über die Entscheidung. „Wir in Bischofsheim haben uns für den Eintritt in die Konzeptphase ausgesprochen. Aus unserer Sicht ist das sehr positiv.“ Für Seiffert ist es aber auch wichtig, zu betonen, dass die weitere Entwicklung kritisch zu begleiten sei.

Auch dem Thema eines Nationalparks mit Hessen steht er offen gegenüber. „Das ist nun natürlich eine neue Situation, die wir auch offen und konstruktiv begleiten werden.“ Natürlich müsse auch geprüft werden, welche Auswirkungen es für Bischofsheim habe, ob und welche Bereiche betroffen wären und wie die Spielregeln aussehen.

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