Bad Neustadt

Rhöner Tourismus im Klimawandel: Was tun ohne Schnee?

Und wieder gab es keinen Schnee in der Rhön während der Weihnachtsferien. Welche Auswirkungen hat das auf den Tourismus in Rhön-Grabfeld?
Auch ohne Schnee echte Hingucker: die Naturschönheiten der Rhön. Foto: Sonja Demmler

Weit und breit kaum Schnee in der bayerischen Rhön. Die Lifte stehen still. Nur auf der Wasserkuppe in Hessen konnte man ab dem Silvestertag Ski fahren, am Märchenwiesenlift und am Lift im Gebiet Zauberteppich. Allerdings mussten die Skifahrer dort mit Kunstschnee Vorlieb nehmen. Naturschnee gab's auch auf der Wasserkuppe nicht.

Bleiben angesichts des Schneemangels nicht nur die Tagesausflügler weg, die zum Skifahren in die Rhön kommen, sondern auch die anderen Urlauber? "Nein", sagt Bischofsheims Tourismusreferent Gerhard Nägler. Exakte Zahlen hat er noch nicht parat, aber angesichts der Tatsache, dass die Mitarbeiterinnen der Tourist-Info in Bischofsheim gut beschäftigt waren, geht er davon aus, dass die Auslastung der Übernachtungsbetriebe über die Ferien ebenfalls gut war.

Sahnehäubchen macht sich rar

Urlauber, die nach Bischofsheim kommen, sind nicht auf Wintersport fixiert. Es handelt sich nach Näglers Erfahrung um Stammgäste, die durchaus wissen, dass sie keinen Schnee zu erwarten haben. Sie wandern, genießen die Natur, suchen Erholung und nutzen das Betreuungsprogramm, das die Tourist-Info seit 17 Jahren anbietet. Das sind Konzerte, Kabarett und eine Stadtführung. Die Konzerte im Rentamt, auf dem Kreuzberg und in den Christlichen Gästehäusern in den vergangenen Tagen waren allesamt gut besucht.

Für diese Gäste ist "Schnee das Sahnehäubchen" ihres Urlaubs, sagt Nägler. Dieses Sahnehäubchen hat sich in den letzten Jahren durchaus rar gemacht. In den vergangenen zehn Jahren gab es exakt ein einziges Mal Schnee über Weihnachten, erinnert sich der Tourismusreferent.

Erholung und Wellness

Ausgelastet war auch das Bio-Hotel Sturm in Mellrichstadt. "Die Gäste kommen wegen unseres Konzepts und entdecken dann die Rhön", sagt Chef Matthias Schulze Dieckhoff.  Die Gäste des Bio-Hotels seien Erholungssuchende, die gerne das Wellness-Angebot des Hauses annehmen und es sich gut gehen lassen. "Wir sind das Tor zur Hochrhön", erklärt Schulze Dieckhoff. Die Rhön und ihre Schönheit entdecken seine Gäste bei Wanderungen, Mountainbike-Touren oder Ausflügen. Er ist sich sicher, seine Gäste kommen nicht wegen des Schnees, "das erwartet niemand". 

Ausgebucht war auch das Rhön Park Hotel in Roth während der Ferienzeit, berichtet Geschäftsführer Ben Baars. Wenn Schnee liegt, sei das eine gute Sache. Aber auch ohne den Schnee würde den Gästen nicht langweilig angesichts des Animations- und Sportprogramms. 

Wintersport bleibt ein Thema

Trotz des Schneemangels bleibt der Wintersport ein Tourismus-Thema in der Rhön, bestätigt Kathrin Kupka-Hahn, Pressesprecherin der Rhön GmbH. Schon alleine wegen der vielen Tagestouristen, die gerne in der Rhön Ski fahren oder auf den Langlauf-Loipen unterwegs sind. Ihr ist schon klar, dass Menschen, die einen Skiurlaub im Voraus buchen, andere, schneesichere Destinationen wählen. "Aber", sagt sie, "wir haben so viele andere schöne Sachen, mit denen die Rhön punkten kann", und verweist auf das attraktive Netz an Winterwanderwegen und auf die Sternenwanderungen. Touristen, die Urlaub in der Rhön machen, suchen ihrer Erfahrung nach Ruhe und das Ursprüngliche in der Natur. Das könne man auf Wandertouren durch die Rhön wunderbar erleben.

Auf das Bedürfnis der Urlauber, im Urlaub Entspannung zu finden, hätten sich viele Hotels mit Wellness- und Spa-Angeboten eingerichtet. "Die lassen sich immer etwas Neues einfallen", lobt Kupka-Hahn. 

Für den Fall der Fälle, dass es doch noch schneien sollte, hat sie eine Telefonnummer parat: Unter 0800/9719773 kann man die aktuellen Schneehöhen abfragen und erfahren, welche Lifte offen sind. 

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