Rödelmaier

Rödelmaier: "Hundeführerschein" fordert nicht nur das Tier

Mit dem Prüfer im 'Schlepptau' waren die Hundebesitzer und ihre Vierbeiner unterwegs. Wie hier Petra Schröder mit ihrem Mischling 'Scotty'.
Mit dem Prüfer im "Schlepptau" waren die Hundebesitzer und ihre Vierbeiner unterwegs. Wie hier Petra Schröder mit ihrem Mischling "Scotty". Foto: Hanns Friedrich

Vielleicht hat der eine oder andere am Wochenende in Rödelmaier, Bad Neustadt oder Bastheim eine Gruppe mit Hunden gesehen und sich gewundert. Es ging um eine Hundeprüfung der Stufe III, das ist die höchste und schwerste der Prüfungen für die Vierbeiner. Die Hundebesitzer wurden vom  Prüfer Günter Klein vom Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen begleitet. Mit dabei auch Andreas Pfister von der Hundeschule canisteam (Rödelmaier). Er hatte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einem zehnwöchigen Vorbereitungskurs vorbereitet. Eine oft nicht ganz leichte Aufgabe für die Hundebesitzer und ihre Schützlinge. Denn da musste einiges gelernt werden.

Die Prüfung nahm jeweils einen ganzen Tag in Anspruch. Umso glücklicher waren alle Teilnehmer über das herausragende Ergebnis der Prüfung, das am Ende des Tages bekanntgegeben wurde. Immerhin hatten alle die Stufe III, also die höchste Hundeprüfung, in der viele Übungen ohne Leine gezeigt werden mussten, abgelegt.

Testen der Halter-Hund-Beziehung

"Sitz.... bleib... Komm... Platz..  fein gemacht...", so hörte man es immer wieder und wer genau hinschaute, der sah auch die stolzen Blicke der Hundebesitzerinnen und Besitzer, wenn der Vierbeiner gehorchte. Ziel der Prüfung war es festzustellen, ob sich das Halter-Hund-Team ohne Belästigung und Gefährdung Dritter in der Öffentlichkeit bewegen kann.

Hier ging es also darum, dass das Tier "bei Fuß" ging und an anderen Menschen vorbei, ohne diese zu beachten. Kriterien für diese Bewertung waren die Sachkunde des Halters, sein praktischer Umgang mit dem Hund sowie der Erziehungsstand des Hundes, sagte Andreas Pfister im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine solche Prüfung besteht aus drei Teilbereichen: Da geht es um das theoretische Wissen des Halters, um die Beziehung zwischen Halter und Hund und letztendlich auch um das Überprüfen von Halter und Hund in alltäglichen Situationen.

Prüfung in für Hund unbekannter Umgebung

Wichtig für die Prüfer war es, dass die Abnahme in einer Gegend durchgeführt wurde, die der Hund nicht von vorneherein kannte. Ideal dafür war zum einen ein Außenbereich auf einem Feldweg bei Rödelmaier und der Stadtbereich von Bad Neustadt. Dies auch deshalb, weil hier verschiedene Gerüche auf den Hund einwirkten, aber auch zahlreiche Menschen und andere fremde Hunde unterwegs waren. Doch zuvor gab es für die Herrchen und Frauchen eine theoretische Prüfung. Dabei wurden Entwicklungsgeschichte, Domestikation, Hundeverhalten und Kommunikation sowie das Thema "Der Hundehalter in der Öffentlichkeit" abgefragt. Hinzu kamen Rechtsfragen, der Bereich Kynologie und einiges mehr.

Aufzug fahren als besondere Herausforderung

Übrigens mussten 80 Prozent dieser Fragen richtig beantwortet sein, um die praktische Prüfung ablegen zu dürfen. Auf die Hunde kam dabei einiges zu, denn sie mussten zeigen, was sie in den vergangenen Wochen gelernt hatten. Da ging es um Gehorsamsübungen wie beispielsweise sitz, steh, platz, bleib, Abliegen, Gehen an lockerer Leine oder kommen auf Ruf. Die Hundehalter selbst mussten den Fixiergriff kennen, um bei ihren Vierbeinern Zähne und Pfoten untersuchen zu können. Dieser ist bei Tierarztbesuchen wichtig. Hinzu kam das korrekte Anlegen des Maulkorbs, wobei der Hund dies tolerieren musste, oder auch das Auslesen eines Chips. Ernst wurde es, als die Tiere mit Jogger, spielenden Kindern, Kinderwagen und Rollerfahrern zusammentrafen.

Wie reagiert mein Hund, wenn Nordic-Walking-Läufer mit Stecken auf ihn zukommen?  Wie ist es, wenn eine fremde Person mich  anspricht, Kinder vorbei fahren und auch ein Radler auftaucht? Oftmals bange Fragen der Hundebesitzer, wenn es zur Prüfung ging. In Bad Neustadt gab es weitere ungewöhnliche, aber wichtige Prüfungen, wie Aufzug fahren oder mit einem öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs sein. Ja, sogar ein Lokal wurde besucht, um zu sehen, wie der Hund hier auf viele Menschen reagiert.

Alle bestanden die anspruchsvolle Prüfung

Letztendlich hieß es aber: "Prüfung bestanden". Die Glückwünsche des Prüfers Günter Klein gingen an: Isabel Gessner mit Golden Retriever Hündin "Cora" aus Großeibstadt, Stephanie Ziegler mit Mischling "Bruno" aus Schönau, Beatrix Schädlich mit Cockerrüden "Pedro" aus Münnerstadt, Heidi Pötzl mit Magyar Viszla Rüden "Rufus" aus Großbardorf und Petra Schröder mit Mischling "Scotty" aus Wülfershausen.

Wer Interesse hat: Vorbereitungskurse zum Hundeführerschein bietet die Hundeschule canisteam an. Zehn Wochen dauert solch ein Kurs. Das sind zehn Mal 45 Minuten, die der Hundbesitzer investieren sollte.  Anmeldung über die Homepage www.canisteam.com. Ansprechpartner ist Hundetrainer Andreas Pfister.

Bestanden hieß es hier und Isabel Gessner war mit ihrer Hündin 'Cora' natürlich glücklich.
Bestanden hieß es hier und Isabel Gessner war mit ihrer Hündin "Cora" natürlich glücklich. Foto: Hanns Friedrich
Kommandos beherrschen hieß es bei der Hundeprüfung in Rödelmaier.
Kommandos beherrschen hieß es bei der Hundeprüfung in Rödelmaier. Foto: Hanns Friedrich

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