ROßRIETH

Roßrieth schrumpft weiter

Drei Bürgermeister, fünf Stadträte und zwei Vertreter von Mellrichstadts Verwaltung waren bei der Bürgerversammlung in Roßrieth am vergangenen Freitag dabei. Das nahm Roßrieths Ortssprecher Kurt Leeb mit Freude zur Kenntnis, als er die Versammlung im Dorfgemeinschaftshaus eröffnete. Nach dem gemeinsamen Gedenken für zwei im vergangenen Jahr verstorbene Mitbürgerinnen hielt der Ortssprecher seinen Bericht, mit einem Ausblick auf 2017.

Eine Arbeit, zum großen Teil in Eigenleistung erledigt, war 2016 unter anderem der Ausbau des Feuerwehr-Hauses. Weitere Arbeiten waren die Umgestaltung der Außenanlage um das Dorfgemeinschaftshaus und die Tünchnerarbeiten in dessen Hausflur. Er berichtete auch, dass die Geschwindigkeitsmessungen an den Ortseingängen teilweise bedenkliche Ergebnisse gebracht hatten. Für dieses Jahr sind Arbeiten am Friedhofseingang vorgesehen, ebenso die Instandsetzung des Dachs des Dorfgemeinschaftshauses und die Reinigung des Rückhaltebeckens, das vor Hochwasser schützen soll.

Roßriether sparten der Stadt Geld

Bürgermeister Streit bedankte sich bei Leeb, dass er sich trotz gesundheitlicher Probleme so intensiv für seine Gemeinde eingesetzt hat. Streit erkannte auch an, dass die in Eigenleistung ausgeführten Arbeiten der Stadt viel Geld erspart hatten. Zu den Geschwindigkeitsmessungen in Roßrieth lieferte er einige Zahlen: 641 Fahrzeuge waren erfasst worden, 60 davon bei Nacht; mehr als die Hälfte hielt die vorgeschriebene Geschwindigkeit nicht ein.

Viele Details sprach der Bürgermeister dann zur Gesamtstadt an. Doch auch zu Roßrieth machte er Angaben, vor allem zur Bevölkerungsentwicklung. Während die Gesamtstadt dank der Flüchtlinge und Asylsuchenden einen Zuwachs auf 5672 Einwohner verzeichnen konnte, war die Zahl der Einwohner von Roßrieth in den vergangenen zehn Jahren um 22 Prozent auf jetzt 54 Bürger geschrumpft. „Auf diese Entwicklung gilt es sich einzustellen“, sagte Streit, und dachte in diesem Zusammenhang auch an Wohnungsförderungen in den Ortskernen.

Aktuelle Zahlen ergaben acht Anmeldungen und drei Abmeldungen für Roßrieth. Im selben Zeitraum gab es zwei Todesfälle, aber keine Geburten – eine Tendenz, die ähnlich in den anderen Ortsteilen zu beobachten ist. Vergleichbar zu anderen Ortsteilen ist auch in Roßrieth die Altersstruktur: Die größte Altersgruppe ist die der 41- bis 65-Jährigen (22 Personen), gefolgt von den 19- bis 40-Jährigen (15 Personen). Dritte Gruppe ist die der Senioren (66 bis 80 Jahre alt, 10 Personen). Nur vier Personen sind 18 Jahre alt oder jünger. Drei Personen sind 81 Jahre alt oder älter.

SuedLink-Trasse möglich

Zur Stromtrassenführung von SuedLink gab Streit ausführliche Erklärungen, mit dem Gesamttenor, dass eine bei Roßrieth vorbeiführende Trasse grundsätzlich möglich sei. Zurzeit sei aber noch nichts entschieden. Er ging auch auf die Erhöhung der Grundsteuer A um 5 Euro pro Hektar Grundbesitz ein. Dieses Geld wird erhoben, um den Wegebau in Flur und Wald finanzieren zu helfen. Roßrieth ist mit fast 220 Hektar betroffen, was ein vermehrtes Steueraufkommen von fast 1100 Euro bedeutet.

Der Bürgermeister konnte den Roßriethern in Aussicht stellen, dass sie noch im ersten Halbjahr 2017 mit 50 MBit an das schnelle Internet angeschlossen werden. Der 2. Bürgermeister Thomas Dietz hat deswegen mit der Telekom mehrere Gespräche geführt. Streit informierte des Weiteren, dass das Amt für Ländliche Entwicklung bezüglich des Rückhaltebeckens selbstständig agiert habe. Ein wasserwirtschaftliches Gutachten unter Einbeziehung von Roßrieth und Mühlfeld werde erstellt, Fördergelder fließen, wenn klar ist, woher das Hochwasser im Katastrophenfall kommt. Streit versprach, dass die Ergebnisse der Dachuntersuchung am Dorfgemeinschaftshaus auch im Bauausschuss der Stadt erörtert werden.

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