Sandberg

Sandbergs Weg zur altersgerechten Gemeinde

Sandbergs Bürgermeisterin Sonja Reubelt lädt am kommenden Samstag, 18. Mai, zum Aktionstag 'Mobil im Alter' nach Sandberg ein.
Sandbergs Bürgermeisterin Sonja Reubelt lädt am kommenden Samstag, 18. Mai, zum Aktionstag "Mobil im Alter" nach Sandberg ein. Foto: Marion Eckert

Eine aktive Seniorenpolitik ist einer der Schwerpunkte der Gemeinde Sandberg. Bürgermeisterin Sonja Reubelt lädt daher gemeinsam mit der Kreuzbergallianz am Samstag, 18. Mai, zu einem Aktionstag "Mobil im Alter" ein. In einem Pressegespräch erläuterte sie nicht nur die Inhalte der Veranstaltung, sondern auch die Hintergründe für den Schwerpunkt "Seniorenpolitik".

Die Bürgermeisterin verwies auf den demografischen Wandel und den zunehmenden Anteil der Menschen über 60 Jahre. In den Walddörfern liege der Anteil derzeit bei 30,19 Prozent.  Und die Prognosen zeigten, dass der Anteil der Älteren weiter steigen werde. "Wir stehen vor der großen Herausforderung, den Bedürfnissen der zunehmenden Anzahl an älteren Bürger gerecht zu werden", beschreibt die Bürgermeisterin die Verpflichtung, die Infrastruktur und die Versorgungsleistungen für die ältere Bevölkerung zu verbessern.

Erster Workshop

So gab es im November 2018 einen ersten Experten- und Bürgerworkshop, in dem die Ist-Situation aufgezeigt und drei konkrete Schwerpunkte erarbeitet wurden. Die Bürgermeisterin fasst zusammen: "An erster Stelle steht die Schaffung einer Einrichtung/Tagespflege in Sandberg, gefolgt von der Verbesserung der Mobilität durch Organisationen von Fahrdiensten beziehungsweise die Anschaffung eine Bürgerbusses sowie die Einführung eines gemeindlichen "Kümmerers".

Beim Workshop sei festgestellt worden, dass Treffpunkte für Senioren fehlen. Es gebe kein Café, keine Gastwirtschaft. Als gut wurden die Seniorennachmittage bewertet.  Gewünscht wurden mehr Angebote mit Aktivitäten, die vielfältiger sein müssten. "Jüngere Senioren fühlen sich allein von Kaffeenachmittagen nicht angesprochen", so Reubelt. Es werde auch Bedarf für Mittagessenangebote für ältere Personen gesehen, da es keine Gastwirtschaft oder andere Anbieter im Ort gebe.  "Solche Ortsteilübergreifenden Aktivitäten und Angebote sollten durch einen zentralen Koordinator gebündelt und organisiert werden. Dies sei ehrenamtlich nicht mehr zu leisten. Es herrschte die einhellige Meinung, dass hierfür die Gemeinde zuständig sei und dies auch Geld koste.

Keine Nachfrage nach Alters-WG

Ebenso deutlich wurde, dass sich die Bürger eine Betreuungsmöglichkeit in Sandberg wünschen, um in der Heimat bleiben zu können, wenn ein Wohnen in den eigenen vier Wänden nicht mehr gegeben sei. "Die Vorstellung einer Alters-WG ist allerdings nicht gut angekommen. Auch der Umzug in ein Pflegeheim wurde als absolute Notlösung gesehen", berichtete Reubelt.  Ein Gemeindekonzept müsse aber auch Wohnalternativen wie ein Mehrgenerationenwohnprojekt beinhalten. "Zu den Möglichkeiten der Tagespflege und des Starts von Pflegeentlastungsnachmittagen ist die Kooperation mit der Sozialstation St. Laurentius in Bad Neustadt angedacht. Darüber hinaus hat die Gemeinde mit der Standortsuche für eine Begegnungsstätte begonnen."

Um die Mobilität in den Walddörfern auch für ältere Menschen zu gewährleisten, soll die Anschaffung eines Bürgerbusses in Angriff genommen werden. Wie Reubelt betonte aber nur als "Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr, um Fahrdienste zu Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, Veranstaltungen, Gottesdiensten zu übernehmen." Die Lebensqualität in Sandberg sei von den Bürgern in dem Workshop als sehr hoch eingeschätzt worden, solange man über ein Auto verfüge. Ohne eigenes Fahrzeug nehme die Lebensqualität und die damit verbundene Teilhabe am Gemeindeleben rapide ab. Dem soll durch einen Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern begegnet werden.

Förderantrag für den Kümmerer

Der "Kümmerer" haben die Aufgabe, ein Team von ehrenamtlichen Fahrern für den Bürgerbus zusammen zu stellen und die Fahrdienste zu organisieren. Er soll zudem eine allgemeine Anlaufstelle zu allen Themen des Älterwerdens sein, Beratungsangebote vermitteln und bei der Hilfe nach den richtigen Beratungsstellen behilflich sein. Außerdem falle die Koordination von Veranstaltungen, Terminen und Vorträgen in sein Aufgabenfeld.  Um für den Kümmerer, der derzeit "Quartiersmanager" genannt wird, die Finanzierung stemmen zu können, wurde ein Förderantrag  an das Bayerische Sozialministerium gestellt.

Aktionstag Mobil im Alter
Um im Alter, wenn das eigene Auto keine Selbstverständlichkeit mehr ist, mobil zu bleiben und am Gemeindeleben teilzunehmen, lädt die Gemeinde Sandberg mit der Kreuzbergallianz am Samstag, 18. Mai, von 14 bis 18 Uhr zum Aktionstag "Mobil im Alter" ein. Los geht es um 14.30 Uhr mit einem Vortrag von Ronald Ziegler (ÖPNV-Beauftragter des Landkreises) zum Kreuzbergbus und den Möglichkeiten der Mobilität mit öffentlichem Nahverkehr. So gibt es am Veranstaltungstag das Angebot eines kostenlosen Bustransfers aus den Gemeinden der Kreuzbergallianz nach Sandberg. Die Ankunft ist für 14 bis 14.15 Uhr vorgesehen, die Rückfahrt ab 17.30 Uhr.  "Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, mit dem Bus zu fahren und dass dies zudem noch sehr bequem ist."
Ab 15 Uhr wird es mit Edgar Kast ein Rollatorentraining mit Parcours geben. Der frühere Polizeibeamte möchte Senioren dabei unterstützen mit dem Rollator richtig umzugehen und gibt praktische Tipps, auch zu Fragen wie mit einem Rollator ein Bus benutzt werden könne. Ein Vortrag zum Thema "Barrierefreies Bauen" findet um 16 Uhr statt. Hier wird Sandbergs Bürgermeisterin gemeinsam mit Architekt Andreas Unser (Schwebheim) über Fördermöglichkeiten wie den Beratungsgutschein der Allianz aufklären. Außerdem gibt es verschiedene Infostände. Der Frauenbund Waldberg und der Jugendraum Waldberg sorgen für das leibliche Wohl. Der Tag endet ab 18 Uhr mit  dem Seniorenspielfilm "Und wenn wir alle zusammenziehen?"

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