BISCHOFSHEIM

Schneekanonen in der Rhön wieder abgestellt

Mit großen Aufwand wurde in den vergangenen Tagen das Seil am Arnsberg-I-Lift nach einem Blitzschlag ausgewechselt. Foto: Felix Adrian

Dass ihre Anlagen an den besonders lukrativen Tagen in den Weihnachtsferien und an Fasching laufen können, hoffen die Rhöner Liftbetreiber zu Beginn jeder Wintersaison. Schließlich sind die Vorbereitungen alljährlich im Herbst recht arbeitsintensiv und der Unterhalt der Anlagen nicht gerade billig.

Doch warme Temperaturen haben ihnen und den Skifahrern da in den vergangenen Jahren mehrfach einen Strich durch die Rechnung gemacht. Und auch zu Beginn dieser Saison sind die Wetterprognosen für die Liftebetreiber eher ungünstig. Plusgrade und Regen statt Frost und Schnee werden heuer wieder für die Weihnachtstage vorhergesagt. Da dürfte die eh schon dünne Schneedecke wegschmelzen. Auch wenn das ihre Stimmung etwas dämpft, starten die Liftbetreiber doch mit Optimismus in den Winter.

Schwierige Bedingungen

„Na klar hab ich Lust, weiterzumachen“, antwortet der Betreiber der Kreuzberglifte, Thomas Fuß, fast schon aufgebracht auf die Frage, ob ihm die schwierigen Bedingungen nicht den Spaß an der Arbeit verdorben hätten. Dass man in keinem Jahr wisse, was auf einen zukommt, sei eben so, erklärt er. „Aber das ist mein Lebenswerk“, so der langjährige Betreiber von Rothhang-, Blick- und Dreitannenlift. Dabei sind am Kreuzberg die Bedingungen besonders schwierig, da es hier keine Beschneiungsanlagen gibt und Fuß vollständig auf die Witterung angewiesen ist.

Das ist wenige Kilometer weiter an den Arnsbergliften etwas anders. Hier können die Schneekanonen zwar nicht zur „Grundbeschneiung“, aber immerhin zur Verbesserung der Pistenverhältnisse eingesetzt werden, wie Seniorchef Gustav Schrenk erklärt. Die Investitionen für eine komplette Beschneiung der Pisten hält er für nicht rentabel. Stattdessen setzt er lieber auf das Sommergeschäft mit Mountainbikern. Die ersten dazu Naturschutz-Gutachten erwartet er zum Jahresende, im Spätsommer 2019 könnte dann vielleicht schon eine Downhill-Anlage am Arnsberg den Betrieb aufnehmen.

Blitzschlag ins Liftseil

Dazu kommt, dass in diesem Jahr die Unterhaltungskosten besonders hoch waren. Im August hat ein Blitzschlag das Liftseil am Arnsberg-I-Lift so beschädigt, dass es ausgetauscht werden musste. 2600 Meter lang und 20 Millimeter dick ist das neue Seil und kostet so viel wie ein „schicker Mittelklassewagen“, so Schrenk. In diesen Tagen würden die Vorbereitungen abgeschlossen, sodass eventuell noch vor Weihnachten die Bügel eingehängt werden können.

Auch wenn gerade fünf bis sechs Zentimeter Schnee die Piste bedecken, glaubt Schrenk wie sein Liftnachbar Fuß, dass um Weihnachten wegen des vorhergesagten Wärmeeinbruchs noch kein Liftbetrieb in der Rhön möglich sein dürfte. Wie es dann weitergeht, lasse sich jetzt einfach nicht sagen, sind sich beide ebenfalls einig.

Wenig Wasser in der Reservoires

Ob die Kälte dann zum Jahreswechsel wiederkommt, weiß auch Martin Kirchner nicht. Dennoch geht der Betriebsleiter der Ski- und Rodelarena auf der Wasserkuppe mit Optimismus in die neue Wintersaison. Und das, obwohl die Aussichten zunächst recht ungünstig waren. Aufgrund des extrem trockenen Sommers konnten die Wasserreservoires für die Beschneiung nicht aufgefüllt werden. Während in normalen Jahren der Vorrat reicht, alle Pisten mit Kunstschnee zu versorgen, würde der Wasservorrat aktuell wohl nur für eine Strecke ausreichen.

In den vergangenen Tagen sind die Schneekanonen auf der Wasserkuppe und dem nahem Zuckerfeldlift auch gelaufen. Der Märchenwiesenlift sei zu Dreivierteln beschneit gewesen, dann hätten die Schneekanonen wieder abgestellt werden müssen, bedauert der Betriebsleiter auf der Wasserkuppe. Kunstschnee, so Kirchner, könne erst ab einer Temperatur von Minus drei Grad produziert werden.

Temperaturen wieder im Plus

Am Sonntagnachmittag seien die Temperaturen aber über diese Marke gestiegen. Er geht nun davon aus, dass an Weihnachten wenigstens der Anfängerlift „Zauberteppich“ in Betrieb ist. Ansonsten könnten Besucher die Wasserkuppe ja auf dem neuen Rhönbob genießen.

Den Rhöner Liftbetreibern bleibt die Hoffnung, dass zum Jahreswechsel ein Wetterumschwung wieder Kälte und Schnee bringt. Martin Kirchner: „Wenn die Bedingungen passen, brauchen wir zwei Tage, dann laufen die Lifte!“

2600 Meter lang und 20 Millimeter dick ist das neue Seil am Arnsberglift. In diesen Tagen sollen die Gehänge angebracht werden. Foto: Felix Adrian
Mit der Flex wurde das alte Liftseil durchtrennt, anschließend an seinem Ende das neue Seil befestigt und eingezogen. Foto Felix Adrian Foto: Felix Adrian
In den vergangenen Tagen produzierten die Schneekanonen auf der Wasserkuppe Kunstschnee. Wegen zu warmer Temperaturen mussten sie Inzwischen wieder abgestellt werden. Foto: Sonja Demmler

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