Bad Neustadt

Schwere Urteilsfindung: Wer prügelte wen in der Silvesternacht?

Was geschah in der Silvesternacht? Am Amtsgericht in Bad Neustadt sollte jetzt geklärt werden, ob drei junge Männer einen Gleichaltrigen verprügelt haben.
Was geschah in der Silvesternacht? Am Amtsgericht in Bad Neustadt sollte jetzt geklärt werden, ob drei junge Männer einen Gleichaltrigen verprügelt haben. Foto: Christopher Schulz

Drei Angeklagte standen gemeinsam vor dem Bad Neustädter Richter und mussten sich wegen Körperverletzung verantworten. Ihnen wurde vorgeworfen, in der Nacht zum Wechsel ins Jahr 2019 gemeinsam einen jungen Mann aus Hessen in einer Stadt im nördlichen Landkreis misshandelt zu haben. Und wie es bei Schlägereien häufig der Fall ist, bei denen auch Alkohol eine Rolle spielt, erwies sich die Wahrheitsfindung als schwer möglich.       

Auch durch die Aussagen mehrerer Zeugen und Beteiligter konnten die genauen Zusammenhänge der Auseinandersetzung in der Silvesternacht nicht geklärt werden. Die drei Angeklagten im Alter von 24 bis 26 Jahre jedenfalls sollen dem Opfer durch Schläge und Tritte Verletzungen zugefügt haben, die der Geschädigte nun allerdings selbst nicht als besonders gravierend beschrieb.

Drei Aufeinandertreffen

Nach Schilderung eines Beschuldigten feierte das Trio zunächst am Marktplatz und dann an einem Jugendtreff. Dort habe er im Außenbereich Cannabisgeruch festgestellt und den vermeintlich Verantwortlichen – das spätere Opfer – zur Rede gestellt. Der sei daraufhin beleidigend und aggressiv geworden. Und sei verschwunden, nachdem sich die Lage beruhigt hatte. Kurze Zeit später, so der Angeklagte, habe er den ihm unbekannten jungen Mann am Marktplatz zufällig wieder gefunden. Dieser sei auf ihn losgegangen, habe ihn unvermittelt ins Gesicht geschlagen und sei wieder verschwunden.

Im Jugendtreff habe er vergeblich versucht, die Identität des etwa Gleichaltrigen herauszufinden, damit er ihn anzeigen kann. Wiederum eine Zeit später seien sie zu dritt durch die Stadt gelaufen und hätten dabei den angeblichen Schläger erneut entdeckt. Bei dem Versuch, ihn zur Rede zu stellen, sei der wieder auf ihn losgegangen und habe ihn schlagen wollen, beteuerte der Angeklagte. Daraufhin sei es zu einer Rangelei gekommen, in deren Verlauf sie beide zu Boden gegangen seien. Geschlagen habe er den Geschädigten jedoch nicht.    

Später sei die Polizei im Jugendtreff erschienen und habe ihn mit der Anschuldigung konfrontiert. Dabei habe er doch die Verletzungen und später berufliche Nachteile erlitten, wie der Angeklagte nun in der Verhandlung klagte. Die beiden Mitangeklagten waren erst beim dritten Aufeinandertreffen dabei und bestätigten weitgehend die Angaben ihres Freundes.

Belastende Zeugenaussage

Der Geschädigte machte gegenüber dem Richter diffuse Angaben und hatte wegen eines damaligen starken Alkoholkonsums deutliche Erinnerungslücken. Er beteuerte jedoch, dass er bei dem dritten Zusammentreffen angegriffen worden sei. Er könne allerdings nicht ausschließen, dass er bei der Begegnung zuvor einen der Angeklagten geschlagen habe. Während der Verhandlung konnte er niemanden als Angreifer identifizieren.

Ein Zeuge, der mit dem Vorgängen ansonsten nichts zu tun hatte und auch das Opfer nicht kannte, machte jedoch eine recht detaillierte Aussage, die die drei Angeklagten erheblich belastete. Danach hätten die drei Angeklagten auf den Geschädigten eingeschlagen.

Letztendlich konnten aber die Umstände des Vorfalls nicht ganz geklärt werden, zudem legte auch der Geschädigte keinen Wert auf eine Verurteilung. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft stellte das Gericht daher das Verfahren gegen Zahlung von jeweils 1000 Euro ein.

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