Bastheim

Singspiel "Der Schlüssel zum Himmel" in der Bastheimer Pfarrkirche

Alle Akteure präsentierten sich nach der Aufführung des Musicals "Der Schlüssel zum Himmel" zum Schlussapplaus in der Sankt-Sebastian-Pfarrkirche in Bastheim. Foto: Klaus-Dieter Hahn

Sie sangen sich in die Herzen, aber auch in das Gewissen der Erwachsenen – die Mädchen und Jungen der Bastheimer KiTa "Kinderland" und des Schülerhortes. Mit ihrem bezaubernden Musical über das Leben der Heilige Elisabeth von Thüringen erinnerten sie daran, was wirklich im Leben zählt: Nicht der pure Egoismus, nicht das Streben nach Reichtum und Erfolg, sondern der Glaube und die Liebe, die Mitmenschlichkeit und Fürsorge gegenüber Armen, Kranken und Schwachen. Tief beeindruckt und ergriffen, aber auch wunderbar beglückt verließen die Besucher die Sankt-Sebastian-Pfarrkirche nach einem Familienwortgottesdienst, in dessen Mittelpunkt eben dieses Singspiel gestanden war.

Dass es ein ganz außergewöhnlicher und besonderer Sonntagsgottesdienst werden würde, war schon beim Eintritt ins Gotteshaus zu erahnen. Der Altar war hinter dicken Burgmauern verschwunden und der Ambo in einem Turm der Burg untergebracht. Bauern, Ritter, Burgfräulein, Mägde und Knechte beherrschten das Bild, das die vielen Besucher in das 13. Jahrhundert zurückversetzte. Musikalisch von Uschi und Alexander Fries begleitet, begrüßten die KiTa-Kinder und leiteten über zu dem Stück, das den Titel "Der Schlüssel zum Himmel" trug.

Nächstenliebe der Heilige Elisabeth ist tief beeindruckend

Voller Hingabe und ohne erkennbares Lampenfieber angesichts des voll besetzten Kirchenschiffes spielten die Mädchen und Jungen des Schülerhortes unter Leitung von Margit Barthelmes das Leben der Heilige Elisabeth nach, die als blutjunge ungarische Prinzessin bereits dem ältesten Sohn des Landgrafen-Ehepaares Hermann und Sophie von Thüringen versprochen worden war. Bereits zu ihren Hochzeitsfeierlichkeiten bezog sie das Volk mit ein, ließ die armen und kranken Bewohner teilhaben an der Feier.

Mit Einverständnis ihres Ehemannes Ludwig von Thüringen (Hermine Werner) gab sie auch in den Folgejahren von ihrem Reichtum ab, sah in Jesus Christus ihr großes Vorbild und folgte seiner Botschaft. Auch im Musical ordnet sie ihren Dienerinnen an, all ihren Schmuck zu verkaufen und mit dem Erlös die armen und kranken Mitmenschen zu unterstützen. Ihre Nächstenliebe ist tief beeindruckend.

Lied geht zu Herzen und macht nachdenklich

Das Lied "Der Schlüssel zum Himmel ist die Liebe" prägt sich tief ein. Als ihr geliebter Mann Ludwig auf dem Kreuzzug in Italien kurz vor der Geburt ihres dritten Kindes stirbt, übernimmt Ludwigs machthungriger und egoistischer Bruder Heinrich (Clemens Behringer) die Herrschaft auf der Wartburg. Er verbietet Elisabeth, weiterhin die "Mutter der Armen" zu sein und Almosen zu geben. "Sollen die Armen doch sehen, wo sie bleiben ", so sein hartherziger Kommentar. Doch Elisabeth bleibt ihrer Linie treu: "Wie könnt ich die Krone tragen, wo Jesus selber Dornen trug. Mein Leben an der Seite der Armen (Kranken, Schwachen), da gehör' ich hin. Denn nur da und nur so macht mein Leben Sinn", singt die junge Patricia Stöhr mit wunderschöner, klarer und heller Stimme. Sie ist in die Rolle der Hl. Elisabeth geschlüpft und füllt sie mit großem Einfühlungsvermögen aus. Gerade dieses Lied ist es, das gemeinsam mit den Kindergartenkindern gesungen, zu Herzen geht und nachdenklich macht.

Nicht weniger mitreißend, als Graf Heinrich Elisabeth und ihre Dienerinnen zur Rede stellt und deren vermeintliche Brotkörbe dann statt Nahrung aus der Burg für die Armen plötzlich Rosen enthalten, die an die Gottesdienstbesucher verteilt werden. "Die Rose blüht durch das geteilte Brot" ist am Ende für den ebenfalls tief beeindruckten Diakon Hans-Günther Zimmermann eine weitere Botschaft, die man für den Alltag mitnehmen muss. "Wenn wir uns in Bastheim und in seinen Ortsteilen künftig so verhalten, wie es uns die Hl. Elisabeth vorgelebt hat, dann wird sich unsere Gemeinde schon bald verändern."

Lang anhaltender Beifall der zahlreichen Besucher

Lang anhaltender, begeisterter Applaus war schließlich der verdiente Lohn für die großartigen Leistungen der Kinder. Sie hätten es verdient, dieses Musical noch öfters und auch anderswo aufführen zu dürfen. Die weiteren Darsteller des Stücks: Erzählerin (Magdalena Mutz), Gräfin Sophie (Ida Hartmann), Graf Hermann (Raul Cintea), Ritter Walter (Jonathan Hartmann), Magd Guda (Hadia Hosseini), Magd Isentraud (Marlene Fries), Magd Hulda (Marie Stumpf), Bäuerinnen und Bauern (Johanna Karl, Vanessa Bruckmüller, Benjamin Papke, Felix Link, Timo Türk), Brautmädchen (Sarah Roskosny, Franziska Reuß, Lilli Küchler und Maja Götz). Der Dank von Margit Barthelmes galt zum Schluss allen ihren Mitstreiterinnen, ihrem Betreuerinnenteam, den Bühnenbildnern und allen, die zum Erfolg der Aufführung beigetragen hatten.

Ein glückliches Paar: Ludwig von Thüringen und seine Elisabeth. Foto: Klaus-Dieter Hahn
Der Chor bestand aus den Kindergartenkindern und den Mädchen und Jungen der 1. und 2. Klasse. Foto: Klaus-Dieter Hahn
Ludwig und Elisabeth umgeben von ihren Brautmädchen bei ihrer Hochzeit. Foto: Klaus-Dieter Hahn

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