Bad Königshofen

Soldaten erleben in Bad Königshofen das Frankenland als Marienland

Im historischen Rathaussaal von Bad Königshofen hieß Bürgermeister Thomas Helbling noch in den Tagen vor in Kraft treten der drastischen Maßnahmen zum Schutz vor einer Coronainfektion Soldaten und deren Familien willkommen. Sie waren von der Militärseelsorge Veitshöchheim zu einem gemeinsamen Wochenende eingeladen.
Im historischen Rathaussaal von Bad Königshofen hieß Bürgermeister Thomas Helbling noch in den Tagen vor in Kraft treten der drastischen Maßnahmen zum Schutz vor einer Coronainfektion Soldaten und deren Familien willkommen. Sie waren von der Militärseelsorge Veitshöchheim zu einem gemeinsamen Wochenende eingeladen. Foto: Hanns Friedrich

Im Turnus von zwei Jahren kommen Soldaten, die in Kriegsgebieten waren, zu einem Wochenende nach Bad Königshofen. Vor der Corona-Krise waren sie im Mehrgenerationenhaus St. Michael, wurden aber auch von Bürgermeister Thomas Helbling im historischen Rathaussaal begrüßt. Die Soldaten mit ihren Familien waren, wie in den vergangenen Jahren, von der katholischen Militärseelsorge Veitshöchheim eingeladen.

Zu Bad Königshofen besteht seit einigen Jahren ein enger Kontakt über die Familie Lorenz Hahn, deren Sohn Gustav einst im Einsatz war und zwar in Afghanistan. Seitdem lädt die Familie Hahn die Soldatenfamilien ein, bietet einen Nachmittag in Bad Königshofen und hält für die Kinder einen Film bereit.

Josef Treutlein referiert über den Marienweg

"Eine nette und besondere Geste der Wertschätzung" nennt dies Elmar Fries, Pfarrhelfer in der katholischen Militärseelsorge Veitshöchheim. Marianne und Lorenz Hahn halten es für wichtig, dass diese Verbindung auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt. Eingeladen waren zum Empfang im historischen Rathaussaal deshalb auch die Vorsitzenden des örtlichen Soldatenbundes Helmut Luff und Karl Schuck. 51 Teilnehmer, darunter 20 Kinder aus Volkach, Veitshöchheim und Hammelburg, waren zu diesem Wochenende nach Bad Königshofen gekommen, um unter anderem etwas über den Fränkischen Marienweg zu erfahren.

Dazu war dessen Ideengeber, der Würzburger Rektor des Käppele Josef Treutlein, gekommen. Der aus Bad Königshofen stammende Geistliche stellte anhand von Dias den Marienweg vor. Ein Vortrag, der auf großes Interesse stieß, wie Elmar Fries berichtete: "Einige entschieden sich sofort, diesen Weg in ihrer Heimatgemeinde einmal zu gehen." Josef Treutlein verwies auf die Aussage des einstigen Würzburger Bischof und späteren Kardinal Julius Döpfner, der vom Frankenland als Marienland gesprochen hatte.

Kunst erzählt vom christlichen Glauben der Vorfahren

Er habe auf den Punkt gebracht, was in Frankens geschichtlich gewachsen ist: die Prägung einer ganzen Region im Herzen Deutschlands durch Zeugnisse der Marienverehrung. Der Referent erwähnte unzählige Madonnen an Hauswänden, Bildstöcke am Weg, Grotten in den Gärten, kleine Kapellen in Feld und Wald, Stadt und Land.

"Ein dichtes Netz von Marienwallfahrtsorten durchzieht das Land zwischen Main, Saale, Streu, Wern, Sinn, Kahl und Tauber", so Treutlein. Schlichte Volkskunst und Werke von höchstem künstlerischen Rang würden in allen Variationen von der Mutter Jesu, von Vertrauen und Dank, vom christlichen Glauben der Vorfahren erzählen.

Ehemaliges Waffen- ist heute eine Kulturarsenal

Als "Herzogin von Franken" wird Maria im Lied besungen. In Franken gelte noch das  "Grüß Gott", ein Segenswunsch, der jedem gilt. Der Marienweg führt an die einzelnen Marien-Wallfahrtsorte in Franken, die, wie Josef Treutlein immer wieder betont, wie an einem Rosenkranz aufgereiht sind. Dazu gehören im Grabfeld auch die Wallfahrtskirche Ipthausen oder der Findelberg bei Saal, erfuhren die interessierten Gäste.

Ausführliche Informationen über die Stadt Bad Königshofen, ihre Geschichte und aktuelle Themen gab es von Bürgermeister Thomas Helbling. Der verwies auf die einstige Festungsstadt des Fürstbistums Würzburg als östlichstes Bollwerk gegen das evangelisch geprägte Thüringen. Heute sei von der Festung leider nichts mehr vorhanden, lediglich eines der drei Stadttore sowie Bollwerke sind noch erhalten, ebenso ein ehemaliges Waffenarsenal, das heute als Kulturarsenal genutzt wird. Der Bürgermeister verwies auf die Garnisonstadt Bad Königshofen in den 1960er-Jahren, als hier Soldaten einquartiert waren.

Besucher genießen den Blick vom Kirchturm

Heute sei Bad Königshofen eine Kurstadt und durch seine Heilquellen und seinen Wohnmobilstellplatz bundesweit ein Begriff. Wichtig seien Einrichtungen wie das Mutter-Kind-Kurhaus oder das Mehrgenerationenhaus St. Michael. In Bad Königshofen könne man aber immer noch Geschichte auf Schritt und Tritt erleben.

Dass dies tatsächlich so ist, zeigte Wolfram Weigand den Besuchern und führte sie unter anderem auf den Kirchturm, das Wahrzeichen der Stadt. Von hier aus hatten sie einen weiten Blick auf das fränkische und thüringische Grabfeld. Kleine Besonderheiten, wie den Kornstein oder den Einzug der Schweden und Finnen sprach Weigand bei der Stadtführung an.

Danach traf man sich bei der Familie Hahn in den Stadtsaal-Kinos zum gemütlichen Beisammensein. Am Sonntag feierten die Gäste einen Familiengottesdienst in der Hauskapelle des Haus St. Michael, bevor man sich verabschiedete. Im Jahr 2022 werde man ganz sicher wieder in Bad Königshofen zu Gast sein, versicherte Elmar Fries von der katholischen Militärseelsorge Veitshöchheim.

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