Schönau

Sonja Rahm setzt auch auf interkommunale Zusammenarbeit

Bürgermeisterkandidatin Sonja Rahm dirigiert ehrenamtlich den agrabella-Chor des Bauernverbands. Foto: Norbert Rahm

Sonja Rahm ist eine von zwei Kandidaten, die in Schönau Bürgermeister werden wollen. Diese Zeitung stellte ihr folgende Fragen: 

Die finanziellen Möglichkeiten für die Gemeinde Schönau sind in den nächsten Jahren eher begrenzt. Mit einem neuen Kindergarten werden weitere Investitionen notwendig. Muss die Gemeinde deshalb in den nächsten Jahren auf notwendige Investitionen verzichten?

Nein, bereits 2019 hat Bürgermeister Rudolf Zehe für Schönau 380 000 Euro Stabilisierungshilfe vom Bayerischen Finanzministerium erhalten. Diese Stabilisierungshilfe werde ich weiterhin beantragen sowie das Kommunalinvestitionsprogramm KIP nutzen, das bauliche Maßnahmen der Gemeinde bei  Pflichtaufgaben z. B. im Bildungsbereich fördert. Es stehen viele Fördermöglichkeiten zur Verfügung wie ÖPNV-Förderung, Leader, Regionale Wirtschaftsförderung. Europäische Fonds für regionale Entwicklung oder der europäische Sozialfonds. Hier ist es notwendig, alle Unterstützungsmöglichkeiten zu überblicken und auszuschöpfen, ohne Sinn und Dimension der Baumaßnahme der Gemeinde aus dem Blick zu verlieren. Welche konkreten Maßnahmen sinnvoll umsetzbar sind, beschließt letztendlich der Gemeinderat.

An Schönau mag ich besonders...
die engagierte Dorfgemeinschaft, zum Beispiel bei der Fosenocht oder der Maibaumaufstellung.
Mit dem ISEK-Projekt liegen derzeit konkrete Vorschläge und Pläne für eine Stärkung der Ortszentren und für weitere konkrete Maßnahmen zur Infrastruktur in Schönau und Burgwallbach vor. Welche dieser Maßnahmen sollten in den nächsten Jahren vordringlich durchgeführt werden?

Nachdem ein ISEK-Sanierungsgebiet ausgewiesen wurde, wird aktuell eine Gestaltungssatzung erstellt. Außerdem läuft bereits eine Ausschreibung für die Beauftragung eines Sanierungsberaters. In Zusammenarbeit mit ihm geht es um das Werben in der Bevölkerung für Sanierung von Scheunen und Altbauten, es geht um den Erhalt und die Gewinnung neuen Wohnraumes und um das Aufzeigen von baulichen Möglichkeiten sowie um die Finanzierung mittels staatlicher Förderung. Welche Zuschüsse die Gemeinde Schönau selbst für Baumaßnahmen zusagen kann, muss im Gemeinderat erörtert werden.

An Schönau missfällt mir...
der aktuelle Zustand des Grünabfallplatzes, in Burgwallbach der Zustand des Friedhofes.
Schönau und Burgwallbach sind staatlich anerkannte Erholungsorte und können mit Badesee und Schwimmbad sowie einer weithin bekannten guten Gastronomie, Pensionen und Hotels auf lukrative Einrichtungen im touristischen Bereich verweisen. Welche Möglichkeiten gibt es, die bestehenden Freizeit- und Erholungseinrichtungen zu erhalten und auch weiter zu verbessern?

Die Website der Gemeinde Schönau kann ausgebaut werden und der Button Tourismus einen umfassenderen Einblick in Übernachtungsmöglichkeiten und Freizeitgestaltungen bieten. Die Gemeinde kann dazu beitragen, die Angebote in Schönau und Burgwallbach mit bereits bestehenden Plattformen zu verlinken sowie mit der Werbung für regionale Produkte. Wander- und Radwege gilt es mit den natürlichen Gegebenheiten zu verknüpfen, die Zugänglichkeit vorhandener Wege durch Beschilderung zu erhöhen und die Aufenthaltsqualität zu steigern. Plätze in der Natur sollen gepflegt und einladend eine Erholung für Menschen bieten, die sie per Mundpropaganda oder Social-Media mit anderen teilen. Natürlich sollte ein Beschilderungskonzept zusammen mit den Nachbarkommunen, dem Biosphärenreservat oder der Rhön GmbH entwickelt werden, um dem Urlauber eine Orientierungshilfe an die Hand zu geben.

Mein Lieblingsplatz hier ist...
bei der Mutter Gottes an der Reyersbacher Straße mit Blick auf den Wald.
Die Lebensqualität in der Gemeinde wird zu einem Großteil vom ehrenamtlichen Engagement in den Vereinen und in weiteren Interessengruppen geprägt. Das Interesse am Vereinsleben und der allgemeinen Arbeit im ehrenamtlichen Bereich ist allerdings nicht mehr so ausgeprägt wie früher und lässt nach. Wie kann man dem gegensteuern, wie können gute Angebote für Kinder, Jugend, Familien und Senioren in ausreichendem Maß sichergestellt werden?

Bei der Unterstützung des Ehrenamtes geht es um Wertschätzung, Aufmerksamkeit und Werbung für Projekte der Vereine. Im Weiteren sollte der Veranstaltungskalender wie bisher Termine der Vereine und Organisationen koordinieren, um Überschneidungen zu vermeiden. Projektfördermöglichkeit würde ich für die Vereine recherchieren und diese bei Anträgen unterstützen. Selbstverständlich sollte der Gemeinderat nach vorhandenem Budget die Vereine finanziell unterstützen und günstige Rahmenbedingungen schaffen. Ist zum Beispiel ein Jugendbetreuer für die Gemeinde Schönau allein zu kostspielig, könnten die Kosten innerhalb der Kreuzbergallianz geteilt werden und der Mitarbeiter die Jugendarbeit in mehreren Gemeinden koordinieren. Ebenso ist es denkbar, das in Burgwallbach sehr erfolgreiche Frauenfrühstück im Wechsel auch in Schönau anzubieten.

Wenn ich als Bürgermeister 10 Millionen Euro frei zur Verfügung hätte, würde ich...
würde ich als erstes zu einer Bürgerversammlung einladen, um Ideen zu sammeln und diese nach Abstimmung im Gemeinderat umzusetzen.

Im Landratsamt stehen der Pflegestützpunkt sowie die Fachstelle für Senioren und Menschen mit Behinderung parat. Hier kann die Gemeinde Unterstützung einholen und Beratung in den Bereichen Pflege & Wohnen vermitteln, um Senioren eine Teilhabe am Dorfleben und ein Altwerden in vertrauter Umgebung zu ermöglichen.

Der Gemeinderat hat mit breiter Zustimmung für den Ortsteil Schönau ein Urnenfeld als weiteres Bestattungsangebot beschlossen, das ich gerne auch auf dem Burgwallbacher Friedhof einrichten würde.

Zu den Zukunftsvisionen für Schönau zähle ich...
eine hohe Wohn- und Lebensqualität für Jung und Alt in intakter Natur und natürlich ein aktives Gemeinde- und Vereinsleben.
Steckbrief
Name: Sonja Rahm
Geburtsdatum: 07.09.1977
Geburtsort: Mellrichstadt
Wohnort: Schönau a. d. Brend
Parteizugehörigkeit: Freie Wähler Rhön-Grabfeld 
Ausbildung/Beruflicher Werdegang: 1997: Abitur am Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt; 2000: Gesangsstudium an der Musikhochschule Leipzig; 2002: Servicemitarbeiterin der VR-Bank Rhön-Grabfeld; 2002 - 2016: Eltern- und Pflegezeit; 2009 - 2011: Mitarbeiterin der Caritas-Sozialstation in Bad Neustadt; 2016: C-Prüfung für Organisten und Chorleiter der Diözese Würzburg; 2020: Rechtsanwaltsfachangestellte in Ausbildung
Familienstand/Kinder: verheiratet, drei Kinder
Ehrenämter: Chorleiterin des agrabella-Chors des Bayerischen Bauernverbands
Hobbys/Interessen: Akkordeon spielen, Singen, Lesen und Handarbeiten
Lieblingsverein: Kolpingkapelle Schönau
Ihr Vorbild: es gibt keines, ich orientiere mich an Werten wie Wahrheit, Zuverlässigkeit und Persönlicher Freiheit

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