Bad Neustadt

Sophie Schultheis Meisterin in der Männer-Domäne Metallbau

23-Jährige aus Wechterswinkel hat als zweite Frau in den vergangenen zehn Jahren die Meisterprüfung im Metallbau erfolgreich absolviert. Landrat gratuliert.
Gratulation mit Stahlträger: Stolz auf die neue Metallbau-Meisterin Sophie Schultheiß (Mitte) zeigten sich (von links) Thomas Planer (Handwerkskammer), Dietmar Reulbach, Manuela Reulbach und Landrat Thomas Habermann.
Gratulation mit Stahlträger: Stolz auf die neue Metallbau-Meisterin Sophie Schultheiß (Mitte) zeigten sich (von links) Thomas Planer (Handwerkskammer), Dietmar Reulbach, Manuela Reulbach und Landrat Thomas Habermann. Foto: Thomas Pfeuffer

Eine Frau als Metallbauer und dann sogar noch Metallbau-Meisterin, das gab es in den vergangenen zehn Jahren nur einmal im Bereich der Handwerkskammer von Unterfranken. Vor wenigen Tagen ist eine zweite Metallbau-Meisterin hinzugekommen. Und das in Rhön-Grabfeld. Die junge Frau heißt Sophie Schultheis und stammt aus Wechterswinkel. Dass die 23-Jährige jetzt Inhaberin des Meisterbriefes in ihrem Beruf ist, begeisterte Landrat Thomas Habermann derart, dass er sie eigens ins Landratsamt einlud, um ihr persönlich zu gratulieren und ein Geschenk zu überreichen.

In lockerer Art berichtete die junge Frau dabei, dass sie ihre handwerklichen Fähigkeiten schon im Kfz-Betrieb des Vaters in Wechterswinkel ausprobieren konnte. Ihr sei immer klar gewesen, dass sie auch im Handwerk arbeiten wolle. Es war der Unterelsbacher Metallbau Reulbach, der den Mut aufbrachte, nach rund 40 jungen Männern auch einmal eine junge Frau als Metallbauerin auszubilden. Die bewährte sich dann sowohl während der Ausbildung von 2012 bis 2016 und auch danach. Ab 2018 besuchte sie den Meisterkurs. Sehr zur Freude ihrer Chefin, Manuela Reulbach, ist seit Juli als Metallbau-Meisterin neben ihr die zweite Frau in der "Männerdomäne" bei Reulbach. Und, wie ihre Chefin feststellt: "Sie ist gut für das Betriebsklima".

Natürlich ist der Beruf anstengend, so Sophie Schultheis. Aber sie ist körperlich fit. Das belegt unter anderem, dass sie bis zu einer Verletzung als Kapitänin der Bastheimer Frauenfußballmannschaft spielte. Und wenn mal etwas zu schwer wird, "hab ich meine Kollegen oder einen Kran", stellt sie lapidar fest. Die Technisierung mit verschiedenen Hebewerkzeugen sei im Metallbau in den vergangenen Jahren weit voran geschritten, ergänzt Firmenchef Dietmar Reulbach. Man müsse sich heute nicht mehr ganz so sehr plagen. Wie seine Frau ist er sichtbar stolz auf die junge Meisterin in seinem Betrieb, deren Domäne das Edelstahl-Schweißen ist. "Da ist sie perfekt", betont Manuela Reulbach.

Stolz und erfreut zeigte sich Landrat Thomas Habermann, dass die zweite Metallbau-Meisterin der vergangenen Jahre aus Rhön-Grabfeld kommt. An ihrem Beispiel werde deutlich, dass jungen Frauen alle Berufe offen stehen, wenn sie die notwendige Begeisterung mitbringen. Und der Landrat lobte auch den Ausbildungsbetrieb. Der sei ein hervorragendes Beispiel für das gesunde Handwerk im Landkreis, das vielen Rhönern und Grabfeldern ein gutes Ein- und Auskommen garantiere. Als Vertreter der Handwerkskammer von Unterfranken konnte sich dem der Leiter des Bildungszentrums Schweinfurt, Thomas Planer, nur anschließen. Er könne nur an junge Frauen appellieren, auch klassische Männerberufe zu ergreifen. Dafür sei Sophie Schultheis ein "Super-Beispiel".

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