OSTHEIM

Stadtentwicklung: Ostheim stellt Weichen für die Zukunft

Für die Bürgervertreter des mittelalterlichen Rhönstädtchens Ostheim ist die Stadtentwicklung ein zentrales Thema für die Zukunft.
Für die Bürgervertreter des mittelalterlichen Rhönstädtchens Ostheim ist die Stadtentwicklung ein zentrales Thema für die Zukunft. Foto: Eva Wienröder (Archiv)

Es war noch einmal eine wichtige Sitzung vor der Sommerpause, wie Bürgermeister Ulrich Waldsachs beim jüngsten Treffen des Stadtrates herausstrich. Schließlich war die Stadtentwicklung zentrales Thema. Die Stadtführung möchte die Zukunft des Luftkurortes aktiv angehen und fasste entsprechende Beschlüsse.

Zur Sitzung hatte man mit Stadtplaner Bertram Wegner vom gleichnamigen Planungsbüro aus Veitshöchheim zu Gast. Wegner, dessen Büro auch mit der Erstellung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) beauftragt ist, gab als Fachmann zu verschiedenen Fragestellungen Erläuterungen.

Anstoß auch für private Maßnahmen

Zunächst ging es darum, dass die Stadt auch im Hinblick auf die Möglichkeiten des kommunalen Förderprogramms eine Sanierungsberatung für das Gebiet der Altstadt initiieren möchte, um für private und öffentliche Maßnahmenträger Hilfestellung zu geben. Man erhofft sich durch dieses Angebot eine Anstoßwirkung. Ziele sind der Erhalt des Stadtbildes und der historisch wertvollen Bausubstanz, die Revitalisierung von Leerständen und die Förderung von privaten Investitionen.

Es handelt sich um eine kostenlose Grundberatung durch einen Architekten, mit der der Bürger keine Verpflichtungen eingeht. Ansprechpartner ist das Bauamt, das dann die Termine vermittelt. Die Regierung von Unterfranken fördert dieses Angebot mit bis zu 80 Prozent, den Rest trägt die Stadt. Der Stadtrat beschloss, einen entsprechenden Förderantrag bei der Behörde zu stellen.

Als Einkaufsstadt attraktiv bleiben

Neben der städtebaulichen Entwicklung ist für Ostheim die Zukunft der örtlichen Geschäftswelt ein wichtige Thema, geht es doch auch darum, als Einkaufsstadt auf lange Sicht attraktiv zu bleiben. Im Gremium herrschte Einigkeit darüber, dass im Zuge des ISEK ein Einzelhandelskonzept erstellt werden soll. Dies ist mit Mehrkosten von etwa 20 000 Euro verbunden. Die Gesamtkosten des ISEK belaufen sich so auf etwa 100 000 Euro, wobei die Stadt mit 60 beziehungsweise 80 Prozent staatlichem Zuschuss rechnen kann.

Längere Diskussionen im Stadtrat gab es zur Erstellung eines Ordnungs- und Entwicklungskonzeptes für den Bereich Ostheim-Süd. Im Groben handelt es sich hierbei um den Bereich südlich der Bahnschiene mit rund 50 Hektar. Dort findet sich ein Mix aus Wohnbebauung, Gewerbe und Landwirtschaft. Dieser „Wildwuchs“, wie es Bürgermeister Waldsachs nannte, ist über Jahrzehnte hinweg entstanden und bereitet bei Baugenehmigungsverfahren immer wieder Probleme.

Bauleitplanung für Ostheim-Süd

Auch weil hier noch großes ungenutztes Potenzial für die Stadt liege, sollte man die künftige Entwicklung durch eine Bauleitplanung konkretisieren. Als wichtigen weiteren Aspekt griff Waldsachs das vom Wasserzweckverband Mellrichstädter Gruppe beantragte Wasserschutzgebiet auf (wir berichteten). Hiervon wäre vor allem das Gewerbegebiet Bündt betroffen – mit nicht absehbaren Folgen für die Gewerbetreibenden. Im Zuge einer Bauleitplanung der Stadt könnte es möglich werden, diesen Bereich aus dem Wasserschutzgebiet herauszunehmen. „Die Unternehmen hätten dann weniger und angepasstere Auflagen zu erwarten“, so Waldsachs.

Dass in puncto Bündt Handlungsbedarf herrscht, war im Stadtrat unstrittig. Für unnötig wurde von einigen Ratsleuten jedoch befunden, dass die Gebietskulisse so groß gefasst wurde und so auch die Bereiche um den Mehlweg und die Ludwig-Jahn-Straße inbegriffen sind. Angemahnt wurde, dass es wichtiger wäre, die lange gehegte Erweiterung des Wohngebietes im Norden der Stadt planerisch zu betrachten. Fast geschlossen folgten die Ratsleute dann aber doch dem Vorschlag der Verwaltung, das gesamte Gebiet in ein Konzept aufzunehmen. Die Förderung ist hoch und es hat zudem den Vorteil, dass man planerisch flexibler ist.

Mehrheitlich wurde dann auch der Aufstellungsbeschluss zur Ausweisung eines Baugebietes für den Bereich Ostheim-Süd gefasst. Ein Bebauungsplan kommt dann zunächst lediglich für das Gebiet Bündt in Betracht.

Innen statt außen

Die Stadt Ostheim bewirbt sich für die staatliche Förderinitiative „Innen statt Außen“, die zum Ziel hat, Flächenverbrauch zu sparen und Ortskerne zu beleben. Für die Sanierungsberatung, ISEK und Einzelhandelskonzept, Neuordnungs- und Entwicklungskonzept Ostheim-Süd, kommunales Förderprogramm und die Projektvorentwicklung beziehungsweise Machbarkeitsstudie prägnanter Einzelobjekte kann die Stadt auf höhere Fördersätze hoffen. 80 statt 60 Prozent sind in Aussicht, das wäre diese Vorhaben betreffend insgesamt eine Ersparnis von 60 000 bis 70 000 Euro für die Stadt.

Mit der Abgabe einer Absichtserklärung für „Innen statt Außen“ zur Schaffung der Fördervoraussetzungen tat man sich im Gremium allerdings schwer. Den Bürgervertretern bereitete Unbehagen, welche Verpflichtung die Stadt letztlich damit eingeht, da es hierzu noch keine konkreten Informationen gibt. Man möchte sich künftige Vorhaben, wie die Erweiterung des Baugebietes im Norden der Stadt, nicht „verbauen“. Denn gerade in diesem Fall könnte es strittig sein, ob dies noch unter Innenentwicklung fällt. Die Ratsleute waren sich einig, dass eine endgültige Beschlussfassung nach Abschluss des ISEK erfolgen soll.

Planungswerkstatt für ISEK

Was das ISEK angeht, sind im Herbst drei Termine anberaumt. Am 19. September ist die Bevölkerung zur Planungswerkstatt eingeladen. Am 9. Oktober findet eine Klausur-Sitzung des Stadtrates zum Thema Flächenentwicklung statt (nichtöffentlich) und am 23. Oktober ist als öffentliche Veranstaltung ein Ortsrundgang geplant.

Des Weiteren verabschiedete der Stadtrat die Bedarfsmeldung für die Städtebauförderung für das kommende Jahr. Für das kommunale Förderprogramm 2019-2021 sind 25 000 Euro vorgesehen und für die Projektvorentwicklung/Machbarkeitsstudie für prägnante Einzelobjekte 2019 sind es 100 000 Euro.

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