BAD KÖNIGSHOFEN

Steigende Nitratwerte werden zum Problem

Düngung mit Gülle kann auch ein Problem für die Qualität des Trinkwassers sein. Jetzt gelte es Wege zu finden, wie durch grundwasserschonende landwirtschaftliche Methoden der Nitratwert mittelfristig gesenkt werden kann.
Düngung mit Gülle kann auch ein Problem für die Qualität des Trinkwassers sein. Jetzt gelte es Wege zu finden, wie durch grundwasserschonende landwirtschaftliche Methoden der Nitratwert mittelfristig gesenkt werden kann. Foto: Ingo Wagner/dpa

„Die Nitratwerte beim Brunnen I im Haubachtal liegen derzeit knapp unter dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter, da müssen wir dringend etwas tun, denn dieser Brunnen fördert die höchste Wassermenge.“

Das sagte Susanne Katzenberger vom Wasserzweckverband Gruppe Mitte bei der Verbandsversammlung am Dienstagnachmittag im Sitzungssaal des Rathauses.

Dem stimmten die Verbandsräte voll und ganz zu. Deshalb soll schnellstens eine Versammlung mit der Wasserwirtschaftverwaltung, Regierung von Unterfranken, dem Bauernverband, den Eigentümern und den betroffenen Landwirten stattfinden. „Bei solch steigenden Nitratwerten müssen wir vorgehen, denn das ist bedenklich“, sagte Großbardorfs Bürgermeister Josef Demar.

Unterstützt wurde er dabei von Bad Königshofens Stadtoberhaupt Thomas Helbling sowie Bürgermeister Emil Sebald (Großeibstadt). Bekannt ist, dass Nitrat wasserlöslich ist und durch die landwirtschaftliche Nutzung der Grundstücke im Einzugsbereich ins Trinkwasser gelangt.

Gefahr für das Trinkwasser

Aufgrund der hohen Nitratwerte wird derzeit das Wasser aus dem Brunnen 1 mit dem Wasser der beiden anderen Brunnen vermischt, die nicht so stark belastet sind. Ganz wichtig ist es nun bei der anstehenden Besprechung Wege zu finden, wie durch grundwasserschonende landwirtschaftliche Bewirtschaftungsmethoden der Nitratwert mittelfristig gesenkt werden kann.

Susanne Katzenberger berichtete von wiederholten Verstößen und von Bußgeldern, die sogar verhängt wurden. Es gebe eine Düngemittel- und Spritzmittelverordnung, die beachtet werden muss. Diese gelten für die ausgewiesenen Schutzgebiete, die in engere und weitere Schutzzonen unterteilt sind. In Kleineibstadt sind das 26,9 Hektar, im Haubachtal 21,3 und in Großeibstadt 6,0 Hektar in der engeren Schutzzone. Allerdings gibt es hier noch teils alte Verordnungen. So ist in Großeibstadt das Düngen mit organischen Stoffen auch in der engeren Schutzzone erlaubt (Verordnung von 1970), während im Haubachtal und Großeibstadt das Düngen mit Gülle in der engeren Schutzzone verboten ist.

Im Wasserschutzgebiet Haubachtal ist als zusätzliche Auflage noch zu beachten, dass das Verbot des offenen Ackerbodens gilt. Damit wird das Nitratauswaschen verhindert. Offener Ackerboden bedeutet, dass dort auch in den Wintermonaten eine Begrünung (Winterfrucht) sein muss, erläuterte Bürgermeister Thomas Helbling Susanne Katzenberger sprach Ausgleichszahlungen an, die derzeit erfolgen.

Hier gibt es einen Pauschalbetrag pro Hektar. Dabei wird zwischen engerer und weiterer Schutzzone oder den verschiedenen Auflagen unterschieden. Dies sollte man überarbeiten, da nicht einzusehen ist, dass Landwirte, auch wenn sie gegen die Verordnung verstoßen einen Ausgleich bekommen, sagten die Verbandsräte. Schon bisher werde bei Verstößen kein Geld gezahlt, sagte Sachbearbeiterin Susanne Katzenberger vom Wasserzweckverband Gruppe Mitte. Das alles soll bei der Informationsveranstaltung angesprochen und geregelt werden.

Katzenberger legte das Ergebnis der Bündelausschreibung für Stromlieferungen der Jahre 2017 bis 2019 vor. Günstigster Anbieter für die vom Zweckverband gewählte Variante „Normalstrom“ sind die Next-Kraftwerke GmbH in Köln. Dabei zeigt sich, bei den reinen Energiekosten eine Einsparung von 47 Prozent. Zu diesen Stromkosten kommen allerdings noch die Netzentgelte und verschiedene Umlagen hinzu, auf die die Ausschreibung keinen Einfluss hat. Derzeit betragen die reinen Energiekosten lediglich 23 Prozent des Strompreises.

Informationen gab es dann noch zum Garagen- und Lagerhallen Neubau im Wasserwerk Kleineibstadt sowie weitere angedachte Maßnahmen, zum Beispiel die Umstellung aller Hauswasserzähler auf bleifreie digitale Ultraschallzähler mit Zählerfernauslesung.

Solche Schilder verweisen in der Nähe der Brunnen oder an direkt an den Wasserwerken auf die Schutzzonen. Hier gibt es für Landwirte bestimmte Einschränkungen, die beachtet werden müssen.
Solche Schilder verweisen in der Nähe der Brunnen oder an direkt an den Wasserwerken auf die Schutzzonen. Hier gibt es für Landwirte bestimmte Einschränkungen, die beachtet werden müssen. Foto: Hanns Friedrich

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