Stockheim

Stockheim: Forstbetrieb vor großen Herausforderungen

2019 war auch für den Stockheimer Gemeindewald ein schlechtes Jahr. Die Schäden durch Trockenheit und Käferbefall sind enorm, wie Revierleiter Ingo Büttner dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung berichtete. Und auch die Zukunft wird den Forstbetrieb vor große Herausforderungen stellen. Der Klimawandel und seine Folgen sind derweil nicht abzusehen.

„Alles, was im Forstwesen bis zum Januar 2019 gegolten hat, gilt seit dem Januar 2019 nicht mehr“, zitierte Büttner Hubertus Wörner, den Leiter der Bayerischen Forstverwaltung eingangs seines Vortrags und machte deutlich, dass selbst Experten ratlos darüber sind, wie es mit dem deutschen Wald weitergehen wird und welche Baumarten eine Überlebenschance haben. „Der Klimawandel hat alles über den Haufen geworfen“, konstatierte der Revierleiter. Das Jahr 2019 habe gezeigt, dass nicht nur die Nadelbäume, allen voran Fichte und Kiefer, sondern auch die Laubbaumarten bedroht sind. Büttner nannte als Beispiel die Rotbuche, die bis dato als klimatolerant galt. Auch sie sei inzwischen stark in Mitleidenschaft gezogen. 

Trockenheit und Schädlinge

2019 lief auch im Stockheimer Gemeindeforst nichts, wie ursprünglich vorgesehen. Mit 938 Festmeter wurde nur etwa ein Drittel des geplanten Einschlages realisiert, dazu noch 95 Fm nicht verwertbares Holz. 300 Fm Schadholz hat man entnommen, 75 Fm wurden noch an Ort und Stelle im Wald gehäckselt. Das war eine Maßnahme, die vom Staat gefördert wurde, um den Markt nach der bundesweiten Holzschwemme zu stabilisieren, wie Büttner anmerkte. Trockenheit und Schädlinge, insbesondere der Buchdrucker und dazu noch enorm gesunkenen Preise – setzten dem Forstbetrieb zu. Der Durchschnittspreis für den Festmeter lag bei 53 Euro und damit 24 Euro unter dem Vorjahr. Für 2020 prognostizierte Büttner noch niedrigere Holzpreise.

Einnahmen in Höhe von 40.000 Euro (davon rund 7300 Euro Fördermittel) stehen Ausgaben von 68000 Euro gegenüber. Obschon voraussichtlich noch 8000 bis 9000 Euro an Holzgeldern aus dem alten Jahr eingehen müssten, schlägt das Minus deutlich zu Buche.

Nachbesserungen bei den Kulturen

Für das neue Jahr ist vom Förster ein Einschlag von 1820 Fm auf 35 Hektar geplant. Bei den Kulturen sind Nachbesserungen nötig und auch für Pflege- und Forstschutzmaßnahmen und Wegeunterhalt hat man Mittel berücksichtigt. Aufgrund des hohen Wildverbisses – Förster Büttner forderte erneut vom Landkreis eine deutliche Erhöhung der Abschussquoten für Rehwild und eine engagiertere Jägerschaft – kommt man auch dieses Jahr nicht umhin, Zäunungen vorzunehmen.

Die Ausgaben im Forstbetriebsplan 2020, der vom Gemeinderat wie vorgelegt genehmigt wurde, hat Büttner die Einnahmen mit 96100 Euro und die Ausgaben mit 95400 Euro veranschlagt, sodass man einen ausgewogenen Haushalt hinbekommen könnte – vorausgesetzt es laufe alles nach Plan. Aber darauf könne man sich nicht wirklich verlassen, wie die letzten beiden Jahre gezeigt haben.

Im Gemeinderat war man sich einig, dass man trotz drohender weiterer Defizite in den nächsten Jahren in den Wald investieren müsste, für die Zukunft und damit für die nächsten Generationen.

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