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Streutalallianz: Am Geld schieden sich die Geister

Dieser Teil des Rothauptgeländes in Stockheim wird aus Mitteln der Städtebauförderung neu gestaltet. Der Gebäudekomplex wird zurückgebaut und das Gelände renaturiert.
Dieser Teil des Rothauptgeländes in Stockheim wird aus Mitteln der Städtebauförderung neu gestaltet. Der Gebäudekomplex wird zurückgebaut und das Gelände renaturiert. Foto: Georg Stock

„Wir drehen uns im Kreis“, fasste der Vorsitzende Martin Link  seiner Meinung nach „eine Stunde nutzloser Diskussion“ zusammen. Das Thema „Interkommunales Förderprogramm für Investitionen zur Wiederbelebung von alten und leer stehenden Anwesen“ drohte bei der Sitzung der Streutalallianz im Schullandheim Thüringer Hütte zur Endlosschleife zu werden. Das Gremium der Bürgermeister besann sich dann doch eines Besseren und verabschiedete die von Allianzmanagerin Gertraud Kokula ausgearbeitete Mustersatzung als „Leitlinie“. Schließlich eint das Ziel, eine Verödung der Altortbereiche und der alten Baugebiete zu  verhindern, alle elf Gemeinden der Streutalallianz.

Zum Einstieg hatte Allianzvorsitzender Martin Link noch die große Übereinstimmung beim Thema Förderprogramme gelobt, die in der vorangegangenen Sitzung geherrscht hatte. Auf dieser Basis hatte die Allianzmanagerin die Mustersatzung mit acht Paragraphen und 19 Absätzen formuliert. Darin sind die wesentlichen Punkte wie beispielsweise Geltungsbereich, Gegenstand der Förderung, Fördervoraussetzungen, Höhe der Förderung, Verfahren und Bewilligung aufgeführt. Nicht an den jeweiligen Unterschieden, was Leerstandsdauer und Gebäudealter in den bislang schon geltenden Bauföderprogrammen betrifft, sondern an der Höhe der Fördersummen schieden sich nun die Geister.

Satzung gibt den Rahmen vor

Irritiert zeigte sich Marc Huter, VG-Chef in Ostheim, der die Zielsetzung, mit dem „Satzungs-Entwurf ein gemeinsames Förderprogramm in der Allianz aufzulegen“, als nicht erfüllt sieht. Und Hendungens Bürgermeister Florian Liening-Ewert befürchtete, dass unterschiedliche Fördersummen schließlich doch innerhalb der Allianz zu Konkurrenz-Situationen führen könnten. Probleme herauf zu beschwören, „die es mit dem Satzungsentwurf gar nicht gibt“, danach stand Bürgermeister Eberhard Streit (Mellrichstadt) nicht der Sinn.

„Die vorgelegte Mustersatzung gibt mit den Eckpunkten den Rahmen vor“, so Bürgermeister Matthias Liebst (Oberstreu), „und der ist für alle gleich.“ Angesichts der unterschiedlichen Größe wie auch Finanzkraft seien den Kommunen Gestaltungs-Spielräume einzuräumen, waren sich Stockheims Bürgermeister Link und Michael Kuhn vom Amt für  Ländliche Entwicklung einig. Das heißt, jeder Kommune wird die Möglichkeit eingeräumt, „Stellschrauben nach eigenen Bedürfnissen zu drehen“. So bleibt beispielsweise die Förderung der Abrisskosten von Gebäuden eine Einzelentscheidung der Kommunen.

Neues beim Thema Regionalbudget

Aktuell auf dem Tisch liegt das Thema „Änderungen in der Förderung der Ländlichen Entwicklung“, die mit Wirkung vom 15. Juli gültig sind und die Michael Kuhn in groben Zügen vorstellte. Näher erläuterte er unter anderem das Thema Regionalbudget, das insbesondere die Finanzierung der Allianzen berührt. Dabei ist von Interesse, dass auch Kleinstbeträge gefördert sowie Gruppen und Vereine mit berücksichtigt werden.

Ein großes Lob  vom Allianzvorsitzenden Martin Link (rechts) und von Allianzmanagerin Gertraud Kokula hat sich Michael Kuhn vom Amt für Ländliche Entwicklung verdient. Der Baudirektor hat sich mit seiner Fachkenntnis bislang in allen Sitzungen der Streutalallianz eingebracht.
Ein großes Lob vom Allianzvorsitzenden Martin Link (rechts) und von Allianzmanagerin Gertraud Kokula hat sich Michael Kuhn vom Amt für Ländliche Entwicklung verdient. Der Baudirektor hat sich mit seiner Fachkenntnis bislang in allen Sitzungen der Streutalallianz eingebracht. Foto: Georg Stock

Baudirektor Michael Kuhn lässt es sich nicht nehmen, bei den Allianz-Sitzungen – wie auch schon bei den ILEK-Lenkungsgruppensitzungen – präsent zu sein, lobte Martin Link das Engagement und überraschte den „Dauergast“  mit einer kleinen Aufmerksamkeit.

Es tut sich was am Rothauptgelände

Das tut der Streutal-Gemeinde gut: Ein Teil des Rothauptgeländes in Stockheim, das sich im Besitz der Gemeinde befindet, wird neu gestaltet, verkündete Bürgermeister Martin Link erfreut. Das macht ihn als Allianzvorsitzenden auch stolz. Dank der Mitgliedschaft in der Allianz  ist Stockheim nämlich in den Genuss der Städtebauförderung gekommen. Also wird jetzt der Gebäudekomplex zurück gebaut und das Gelände renaturiert, sprich in eine Natur- und Blumenwiese verwandelt.

Dieser Teil des Rothauptgeländes in Stockheim wird aus Mitteln der Städtebauförderung neu gestaltet. Der Gebäudekomplex wird zurückgebaut und das Gelände renaturiert.
Dieser Teil des Rothauptgeländes in Stockheim wird aus Mitteln der Städtebauförderung neu gestaltet. Der Gebäudekomplex wird zurückgebaut und das Gelände renaturiert. Foto: Georg Stock

Noch zur Information: Laut Vereinssatzung können fördernde Mitglieder der Streutalallianz beitreten, freilich ohne Stimmrecht. Bürger zahlen laut Beschluss mindestens 20 Euro Beitrag, juristische Personen mindestens 50 Euro.

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