Strahlungen

SuedLink: Trasse soll einen Bogen um Rheinfeldshof machen

Großes Interesse fand der neu eingezeichnete, nur hundert Meter breite Korridor der SuedLink-Trasse, der entlang der Autobahn bei Strahlungen und Rheinfeldshof vorbeilaufen soll. Im Bild (von links) Michael Scheckenhofer von TransnetBW, Landrat Thomas Habermann, CSU-Bürgermeisterkandidat Johannes Hümpfner sowie Staatsministerin Dorothee Bär.
Großes Interesse fand der neu eingezeichnete, nur hundert Meter breite Korridor der SuedLink-Trasse, der entlang der Autobahn bei Strahlungen und Rheinfeldshof vorbeilaufen soll. Im Bild (von links) Michael Scheckenhofer von TransnetBW, Landrat Thomas Habermann, CSU-Bürgermeisterkandidat Johannes Hümpfner sowie Staatsministerin Dorothee Bär. Foto: Brigitte Chellouche

Die Suedlink-Trasse auf Strahlunger Gebiet sorgt im Dorf für Gesprächsstoff. Manch ein Bürger fühlt sich ungerecht behandelt, wurde ihm doch schon im Zuge des Autobahnbaus Land genommen, für das es nicht immer befriedigenden Ausgleich gab.

Jetzt haben die Strahlunger große Bedenken, dass ihnen beim Bau der SuedLink-Trasse ähnliches widerfährt. Bürgermeisterin Karola Back hat sich für ein verträgliches Maß an Belastung für die Strahlunger und Rheinfeldshöfer Bürger eingesetzt und einige Verbesserungen erzielt. Nahtlos schließt sich jetzt der Einsatz des stellvertretenden Bürgermeisters Johannes Hümpfner an, der für das Amt des Strahlunger Bürgermeisters im März kandidiert.

Ein wenig Wahlkampf, ein wenig Infoveranstaltung

Er fuhr mit der Staatsministerin Dorothee Bär und Landrat Thomas Habermann gleich zwei schwere politische Geschütze auf. Deren Kommen war natürlich auch dem Wahlkampf von Hümpfner geschuldet. Gleichzeitig wollten Bär und Habermann aber auch von Michael Scheckenhofer (TransnetBW) über den genauen Verlauf und die jetzige Änderung der SuedLink-Trasse informiert werden.

Begleitet wurden die Politiker von Bürgern und Gemeindevertretern aus Strahlungen und Rheinfeldshof. Der Pkw-Tross fuhr in das Waldstück Lange Lohe, das direkt an der Autobahn liegt. Es besteht aus  altem Buchen- und Eichenbestand. Aufgrund der Lautstärke durch den Autobahnverkehr war die Verständigung untereinander nicht so einfach.

Die Trasse ist jetzt auf 100 Meter Breite festgelegt

Scheckenhofer zeigte auf einem Plan den Vorzugskorridor, der jetzt anstatt 1000 Meter nur noch 100 Meter breit sein wird und von Rheinfeldshof bis Münnerstadt auf einer Seite der Autobahn verläuft.

Die Krux bei dieser Variante ist, dass aufgrund eines Bodendenkmals und eines Regenrückhaltebeckens, die mitten im Verlauf liegen, die Schneise in den Wald verlegt werden soll. Lautstarker Widerstand war da zu hören, nicht nur von den Strahlungern.

Widerstand gegen die Wald-Variante

Auch Landrat Thomas Habermann und Dorothee Bär sprachen deutlich ihr Missfallen über dieses Vorhaben aus. "Das geht gar nicht", sagte Habermann und wies auf den Verlust von gemeindlichen und privaten Waldflächen beim Autobahnbau hin.

Der jüngste Streckenvorschlag zur Suedlink-Trasse ist grau unterlegt und verläuft ein ganzes Stück direkt an der Autobahn, die auf der abgebildeten Karte vom unteren Rand schräg nach rechts oben verläuft.
Der jüngste Streckenvorschlag zur Suedlink-Trasse ist grau unterlegt und verläuft ein ganzes Stück direkt an der Autobahn, die auf der abgebildeten Karte vom unteren Rand schräg nach rechts oben verläuft. Foto: Brigitte Chellouche

Seiner Meinung nach, und der schlossen sich alle an, sollte das Bodendenkmal und das Regenrückhaltebecken verlegt oder unterbohrt werden. "Sie haben mit härtestem Widerstand zu rechnen", sagte Habermann zu Scheckenhofer. "Geben Sie das bitte so weiter. Außerdem sollte die Unterbohrung technisch und kostenmäßig möglich sein", sagte der Landrat.

Es sollte so wenig wie möglich Wald abgeholzt werden, schloss sich Hümpfner an. Wenn möglich, sollte der Waldtausch mit Staatswald erfolgen. Dem pflichtete auch Altbürgermeister Willi Schmitt bei.

Besondere Belastung für Rheinfeldshof

Ferner sprach Hümpfner die Sonderbelastung von Rheinfeldshof an. Der Korridor geht dort direkt am Garten des letzten Hauses vorbei. Es bestehe keine Möglichkeit für den Besitzer, sich dort noch zu vergrößern. Die Rheinfeldshöfer hätten viele Nachteile und keinerlei Vorteile. "Wir kämpfen immer noch um unseren Zubringer", betonte der Bürgermeisterkandidat.

Habermann stellte drei Forderungen auf und machte unmissverständlich klar, dass man darum kämpfen werde. Erste Forderung: Der Korridor muss so weit weg von Rheinfeldshof liegen wie möglicht. Zweite Forderung: Es soll möglichst kein Privatwald abgeholzt werden. Dritte Forderung: Als Flächenausgleich muss es Wald gegen Wald geben.

Verständnis für Forderungen

Michael Scheckenhofer zeigte Verständnis für die Forderungen. Am Ende habe die Bundesnetzagentur das Sagen, erklärte er, Transnet schlage jedoch den 100 Meter breiten Korridor vor. Er werde alle Einwände weitergeben. Es werde jedoch bis zur Entscheidung noch einige Zeit vergehen, er schätze bis 2022. 

Auch in Berlin gebe es eine große Diskussion über die Stromtrasse, sagte Dorothee Bär. Es gehe ja nicht um das Warum, sondern nur um das Wie. Auch wenn der Weg einige Euro mehr koste, müsse er sozial sein. 

Dass die Leitungen gebaut werden müssen, stehe außer Frage, betonte Habermann. Wichtig sei es, die Erdverkabelung so nah wie möglich an die Autobahn heranzulegen. In der hiesigen Region gebe es sehr viel kleine Stücke Privatwald. Holzmachen sei Tradition. Er schlage vor, dass sich alle zusammen an einen Tisch setzen, um eine Lösung oder einen Kompromiss zu finden.

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