Mellrichstadt

Synagoge von Rimpar nicht fürs Freilandmuseum Fladungen geeignet

Der historische Gasthof "Schwarzer Adler" aus Alsleben ist das älteste Gebäude im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. Er wird auf das Jahr 1684 datiert. Saniert werden muss der Nordgiebel. Foto: Hanns Friedrich

Die Synagoge von Rimpar sei aufgrund ihres desolaten Zustandes nicht für das Fränkische Freilandmuseum Fladungen geeignet. Das sagte Museumsleiterin Ariane Weidlich bei der Zweckverbandsversammlung in Würzburg. Sie untermauerte dies durch entsprechendes Bildmaterial. Das zeigte, dass die Synagoge unter anderem als Hühnerstall genutzt wurde und wohl auch deshalb im Innenbereich stark beschädigt ist. Zudem ist sie in eine Scheune eingebaut und ein Abtransport wäre damit mit einem erhöhtem Aufwand verbunden. Ebenfalls nicht geeignete, so hieß es bei der Versammlung weiter, sei  ist die Synagoge von Kleineibstadt. Die Museumsleiterin war im März selbst in Rimpar und hat das Gebäude besichtigt. Eingebunden war auch das Landesamt für Denkmalpflege.

Vor Ort zeigte sich, dass der Erhaltungszustand durch starke Verunreinigungen sehr schlecht ist, da hier einmal Geflügelställe waren. Der Dachbereich ist nicht begehbar. "Wenn wir die Synagoge übernehmen würden, müssten wir vieles rekonstruieren und hätten einen enormen finanziellen Aufwand." Hinzu komme, dass man im Fundus des Fränkischen Freilandmuseums keine Exponate habe, um die Synagoge entsprechend auszustatten. Ariane Weidlich schloss jedoch keinesfalls aus, dass eines Tages auch eine Synagoge im Freilandmuseum stehen wird. "Allerdings nicht in den nächsten drei Jahren, denn da haben wir viele andere Aufgaben zu erledigen."

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel warf dazu ein, dass der Bezirk Unterfranken über die Kulturstiftung die Instandhaltung von Synagogen fördere, allerdings sollten diese am Ort selbst bleiben. Bestes Beispiel sei die ehemalige Synagoge in Oberelsbach. Eine Übertragung ins Museum sei nicht der richtige Weg. Zweckverbandsvorsitzender, Rhön-Grabfelds Landrat Thomas Habermann, stellte fest, dass es zur Zeit keine Synagoge gebe, die für eine Translozierung geeignet sei. Allerdings sei eine Synagoge im Fränkischen Freilandmuseum nicht auszuschließen.

Trafohäuschen kann jetzt auch innen besichtigt werden

Informationen gab die Museumsleiterin zum Trafohäuschen auf dem Museumsgelände. Das kann nun auch innen besichtigt werden, weil das Überlandwerk Rhön die entsprechende historische Ausstattung zur Verfügung stellte. Außerdem wurden historische Lampen installiert. Grund sei das 100. Jubiläum des Überlandwerks Rhön, sagte Landrat Thomas Habermann, der kurz die Geschichte dazu erläuterte.

Beleuchtung und historische Ausstattung des Trafohäuschens nannte Museumsleiterin Ariane Weidlich ein Alleinstellungsmerkmal unter den Freilandmuseen in Bayern. Dies gelte auch für einen historischen Strommasten. Im Fränkischen Freilandmuseum findet im kommenden Jahr denn auch eine Ausstellung zum runden Geburtstag des Überlandwerks Rhön statt.

Versicherung übernimmt die Reparaturkosten

Abgelehnt hat die Zweckverbandsversammlung einen Antrag der Stadt Mellrichstadt auf Beteiligung an der Instandsetzung eines Streckenabschnitts der Museumsbahn. Mellrichstadt habe hier eine Eisenbahnstrecke von 2,4 Kilometer. Erneuert werden müssten die Weichen. Diese Kosten müssten laut Vereinbarung die Stadt Mellrichstadt selbst übernehmen. Andreas Polst, Leiter des Finanzreferates des Bezirks Unterfranken, erwähnte dazu notwendige Arbeiten an der Schienenstrecke im Bereich der Zuständigkeit des Zweckverbandes, dem 10,8 Kilometer gehören, 5,3 Kilometer sind im Besitz des Landkreises Rhön-Grabfeld. Die Kosten bezifferte Andreas Polst auf 246.000 Euro, die auf den Haushalt 2020 und 2021 aufgeteilt werden. Zur Instandsetzung der historischen Dampflok, die bei einem Unfall stark beschädigt wurde, sagte der Leiter des Finanzreferates, dass die Reparatur rund eine halbe Million Euro kostete, die allerdings durch eine Versicherung abgedeckt wurde.

Museumsleiterin Ariane Weidlich sprach noch die Translozierung der Schmiede Waldberg an. Die entsprechenden Bauteile lagern nun im Fränkischen Freilandmuseum, ganz in der Nähe des künftigen Aufstellungsortes. Der Wiederaufbau erfolgt im Frühjahr. In der Werkstatt des Museums werden in den Wintermonaten Teile der Dachkonstruktion aufgearbeitet. Das Richtfest ist für den 13. September 2020 eingeplant.

Saniert wird auch die historische Gaststätte "Schwarzer Adler". Hier geht es vor allem um die Nordwand, die die Museumsleiterin ins Jahr 1684 datiert. Es sei das älteste Gebäude im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen. Dazu liegt ein Bauschadensgutachten vor, in dem unter anderem vermerkt ist, welche Holzkonstruktionen nicht mehr tragfähig sind und erneuert werden müssen. Zugestimmt hat man schließlich dem Antrag der Verwaltungsgemeinschaft Fladungen, die einen Teil des ehemaligen Kindergartens, der im Besitz des Freilandmuseum ist, als Archiv nutzen möchte.

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