BAD NEUSTADT

Telemedizin in BRK-Alten- und Pflegeheim

Kommunikation zwischen Pflegepersonal und Arzt: Am BRK-Alten- und Pflegeheim hat die Telemedizin Einzug gehalten. Nach eine Feldversuch ziehen (von links) Roland Görlitz, Torsten Zauper, Simone Bonfig vom BRK-Heim, Steffen Schmitt vom Zentrum für Telemedizin und Elke Müller zufrieden Bilanz. Foto: Heise

Nun ist die Telemedizin auch in einer Pflegeeinrichtung angekommen. Das Neustädter BRK-Alten- und Pflegeheim hat die Vorreiterrolle übernommen und sich in einem Feldversuch mit einem Hausarzt vernetzt, der 19 Patienten im Haus betreut. „Ich möchte es nicht mehr missen“, beteuert Heimleiterin Elke Müller zum Ende des Projekts.

Für sie ist der Abschluss des Versuchs auch nicht das Ende, sondern sie wird die Entwicklung des Forschungszentrums für Informatik weiterhin nutzen. „Für das Personal ist die direkte Weitergabe von Bewohnerdaten eine enorme Arbeitserleichterung“.

Vor rund acht Wochen begann das Projekt, schildert die Heimleiterin. Das Pflegepersonal musste im Grunde keine neuen Leistungen erbringen, denn die Dokumentation des Gesundheitszustands von Patienten werde ohnehin schon auf elektronischem Wege geleistet. Die Neuerung findet vielmehr auf Arztseite statt. Für das Projekt war Dr. Torsten Zauper gewonnen worden. Er betreut 19 Patienten in der Einrichtung. Durch die Vernetzung hat der Arzt nun Zugriff auf die für ihn relevanten Patientenakten.

„Ich spare unheimlich viel Zeit“, versichert auch der Mediziner. Auf seine Hausbesuche – „die genauso zahlreich sind wie vorher“ – könne er sich besser vorbereiten. Die Kommunikation zwischen Altenheim und Praxis verlaufe deutlich einfacher, weil Anrufe entfallen, die den normalen Praxisalltag stören. Sein eigenes Personal werde entlastet, weil zeitaufwendige Telefonate entfallen. Zauper versicherte, dass er aber den Patienten genauso oft sehe wie früher. Nur bei Notfällen gehe alles viel schneller und er könne besser informiert Hilfe leisten.

Die Patientendaten werden mehrfach geschützt, beteuert Roland Görlitz vom Forschungszentrum für Informatik, das vom Bundesgesundheitsministerium gefördert wird. Zugriff hätten nur die direkt mit dem System verbundenen Nutzer. Durch ständig wechselnde Passwörter und Zugangsberechtigungen könne höchste Sicherheit gewährleistet werden.

Die Einführung des Systems sei ja auch nichts Neues, vielmehr habe die Übertragung von Patientendaten bereits in der Schlaganfallbehandlung beim Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen längst Eingang gefunden. Bei Pflegeeinrichtungen werde jedoch Neuland betreten, seines Wissens nach gebe es bisher nur in Berlin ein ähnliches Programm.

Elke Müller betont, dass das Personal die Neuerung voll und ganz unterstütze. Schwieriger wäre es gewesen, wenn das Haus noch nicht die elektronische Dokumentation besäße. In anderen Einrichtungen werde immer noch auf Papier dokumentiert, was deutlich zeitaufwendiger sei. Die Kosten für die Gebühren werde sie auf jeden Fall aufbringen.

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