WECHTERSWINKEL

Telemedizin und Dorfläden stärken die Region

Am Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen” wirkten mit (von links) Jörg Geier, Professor Ulrich Müller-Steinfahrt, Jürgen Metz, Landrat Thomas Habermann, Bernd Rittmeier, Bad Kissingens Landrat Thomas Bold und Christoph Müller. Foto Isabel Dörr
Am Modellvorhaben „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen” wirkten mit (von links) Jörg Geier, Professor Ulrich Müller-Steinfahrt, Jürgen Metz, Landrat Thomas Habermann, Bernd Rittmeier, Bad Kissingens Landrat Thomas Bold und Christoph Müller. Foto Isabel Dörr Foto: Isabel Dörr

Weil die „Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen“ in den Landkreisen Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen ein wichtiges Thema für die künftige Entwicklung ist, waren sie gemeinsam eine von 18 Modellregionen in Deutschland, in denen zu diesem Bereich intensive Untersuchungen vorgenommen wurden. Die Ergebnisse, die in einer Abschlussveranstaltung im Kulturzentrum Wechterswinkel vorgestellt wurden, werden vor Ort genutzt und fließen in die Bemühungen des Bundes ein, den ländlichen Raum zu stärken und gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land herzustellen.

Medizinische Versorgung

Zwei Schwerpunkte waren in den vergangenen drei Jahren analysiert worden: die medizinische Versorgung und der öffentliche Nahverkehr im Zusammenhang mit der Daseinsvorsorge. Da im ländlichen Raum oft weite Strecken bis zum nächsten Arzt zurückgelegt werden müssen und das besonders für Ältere ein wichtiges Kriterium für die Wahl des Wohnorts ist, befasste sich das Zentrum für Telemedizin Bad Kissingen im Rahmen der Studie intensiv mit den Möglichkeiten, wie Telemedizin die ärztliche Versorgung verbessern kann. Als Verantwortlicher stellte Christoph Müller die Analyse, ihre Ansätze, Einsatzgebiete und Weiterentwicklungsideen vor.

Die Telemedizin ermögliche es beispielsweise, dass viele Kontakte des Patienten nicht mehr direkt mit dem Arzt selber, sondern mit einer nichtärztlichen Fachkraft erfolgen, die für die Betreuung befähigt ist, medizinische Entscheidungen durch Videozuschaltung und Datenübermittlung aber dem Arzt überlässt. Nebenbei empfehle sich für die Patientenbesuche elektromobile Fortbewegung.

Daseinsvorsorge

Mit einer umfangreichen Datenerhebung näherte sich die Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt dem Komplex der Daseinsvorsorge und Mobilität. Professor Ulrich Müller-Steinfahrt legte ausführlich dar, dass sich zur Beseitigung der Einkaufsdefizite in den ländlichen Gemeinden als gute Möglichkeit die Dorfläden herauskristallisiert hätten. Dazu sei allerdings ein verstärktes bürgerschaftliches Engagement mit Vereins- oder Genossenschaftsgründungen erforderlich. Ein solcher Dorftreff solle eine möglichst umfassende Versorgung bieten, ergänzend dazu könne man das System des Lieferservice ausbauen. Für den öffentlichen Nahverkehr empfahl Müller-Steinfahrt mehr Flexibilität in der Taktung, die häufig zu stark auf die Schülerbedürfnisse ausgerichtet sei. Für das Jahr 2019 haben die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld bereits eine Anpassung des ÖPNV-Netzes im Auge.

Mit 500 000 Euro gefördert

Landrat Thomas Habermann dankte bei der Abschlussveranstaltung in Wechterswinkel auch im Namen seines Bad Kissinger Kollegen Thomas Bold allen, die sich in den Gemeinden an diesem Projekt beteiligten, das mit 500 000 Euro von der Bundesregierung gefördert wurde und im Interesse gleichwertiger Lebensverhältnisse weiterverfolgt wird, wie Bernd Rittmeier, Leiter der Projektgruppe demografischer Wandel im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, versicherte. Der Schatz an Daten, der gesammelt worden sei, ermögliche schnelle Antworten für kreative Lösungen.

Für solche setzen sich in besonderer Weise Jörg Geier und Jürgen Metz, Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung an den Landratsämtern Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen, ein. Ihre Bemühungen gehen vor allem dahin, dass die Bevölkerung verstärkt über die vielfältigen Mobilitätsangebote informiert und eine Mobilitäts-App aufgebaut wird, in der auch Anrufbusse ihren Platz haben. Für die Entstehung von Dorftreffs bestehen Aussichten im östlichen Streutal und im südlichen Grabfeld.

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