Bad Königshofen

Termin für Eröffnung steht

Die Vitrinen für die verschiedenen Exponate sind bereits in den grundlegend sanierten Räumen des Museums Schranne aufgebaut. Im Gegensatz zu den bisherigen Vitrinen sind sie so gestaltet, dass der Besucher von oben die Gegenständen sehen kann. Foto: Hanns Friedrich

Am 14. Mai um 14 Uhr wird das grundlegend sanierte archäologische Museum "Schranne" in Bad Königshofen mit einem Festakt eröffnet. Die Einladungskarte zeigt auf der Vorderseite das "Trinkhorn" von Salz, das neben vielen neuen Exponaten aus dem Grabfeld und der Rhön zu sehen sein wird. Träger des Museums ist die Archäologische Staatsammlung gemeinsam mit dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Stadt Bad Königshofen.

Im Juli 2017 wurde damit begonnen, das Museum Stück für Stück auszuräumen, die verschiedenen Exponate aufzulisten und teils in Bereiche des Bauhofs zu verlagern. Ein neues Konzept wurde in den vergangenen Monaten erstellt und neue Ideen entwickelt.

Gebäude wurde 1693 gebaut

Über dem Eingang erkennt man unter zwei Masken die Jahreszahl 1693. In diesem Jahr wurde die Schranne gebaut. Allerdings gab es einen Vorgängerbau, weiß Kreisheimat- und Archivpfleger Reinhold Albert. Dort wurden die Abgaben, die die Bevölkerung an den König zu entrichten hatte, gesammelt. Hintergrund war eine Landgüterordnung, heute bekannt als der "Zehnt".

Die Schranne hat in den vergangenen Jahrhunderten viele Besitzer gesehen. So das Kloster Wechterswinkel, das Fürstbistum Würzburg, die Stadt Königshofen sowie die Weinkellerei Hübner. Nach 1950 wurde die Schranne zur Mälzerei der gegenüberliegenden Brauerei Kneuer umgebaut. Nachdem diese 1980 ihren Betrieb einstellte, kaufte die Stadt das Gebäude. 1988 wurde das "Vorgeschichtliche Museum" an die Bayerische Staatssammlung München übergeben. Nach dieser langen Zeit war es dringend erforderlich gewesen, die Einrichtung und  vor allem die Präsentationen neu zu konzipieren. Das geschah in den vergangenen Jahren.

Als eine große Glasfront zeigt sich der neue Übergang zum "Museum für Grenzgänger" in der Schranne Bad Königshofen. Dieses befindet sich im ehemaligen Salzhaus. Im unteren Bereich sind Räumlichkeiten für Vorträge und Informationsveranstaltungen vorgesehen. Foto: Hanns Friedrich

Vorhanden ist nun  ein Aufzug, der von der Martin-Reinhard-Straße benutzbar ist und damit das Haus barrierefrei macht. In den vergangenen Tagen wurden bereis die neuen Vitrinen eingebaut und auch der Verbindungsgang zum "Museum für Grenzgänger" ist weitgehend fertig gestellt.

In den unteren Räumen ist Platz für Informationsveranstaltungen bei Führungen für Gruppen oder Schulklassen. Im großen Gewölbekeller sind die Toiletten untergebracht und dort wird es auch einen weiteren Ausstellungs- und Vortragsraum geben. Die Arbeiten sind im Zeitplan, so dass dem Eröffnungstermin nichts im Wege steht. Im Eingangsbereich ist bereits der künftige Kassenbereich zu erkennen. Neu ist der Treppenaufgang zum Archäologischen Museum, das sich über die beiden oberen Stockwerke erstreckt. Im Erdgeschoss wird es eine Foyer geben und künftig den "Treffpunkt Grabfeld". Hier soll speziell das Grabfeld mit seiner Vergangenheit und Gegenwart präsentiert werden.

Die Vitrinen für die verschiedenen Exponate sind bereits in den grundlegend sanierten Räumen des Museums Schranne aufgebaut. Im Gegensatz zu den bisherigen Vitrinen sind sie so gestaltet, dass der Besucher von oben die Gegenständen sehen kann. Foto: Hanns Friedrich

Jürgen Hess, der zusammen mit Matthias Hoenig für die Planung zuständig ist, arbeitet für das Stuttgarter Büro "Space 4", das auf die Instandsetzung von Baudenkmälern und die Konzeption sowie Gestaltung von Ausstellungen spezialisiert ist. Er sagt, dass im neuen Archäologischen Museum Schranne Bad Königshofen auf zwei Ausstellungsebenen verschiedene Themenfelder aus der archäologischen Geschichte Unterfrankens, der Rhön und des Grabfeldes zu sehen sind.

Mitmachstationen sind ebenso eingeplant, sowie große Schaubilder an den Wänden, die sich den einzelnen Exponaten zuordnen lassen. Jürgen Hess spricht von einer "Möblierung, die den Blick des Besuchers führt, aber nicht verstellt." Deshalb sind flache Vitrinen in der Mitte platziert, darum dann entsprechende Sitzgelegenheiten. Unterstützt wird das alles durch ein neues Lichtkonzept.

Sanierung kostete rund zwei Millionen Euro

Der Museumspädagogik wird außerdem viel Platz eingeräumt. Das soll mit dem Drei-Zonen-Konzept erreicht werden. Das gliedert sich in eine "Mitmach-Ebene", den nach Themen geordneten Ausstellungsfeldern und einer an den Wänden grafisch dargestellten chronologischen Zeitenfolge.

Auf rund zwei Millionen Euro ist die Sanierung der Schranne veranschlagt. Freistaat Bayern und Europäische Union fördern das Projekt aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) mit rund 1,5 Millionen Euro. Allerdings ist die Neukonzeption und die Einrichtung des Museums mit museumspädagogischen Angeboten nicht in diesen Kosten enthalten. Das übernimmt die Archäologische Staatssammlung in München.

Im Eingangsbereich ist bereits das künftige Kassenhäuschen erkennbar und der große Foyerbereich. Foto: Hanns Friedrich

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