Wülfershausen

Theater Wülfershausen: Jede Menge „Leichen“ in der guten Stube

So viele Leichen - die Hauptkommissarin führt die vermutlichen Mörder ab. Foto: Regina Vossenkaul

Schuld an allen Verwicklungen ist eigentlich der schusselige Azubi von Toni Knast, der die KO-Tropfen auf dem Küchentisch vergisst, die eigentlich für den nächsten Coup gebraucht wurden. Die Kriminalkomödie in drei Akten "Oje, schon wieder eine Leiche", verfasst von Brigitte Wiese und Patrick Siebler, zeigt, wie die als Potenzmittel deklarierten Tropfen eine "Leiche" nach der anderen produzieren.

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Krimi-Komödie

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Alles fängt ganz harmlos an: Ilse Meuchler (Manuela Römling) hat die Nase voll vom Freund ihres Mannes Harry Hecht (Simon Kraus), der Werner Meuchler (Heiko Markert) immer wieder in die Wirtschaft und ins Fitness-Studio mitnimmt. Ilses offen geäußerte, nicht ganz ernst gemeinten Mordgedanken werden plötzlich Realität: Sie findet Harry tot in ihrer Küche. Der Verdacht, ihn umgebracht zu haben, würde aufgrund ihrer Drohungen sofort auf sie selbst fallen, deshalb muss die Leiche verschwinden.

Wozu die Schubkarre in der Stube?

Tochter Carmen (Anne-Katrin Pfeuffer), schwanger im Stück und in echt, will bei der "Zwischenlagerung" in der Garage helfen, aber die Dorftratsche Vreni (Sandra Mayer) taucht auf und wundert sich über die Schubkarre in der Stube. Weil inzwischen auch Carmens Verlobter (Sebastian Hey) der Versuchung, der Manneskraft auf die Sprünge zu helfen, nicht widerstehen kann, wird er zwischengelagert, während Harry schon wieder aufwacht, sich an nichts erinnert und das Stärkungsmittel noch einmal ausprobiert. In Versuchung kommt auch der Pfarrer, gespielt vom echten Pfarrer Silvester Ottaplackal, aber das Stöhnen von Harry, als Gottes Antwort gedeutet, hält ihn zurück.

Der Teppich muss mal wieder geklopft werden, versichert Carmen, der eingewickelte Harry kann sich später an nichts erinn... Foto: Regina Vossenkaul

Wie führt man eine Leiche der "Endlagerung" zu? Unter dem Kompost vergraben, in die Mülltonne stopfen oder in Salzsäure auflösen? Gestört wird die Familie Meuchler immer wieder von Vreni und der Hauptkommissarin (Katja Hey), die dem Duo Toni Knast (Andreas Wirsing) und Azubi Ede (Christopher Zink) auf der Spur ist.

KO-Tropfen in der Schnapsflasche

Erst nach einiger Zeit merken die Betroffenen, dass die "Toten" wieder zu Bewusstsein kommen. Was niemand weiß, ist, dass Vreni die KO-Tropfen inzwischen in die Schnapsflasche gefüllt hat, um dem jungen Paar die vermeintliche Stehhilfe in der Hochzeitsnacht zu verwehren. Am Ende stoßen alle noch einmal mit dem gepanschten "Williams Christ" an, in der letzten Szene auch die Reporterin (Marita Weber), die mit ihrer neuen Mitarbeiterin Vreni fünf "Leichen" vorfindet und die große Story wittert.

Das Stück mit Lokalkolorit, in dem die Darsteller in der Brückenschenke einkehren, dort auf "Hasi" treffen, der Werner und Harry überredet der Feuerwehr beizutreten, und der Pfarrer keine Zeit hat, weil er noch eine Predigt aus dem Internet runterladen muss, birgt viele zusätzliche Gags für Insider.

Familie Meuchler groß in Form

Groß in Form ist die Familie Meuchler, wenn es gilt, Harry in einen Teppich einzuwickeln oder die Leichentransporte per Schubkarre abzuwickeln. Am meisten Text musste Manuela Römling lernen, die in ihrer Angst vor dem Gefängnis die Situation verschärft. Was bis zum Schluss nicht aufgelöst wird, ist der Bezug zu den KO-Tropfen, von denen nur der kriminelle Bruder von Ilse samt Azubi weiß.

Ein lustiger Abend, an dem man wieder einmal herzhaft lachen konnte, war das Bühnenstück der Theatergruppe, in der außerdem noch Lilli als Freundin von Harry (Sybille Will) und Souffleuse Elisabeth Weber wichtig waren. Seit April laufen die Proben, in der Pfarrscheune war die Bühne aufgebaut, liebevoll ausgestattet mit passenden Accessoires.

Das Publikum bedankte sich am Ende der Aufführung mit viel Applaus nicht nur bei den Akteuren, sondern auch bei Rosi und Peter Will, die für die Organisation insgesamt sorgten.                   

Harry wird in einen Teppich gewickelt und zwischengelagert. Foto: Regina Vossenkaul
Mit einem blauen Auge ist Toni Knast davongekommen, das verdankt er Azubi Ede. Foto: Regina Vossenkaul

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