Eußenhausen

Theater in Eußenhausen: "Frecher die Erben nie schlichen"

Sie hat wieder toll gespielt, die Landjugend von Eußenhausen. Von links: Regisseur und Souffleur Günter Krines, Benedikt Kirchner („Kanari“ Moritz), Dorina Schmitt (Freundin Sandra), Katharina Dietz (Anni), Sebastian Kirchner (Peter), Sophia Göpfert (Inge), Felix Stingl (Hans), Sarah Bindrich (Tante Mary) und Philipp Dietz (Franz). Foto: Brigitte Gbureck

Auch bei der zweiten Aufführung des Theaterstücks „Frecher die Erben nie schlichen“ war das Kulturheim in Eußenhausen bis auf den letzen Platz besetzt. Philipp Dietz, der Vorsitzende der katholischen Landjugend, begrüßte die Besucher zu dem Dreiakter.

Alle an einem Tisch mit Tante Mary, Hans (links) sitzt festgebunden auf dem Stuhl. Foto: Brigitte Gbureck

Vorhang auf, im Wohnzimmer sitzen Inge (Sophia Göpfert) und ihr Mann Hans (Felix Stingl) am Frühstückstisch, als Tochter Sandra (Dorina Schmitt) gut gelaunt hereinkommt. Ob ihr Freund Moritz wohl für eine tolle Nacht verantwortlich ist? Hans beruhigt seine Frau und macht sich über "Öko-Moritz" lustig. Hans ist nicht Sandras leiblicher Vater. Es klingelt und Briefträger Franz (Philipp Dietz) bringt Inge ein Telegramm von Peter, ihrem geschiedenen Mann und leiblichen Vater von Sandra. Inge liest: „Komme heute. Stop. Müssen wieder verheiratet sein. Stop. Viele Dollars winken. Stop. Peter“. Einen Kaffee will Franz nicht, der putsche ihn als Beamten zu sehr auf. Aber ein kleiner Kurzer dürfe es sein.

Deftige Sprüche fliegen hin und her

Draußen fährt krachend ein Auto vor, Anni (Katharina Dietz), die Frau von Peter (Sebastian Kirchner), sitzt am Steuer. Anni ist ein sehr resolutes und raffgieriges Frauenzimmer mit einer scharfen Zunge. Zwischen den Paaren geht es verbal rund, deftige Sprüche fliegen hin und her. Peter möchte, dass er mit Inge wieder ein Paar wird. Moritz will derweil Annis Ying und Yang wieder ins Gleichgewicht bringen.

Peter erzählt dann von einer netten alten Tante in Amerika, Tante Mary. Die weiß aber nicht, dass Inge und Peter nicht mehr zusammen sind. Sandra liebäugelt auch mit den Dollars von Tante Mary und ist mit dem bisschen Theater einverstanden. Peter verteilt die Rollen. Anni wird die Haushälterin sein. Hans spielt den Cousin von Inge, der bei einem Unfall in seiner Jugendzeit seine Sprache verloren hat. Moritz möchte nicht das klassische Liebespaar mit Sandra spielen, er sei diesem emotionalen Stress nicht gewachsen. Dazu müsse er sich erst einmal eine Woche in Meditation begeben. Peter und Inge spielen das Ehepaar. Und Anni will die Dollars, koste es, was es wolle.

Im zweiten Akt sitzt Moritz auf dem Wohnzimmertisch und singt „Omm, Hare Hare Rama“. Alle Beteiligten haben sich in Schale geworfen. Anni bringt für Moritz einen Kräutertee, angereichert mit Alkohol und betäubt Hans mit KO-Tropfen. Dann umwickelt sie seinen Kopf mit Binden, bindet ihn auf dem Stuhl fest und stellt ihn in die Ecke.

Dem Lügengespinst auf der Spur

Schließlich taucht Tante Mary (Sarah Bindrich) mit Sandra auf. Tante Mary zeigt sich froh, dass sie hier eine so intakte Familie findet. Da taucht der langsame Franz wieder auf, er kann es nicht fassen, was mit Hans passiert ist und begleitet „Maari“ nach draußen. Moritz beendet das "Mumiendasein" von Papa Joe. Hans will von Inge einen Kuss, da kommt plötzlich Tante Mary. Jede Menge Situationskomik ist geboten. Tante Mary taucht auch auf, als Anni Peter küsst. Sie glaubt, dass sie hereingelegt wird und will herausfinden, was ihr vorgespielt wird. Franz hilft ihr dabei.

„Omm“: "Öko-Moritz" (Benedikt Kirchner) versucht, sein Ying und Yang wieder in Einklang zu bringen. Foto: Brigitte Gbureck

Eine Woche später sitzen Inge und Hans wieder am Tisch. Franz taucht erneut auf, "Maari" ist immer noch bei ihm. Anni und Peter ("wir sind nur gekommen, um abzuholen, was uns zusteht") gesellen sich dazu. Die Tante hat in einem Dokument festgehalten, wie ihr Vermögen aufgeteilt werden soll. Bevor sie jedoch unterschreiben kann, bricht sie zusammen. Anni sucht ihren Ausweis und will die Unterschrift fälschen. Als Mary wieder zu sich kommt, verschwinden Anni und Peter erbost. Mary ist zwar von Inge und Hans enttäuscht, dass sie das Spiel mitgespielt haben, will jedoch den Beiden verzeihen. Derweil verkündet Sandra, dass sie schwanger ist.

Viel Applaus für das Ensemble

Tante Mary hat ebenfalls eine Überraschung parat. Franz und sie haben sich auf ihre alten Tage verliebt. „Maari“ wird ihren Aufenthalt verlängern - bis zu seiner Pensionierung. Und sie wird dafür sorgen, dass die Geldprobleme von Inge und Hans gelöst werden. Und Hans? Er soll sich als Opa fühlen, auch wenn er nicht der Vater ist.

Großen Applaus gab es für das gesamte Ensemble und für jeden Einzelnen, alle hatten ihre Rollen perfekt gespielt. Der Eußenhäuser Dialekt tat sein Übriges, um einen kurzweiligen Theaterabend genießen zu können. Großer Beifall gebührte auch Günter Krines, der das Stück ausgesucht, einstudiert, Regie geführt und auch souffliert hat. Und dann gab es wie alle Jahre noch ein Geburtstagsständchen für Pfarrer Thomas Menzel.  

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