Salz

Traditionsreicher "Circus Henry" begeistert in Salz

Als biegsame "Schlangenfrau" sorgte Alica für jede Menge Applaus im ausverkauften Zirkuszelt. Foto: Andreas Sietz

Eine kleine, aber stete Menschentraube versammelte sich schon am Montagabend an einer privaten Wiese in der Sälzer Schlesierstraße. Die ersten Zirkuswägen von Deutschlands ältestem Zirkus rollten nach einem Gastspiel aus Hofheim an.

"Mitten in einem Wohngebiet eine Zirkuskuppel", das sah mancher Anwohner kritisch. Zirkusleben baut auf Tradition und die Gemeinde Salz ist ein Ort, in dem Traditionspflege seit Generationen groß geschrieben wird. Die Tage der unverwechselbaren "Landluft" liegen allerdings schon fast in Vergessenheit. Der "Circus Henry" wurde 1812 in Breslau gegründet und lebt durch die engen Familienbande von Generation zu Generation weiter. Die Zeiten sind für das fahrende Volk aber immer schwieriger geworden und Gastspielorte sind schwer zu finden - oder fallen durch das mögliche Finanzfenster. So muss man hoffen, auf privaten  Wiesen einen Platz zu finden.

Beim Ausparken Kamele im Rückspiel gesehen

Nachdem die Platzvoraussetzungen in Salz abgeklärt waren, erschallten die Hammerschläge zum Zeltaufbau wie ein Uhrwerk. Robin Frank, einer der Enkel des schon legendären Zirkusdirektors Herny Frank, bemerkte, dass nach einem Gespräch mit den Grundstückbesitzern und Bürgermeister Martin Schmitt alles geklärt sei. Ein Anlieger bemerkte mit einem Lächeln im Gesicht, dass er noch nie beim Ausparken Kamele im Rückspiegel gesehen hätte. Diese kamen gerade per Transporter vom letzten Gastspielort.  

Henry Frank zeigte sich erfreut, dass so viele Gäste den Zirkus durch ihren Besuch unterstützen. Und es hieß bei der Premiere am Donnerstagabend: "Ausverkauft unter der Zirkuskuppel“. Der Duft von Zuckerwatte und frischem Popcorn lag in der Luft und mischte sich unter die spürbare Spannung und Vorfreude. Die Clowns Pepo und Charly stürmten die Manege, spielten die "Schicksalsmelodie" und die atemberaubende Live-Show unter der Zirkuskuppel startete.

Darbietung unter dem Zirkuszelt

Mächtige "Wüstenschiffe" aus der sibirischen Steppe trotteten durch die Manege und zeigten so manch Kunststück. Wilde Pferde brachten bei ihrer Show viel Schwung in die Manege. Actionreich ging es bei den "tanzenden Tellern" zu und die neunjährige Tanja als jüngste Artistin zeigte als Hulahoop-Künstlerin ihre Klasse. Donnernden Applaus gab es für Alicia, die bei ihren spektakulären Darbietungen hoch oben unter dem Zirkuszelt den Atem der Gäste zum Stocken brachten. Sie setzte auch als "Schlangenmädchen" einen besonderen Höhepunkt. Lucky Luke mit Pferd Jolly Jumper setzten ein dickes Ausrufezeichen der vertrauensvollen Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Robin Frank bekam das Fohlen, als es zehn Wochen alt war. Er zog es mit der Flasche groß und seitdem sind die beiden ein Herz und eine Seele.

Henry Frank hob die gute und immer wieder amtlich bestätigte Pflege der Tierhaltung hervor. Neben einem Besuch der Tierschau konnten Erinnerungsfotos auf den Kamelen oder Ponys gemacht werden.

Der Zirkus gastiert noch bis zum Sonntag, 3. November, in Salz. Vorführungen sind (bis auf Mittwoch und Donnerstag) täglich um 17 Uhr. Am Sonntag ist die Vorstellung um 14 Uhr.

Zirkusdirektor Henry Frank, Seniorchef des traditionsreichen und ältesten Zirkus Deutschlands, zeigte sich über die zahlreichen Gäste zur Sälzer Premiere erfreut. Foto: Andreas Sietz

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