Kleinbardorf

Trauer um Theo Tönnessen

Theo Tönnessen starb im Alter von 89 Jahren. Foto: Josef Kleinhenz

Am 16. Mai wäre er 90 Jahre geworden, jetzt starb Theo Tönnessen nach längerer Krankheit in Bad Königshofen. Sein Rat als Landwirt und Jäger war stets gefragt.

Jahrzehntelang  ging der Waidmann im Gemeinschaftsjagdrevier Leinach und im Eigenjagdrevier Rothhof mit großer Passion auf die Pirsch. Für den Bayerischen Jagdschutz- und Jägerverein (BJV) Bad Königshofen im Landesjagdverband Bayern übte er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden aus. 1977 wurde Theo Tönnessen Kreisjagdberater in Rhön-Grabfeld, ein Amt, das er das er 23 Jahre geradlinig ausführte. Ebenso das eines ehrenamtlichen Richters am Sozialgericht Würzburg von 1964 bis 1976.

Mittler zwischen Jagd und Öffentlichkeit

Theo Tönnessen galt als zuverlässiger Partner. Nicht umsonst würdigte ihn der inzwischen verstorbene ehemalige Landrat Fritz Steigerwald einst als hervorragenden Mittler zwischen den Interessen der Jagd und den Belangen der Öffentlichkeit, zwischen Forstschutz, Landwirtschaft sowie zivilrechtlichen Bereichen.

Im September 1962 kam Theo Tönnessen von Schiefbahn am Niederrhein, zwischen Krefeld und Mönchengladbach, ins fränkische Grabfeld, das ihm zur zweiten Heimat wurde. Er übernahm das Gut Rothhof bei Sulzfeld und bewirtschaftete es. Mit einem Volumen von 280 Hektar  Nutzfläche leitete er  den Rothhof von 1963 bis 1974 mehr als zehn Jahre.

Zwölf Jahre Gemeinderat in Sulzfeld

Besonders verbunden war er der Bevölkerung in Leinach, einem Ortsteil von Sulzfeld. Dort gehörte er fast allen Vereinen an. Sein Wunsch war, in Leinach auch die letzte Ruhe zu finden. Die Bürger  der Gesamtgemeinde wählten ihn von 1972 bis 1984 in den  Sulzfelder Gemeinderat. Zunächst parteiloses Mitglied, gehörte Theo Tönnessen in seiner zwölfjährigen Ratszugehörigkeit zuletzt  der CSU-Fraktion an.

Der CSU-Ortsverband Bad Königshofen würdigte  vor wenigen Jahren seine mehr als  30-jährige Parteitreue mit einer Ehrenurkunde. Teils bayernweit erhielt Theo Tönnessen für vorbildliches Engagement und langjährige Zugehörigkeit in Vereinen und Verbänden  verschiedenste Auszeichnungen und Würdigungen. Das belegen viele Urkunden und Dokumente.

Sein Herz schlug für Wildtiere

Seine geistige Frische bis ins hohe Alter erhielt sich Theo Tönnessen mit einem starken Hang zur Natur.  Alles, was mit ihr zusammen hing, war sein Anliegen. Unter dem Motto „Hege und Pflege“ sorgte er in Eigeninitiative zum Beispiel  für bessere Lebensräume der Wildtiere. Denn Wert legte Tönnessen zu „nahrungsarmen Zeiten“ auf  das Wohl von  Hoch- und Niederwild. Für Rehe, Hirsche, Wildschweine, Hasen, Rebhühner und Fasane schuf er Wildäsungs- und Schutzflächen, damit sie  zwischen Wald und angrenzender Landwirtschaft  überleben konnten.

Konkret säte Theo Tönnessen auf  Brachflächen  Gräser und Buchweizen an sowie Raps und Klee. Von den Vorteilen der mit Landwirten einvernehmlich durchgeführten Natur-Maßnahmen profitierten auch die Vogelwelt und Klein-Fauna. In Fachzeitschriften, darunter  in der Schweiz und Österreich, stellte er das Beispiel natürlichen Eingreifens international vor und erntete damit ein lebhaftes Echo.

In Theo Tönnessen verliert das Grabfeld einen fachlich versierten und geschätzten Bürger, der  sich große Verdienste um Natur und Landwirtschaft  erworben hat.  

Die Beerdigung findet in Leinach statt, der Termin steht noch nicht fest.

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