Oberelsbach

Trockenheit führte zu hohen Schäden im Oberelsbacher Gemeindewald

Schädlingsholz gab es im Oberelsbacher Wald im vergangenen Jahr in großen Mengen. Foto: Marion Eckert

Ausführlich beschäftigten sich die Gemeinderäte mit dem Thema Wald. Bereits vor ein paar Tagen wurde der Thematik eine eigene Sitzung des Bau- und Umweltausschusses gewidmet. Umfassend fiel der Rückblick auf das Waldjahr 2019 aus, der von Forstdirektor Hubert Türich gegeben wurde. Ein weiteres Trockenjahr mit großer Hitze führte zu hohen Schädigungen im Wald und zu einem Schädlingsbefall, so dass ein regulärer Einschlag kaum möglich war. Es musste nahezu ausschließlich Käferholz aufgearbeitet werden. Zudem sei der Holzmarkt aufgrund des hohen Anfalls an Schadholz eingebrochen. "Die Erntekosten haben die Holzerlöse in weiten Teilen aufgefressen." Der Kunde habe den Preiseinbruch allerdings im Handel nicht gespürt, der einzige Verlierer sei der Waldbesitzer.

Die unterdurchschnittlichen Niederschläge gepaart mit überdurchschnittlicher Hitze führten auch bei der bislang als stabil geltenden Buche zu Schädigungen. Auch Kiefer und Eiche würden leiden, wobei hierbei auch Schädlinge ihren Teil beitragen. Es sei sehr schwer vorauszusagen, welche Baumarten auch künftig den klimatischen Bedingungen gewachsen sein werden. Türich sprach sich für einen Mischwald aus und für heimische Hölzer, die je nach Standortvoraussetzung auszuwählen seien. Bürger, die Fragen zu ihrem Wald haben, können sich jederzeit an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wenden.

Ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz

Die Frage, ob der Wald stillgelegt werden soll, wie es immer wieder einmal gefordert werde, wies Türich zurück. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holznutzung sei ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. "Holz nutzen und ernten ist sinnvoll und zulässig", verwies er auf die Bindung von Kohlenstoff im Holz. "Holz ist umweltfreundlich und nachhaltig." Anhand eines Beispiels zeigte er auf, dass die Speicherung von Kohlenstoff in nicht genutzten Waldökosystemen deutlich hinter der Klimaschutzleistung nachhaltig genutzter Wälder zurück bleibe. Natürlich gebe es auch Waldbereiche, in denen Totholz liegen bleibe, aber alles mit Maß und Ziel und dort wo es sinnvoll und nötig sei.

Der Oberelsbach Wald ist in zwei Betriebsklassen eingeteilt, den normalen Wald und den Bereich in den Kernzonen. Revierförster Matthias Schlund stellte die Zahlen vor. Im regulären Wald lagen die Einnahmen bei 285 663 Euro, die Ausgaben bei 303 313 Euro, hieraus ergibt sich ein Defizit von 17 649 Euro. Der Gesamteinschlag lag bei 6295 Festmetern, laut Forsteinrichtung sind 4600 Festmeter vorgesehen. Die erhöhte Menge kam durch die große Anzahl an Schadholz zustande.

Nur Windwurf und Käferbäume aufgearbeitet

In der Kernzonenbewirtschaftung ist ein Defizit von 12 181 Euro zu erwarten. Hier wurden nur Windwurf und Käferbäume aufgearbeitet. Ein regulärer Hieb wurde aufgrund der Marktlage nicht ausgeführt. 365 Festmeter konnten aufgrund des Absatzmarktes noch nicht vermarktet werden.

Für 2020 sei ein Einschlag von 4810 Festmetern und weiteren 1500 Festmetern in den Kernzonen vorgesehen. Erwartet werden Einnahmen in Höhe von 291 600 Euro und Ausgaben von 308 600 Euro, was ein Defizit von 17 000 Euro bedeutet. In Bereich der Kernzone werden 55 000 Euro Einnahmen und 45 000 Ausgaben erwartet. Dies bedeutet einen Überschuss von 10.000 Euro. Türich lobte die Gemeinde für ihre Weitsicht, in den Wald zu investieren und ein Defizit in Kauf zu nehmen.

Neue Kulturen auf 9,4 Hektar geplant

Für den Waldwegebau und -unterhalt wurden keine konkreten Planungen vorgetragen. Hier soll für einzeln erforderliche Instandhaltungsmaßnahmen ein Haushaltsansatz von 10 000 Euro in den Haushaltsplan eingestellt werden. Neue Kulturen sind auf 9,4 Hektar geplant, 19 600 Euro sind hierfür vorgesehen, ein neuer Zaun ist für 1,7 Hektar nötig.

Oberelsbach hat mit dem Freistaat Bayern einen Vertrag über die Bereitstellung von Kernzonenflächen auf unbestimmte Zeit geschlossen. Im Vertrag wurde eine Nutzung und wirtschaftliche Verwertung nicht standortheimischer Baumarten bis zum 1. Juli 2023 auf einer Fläche von 76,40 Hektar an der Schornhecke und am Heidelstein vereinbart. Nach heutigem Stand sei es nicht möglich, die Bäume in diesem Zeitraum "zu ernten". Da es sich um Schutzwald handle, dürfe kein Kahlschlag vorgenommen werden, erläuterte Bürgermeisterin Birgit Erb. Die Gemeinderäte stimmten dem Vorschlag zu, dass die Gemeinde einen Antrag auf Verlängerung des Vornutzungszeitraums in den Kernzonenflächen stellt.

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