Bad Königshofen

Trotz Corona-Pandemie haben Küster im Grabfeld viel zu tun

Bereits am Palmsonntag hatte Küster Michael Löhr einiges zu tun. Vor dem Altar hatte er mit Pfarrer Karl Feser eine Ikone aufgestellt, ebenso ein Weihrauchfass, eine Vase für Palmkätzchen und eine Kerze vorbereitet.
Bereits am Palmsonntag hatte Küster Michael Löhr einiges zu tun. Vor dem Altar hatte er mit Pfarrer Karl Feser eine Ikone aufgestellt, ebenso ein Weihrauchfass, eine Vase für Palmkätzchen und eine Kerze vorbereitet. Foto: Hanns Friedrich

Auch wenn zurzeit die Gottesdienste ausfallen und nur am Sonntag eine Messe vor leeren Kirchenbänken gefeiert wird, haben die Küster in den katholischen Kirchen keine Langeweile. "Wir müssen alles genau so herrichten, wie bei normalen Gottesdiensten", sagt Michael Löhr, Küster der Stadtpfarrkirche Bad Königshofen. Arbeitsintensiv ist die "heilige Woche", wenn sie auch nicht in dem üblichen Ausmaß gefeiert wird. Eingebracht hat sich in Bad Königshofen auch der Pfarrgemeinderat. Er hat Tüten mit einer kleinen Osterspeise vorbereitet. Kinder und Jugendliche haben die Eier gefärbt und die Tüten liebevoll gestaltet. Diese liegen ab Karfreitag in der Stadtpfarrkirche und können  mitgenommen werden. Wer möchte kann aber auch eigene Osterspeisen in die Stadtpfarrkirche bringen und zwar am Gründonnerstag bis 17 Uhr.

Zwölf sybmolische Stühle

In diesem Jahr ist am Gründonnerstag nur wenig  vorzubereiten. Der Gottesdienst mit Pfarrer Karl Feser und Pfarrvikar Paul Mutume beginnt um 18.30 Uhr, ohne Gottesdienstbesucher. Die Fußwaschung entfällt, ebenso gibt es auch die "heiligen Öle" nicht. Symbolisch stellt Küster Michael Löhr zwölf Stühle in Erinnerung an die Fußwaschung Jesu im Chorraum auf. Nach dem Gottesdienst wird der Zelebrationsaltar  abgeräumt, lediglich der Hochaltar bleibt geschmückt, da dort das Allerheiligste aufbewahrt wird. Damit besteht für die Gläubigen tagsüber die Möglichkeit zum Gebet vor dem Tabernakel, weil keine Gebetsstunden am Abend stattfinden. Auch die beliebte, immer eindrucksvoll gestaltete, Gethsemanenacht, entfällt.

Am Karfreitagvormittag wird am Altar ein rotes Tuch aufgelegt, davor das Kreuz und eine Dornenkrone in Erinnerung an den Kreuzweg Jesu. Die Liturgie vom Leiden und Sterben beginnt um 15 Uhr, natürlich in einer leeren Kirche. Am Altar wird ein kleines heiliges Grab zu sehen sein, dass vom Küster hergerichtet wird. Ab 16.30 Uhr ist das Gotteshaus bis 18 Uhr zum Gebet geöffnet. Kein Osterfeuer und keine Wasserweihe gibt es in der Osternacht. Pfarrer, Lektor und Küster sind um 21 Uhr wieder unter sich. Gesegnet werden insgesamt zehn Osterkerzen für die jeweiligen Ortschaften der Pfarreiengemeinschaft Grabfeldbrücke. Für die Gläubigen gibt es am Ostersonntag nach dem Gottesdienst, der  um 10 Uhr in der verschlossenen Kirche stattfindet, kleine Osterkerzen, die mit nach Hause genommen werden können. Die Gottesdienste werden wieder aufgezeichnet und sind zeitversetzt im Internet unter der Facebookseite "Pfarreiengemeinschaft Grabfeldbrücke" zu sehen. Außerdem gibt es entsprechende Gebetshefte, die in den Kirchen ausliegen.

Verse vom Kirchturm

Vom Kirchturm der Stadt spricht Pfarrer Karl Feser am Karfreitag um 12 Uhr, 15 Uhr und 19 Uhr die Verse, die normalerweise die Rumpler aufsagen. Ebenso am Karsamstag um 12 Uhr und 19 Uhr. Wer möchte kann um diese Zeit seine Ratsche hervorholen und am Grundstück rumpeln, denn mit dem Gründonnerstag schweigen die Glocken bis Karsamstag.

Kleine Ostergeschenke gibt es in den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden im Grabfeld.
Kleine Ostergeschenke gibt es in den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden im Grabfeld. Foto: Hanns Friedrich

Kleine Ostergeschenke gibt es auch in Aubstadt, Gollmuthhausen, Hendungen und Rappershausen. Die evangelischen Pfarrer Julia und Florian Mucha haben mit ehrenamtlichen Helfern mehr als 500 kleine Ostergeschenke gebastelt. Ein Schokoladenhersteller hat die Schokolade gespendet. In einer kleine Tüte ist eine Gebetskerze mit Überraschung, eine Osterpredigt und einiges mehr. Diese Ostergeschenke werden am Gründonnerstag in den Kirchengemeinden vor die Häuser gestellt, natürlich geschieht dies mit Schutzhandschuhen und dem genügenden Abstand. Einige Stunden haben die freiwilligen Helfer sowie das Pfarrerehepaar damit verbracht, die Tütchen zu basteln und zu füllen.

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