GROSSBARDORF

Turm und Zelt für den Glauben

Kirchturmführungen werden beim Gemeindefest in Kitzingen angeboten.
Kirchturmführungen werden beim Gemeindefest in Kitzingen angeboten. Foto: Vossenkaul

Die Kirche in Großbardorf wurde vor 40 Jahren neu gebaut, das wird im Laufe des Jahres mit mehreren Veranstaltungen gefeiert. Den Auftakt machte im vergangenen Jahr ein Weinfest, in diesem Jahr stehen noch das Pfarrfest im Juli und die Kirchweih auf dem Programm.

Am Pfingstsonntag war der Gospelchor „Voice of Glory“ zu Gast und gestaltete unter der Leitung von Falko Rüd ein stimmungsvolles Konzert. Für die Bewirtung in der Pause sorgte der Kirchengemeinderat.

Die damals bestehende Kirche war mehrmals ergänzt und umgebaut worden und wegen der schlechten Bausubstanz nicht erhaltenswert, deshalb begannen 1972 die Planungen für ein neues Gotteshaus, wobei der Turm erhalten bleiben sollte.

Problematische Situation

Der Neubau erfolgte 1975/76 nach einem Entwurf des Würzburger Architekten Walter Schilling, der vom Landesamt für Denkmalpflege gelobt wurde, weil er für die problematische Situation eine „bemerkenswerte und glückliche Lösung“ mit der „sternförmig angelegten Firstanordnung“ und „mit der Erhaltung der Proportionen von altem Turm und Schiff für die Nah- und Fernsicht“ gefunden hatte.

Zu den Besonderheiten des Neubaus gehören neben der Dachkonstruktion die im Halbkreis um den freistehenden Altar angeordneten Bänke und die Einbeziehung eines kleineren Raums als „Werktagskirche“, was durch die Hanglage machbar war.

Der ehemalige Hochaltar erhielt hinter dem neuen Altartisch die Funktion des Sakramentshauses, während die alten Seitenaltäre (Maria und Sankt Margareta) und die Kanzel zu Blickpunkten der übrigen Raumteile wurden.

Der zeltartige Eindruck, den das Innere des Gotteshauses vermittelt, griff der Gospelchor in seinem Konzert auf und bezog sich auf Jesaja 54,2: „Mach den Raum deines Zeltes weit, spann deine Zelttücher aus, ohne zu sparen. Mach die Stricke lang und die Pflöcke fest“. Zu Stationen des Lebens hatte der Chor passende Gospels und Lieder herausgesucht, wobei das schützende und die Menschen unter seinem Dach vereinende Zelt immer wieder auftauchte.

Zelt vermittelt Geborgenheit

Ein Baby liegt unter dem zeltartigen Betthimmel, das vermittelt Geborgenheit, Kinder bauen sich Zelte aus Decken, sie lieben den Campingurlaub, Verliebte betrachten die Sterne am Himmelszelt. Zelte erinnern heute aber auch an die Zeltstädte der vielen Flüchtlinge, was wiederum den Bogen spannt zu den Sklaven, die gern flüchten wollten und sich durch Botschaften in den Gospels (Wade in the water) Tipps gaben und ihrer Hoffnung auf ein besseres Leben im Jenseits Ausdruck gaben wie in den Liedern „Good News“ oder „Victory in Jesus“. „This little light“, „Hallelujah“ und zum Mitsingen das bekannte „He's got the whole world“ erklangen. Freude wurde ausgedrückt durch „Oh happy day“ und „Great ist he Lord“, Trauer durch „Were you there“ und „Cross of Calvary“. Solisten lockerten die Songs und Gospels auf. Mit „Sei du der Weg“ erinnerten die Sänger an die Gründerin des Chors, Michaela Lynes, die dieses Lied komponiert hat. „Wir möchten Freude schenken und die Seele berühren – Gospel ist singen zum Lobe des Herrn“, hatte Vorsitzende Iris Hardge in ihrer Begrüßung gesagt.

Wer mitsingen möchte, ist willkommen. Im Juli hält der Chor Schnupperproben an mehreren Orten, dazu sind alle, die Freude am Singen haben, eingeladen

Konzert zum 40-jährigen Bestehen des Gotteshauses: Der Gospelchor „Voice of Glory“ war zu Gast in Großbardorf. Der Altar im Hintergrund stammt aus der Vorgängerkirche.
Konzert zum 40-jährigen Bestehen des Gotteshauses: Der Gospelchor „Voice of Glory“ war zu Gast in Großbardorf. Der Altar im Hintergrund stammt aus der Vorgängerkirche. Foto: Regina Vossenkaul

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