Wülfershausen

Überraschung nach dem Abriss: Anbau stand auf Klärgrube

Der marode Anbau an das Schulgebäude wurde mittlerweile abgerissen. Bürgermeister Wolfgang Seifert informiert sich regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten.  Foto: Michael Petzold

Viele Jahre wurde immer wieder über die Sanierung des Schulgebäudes im Gemeinderat diskutiert, Pläne wurden gemacht und wieder geändert. Lange Zeit kam die Sache so recht nicht voran. Vor gut 14 Tagen nun haben die Arbeiten begonnen. Die 35 Kinder der 1. und 2. Klasse, die sonst immer in Wülfershausen unterrichtet worden waren, sind schon seit zwei Jahren in der Grundschule in Saal untergebracht. Und sie werden es mindestens noch ein weiteres Jahr sein, denn die Sanierungs- und Umbaumaßnahmen sollen bis September 2020 beendet werden.

Rasant steigende Schülerzahlen an der Saaletalschule 

Mit den vier Schulklassen ist die Kapazität in der Saaletalschule in Saal aber auch erschöpft. Gut möglich, dass in den kommenden Jahren gar nicht mehr alle Schüler und Schülerinnen hier unterrichtet werden können. Rektorin Regina Ullmann hält diesen Umstand angesichts der rasant steigenden Schülerzahlen für denkbar. Und ebenso gut möglich, dass dann auch das dritte Klassenzimmer, das in Wülfershausen im Obergeschoss entstehen soll, noch dringend gebraucht wird.

Seit zwei Jahren stehen die Klassenzimmer in der Schule in Wülfershausen leer. Sie sollen - wie das gesamte Gebäude - vo... Foto: Michael Petzold

Dass die Schule auch in Zukunft in der bisherigen Weise betrieben werden soll, ist laut Seifert das Ergebnis einer Diskussion während einer gemeinsamen, nicht öffentlichen Sitzung der Gemeinderäte von Saal und Wülfershausen am vergangenen Donnerstag in der Saaler Grundschule. 

Klärgrube stammt möglicherweise aus der Zeit des Schulbaues

Der marode Anbau aus den 50er-Jahren an dem Schulgebäude in Wülfershausen ist mittlerweile abgerissen.  Dabei gab es doch die eine oder andere Überraschung. "Das Gebäude stand auf Eisenträgern", sagt Bürgermeister Wolfgang Seifert, der auch nur den Kopf darüber schütteln kann, dass eine darunter liegende ehemalige Jauchegrube nur mit losem Material befüllt war. Bevor jetzt hier der neue Anbau entstehen kann,  muss zunächst ein Bodengutachten eingeholt werden. Architekt Volker Eppler glaubt, dass die Klärgrube möglicherweise aus der Zeit des Baus der Schule im Jahre 1902 stammen könnte. 

Der Anbau ist notwendig, weil dort eine zweite Fluchttreppe installiert werde und ein Aufzug eingebaut werde, der in dem Gebäude für Barrierefreiheit sorgen soll. Wenn sich denn ein Betrieb findet, der  auf den Anbau das Dach setzt. Auf die Ausschreibung jedenfalls habe sich niemand gemeldet, sagt Eppler. Der Architekt könne auch verstehen, dass diese relativ kleine Maßnahme nicht sehr lukrativ erscheint und die Auftragsbücher der Handwerksbetriebe momentan eh voll sind. Deshalb werden die Arbeiten wohl freihändig vergeben werden.   

Mehrfach waren die Pläne zur Sanierung und den Anbau an die Schule geändert worden.  Foto: Michael Petzold

Rund 1,6 Millionen Euro wird die Generalsanierung insgesamt kosten, wovon rund 1,3 Millionen als Zuschuss über das Kommunale Investitionsprogramm Schule (KIP S)  gefördert wird. Mit dem Geld sollen nicht nur der Anbau mit Treppe und Aufzug, sondern auch im Obergeschoss ein Computerraum, ein Musikzimmer, ein Klassenzimmer, eine Lernwerkstatt und ein Ausweichraum eingerichtet werden. Im Erdgeschoss sind unter anderem zwei Klassenzimmer, das Lehrerzimmer und ein Materialraum vorgesehen.     

Bildung wird in Wülfershausen schon seit langem ernst genommen

Bildung ist in Wülfershausen schon lange ein wichtiges Thema. Bereits 1600 wurde hier ein erstes Schulhaus errichtet, wie aus Unterlagen von Kreisheimatpfleger Reinhold Albert hervorgeht. 1790 wurde dann mit einem Neubau begonnen, der sich wegen der napoleonischen Kriege aber bis 1815 hinzog. 1902 wurde dann das Gebäude errichtet, das heute noch genutzt wird. Vor einigen Jahren wurden die Fenster ausgewechselt sowie Naturstein- und Spenglerarbeiten durchgeführt.     

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