FLADUNGEN

Umweltministerin Scharf zeichnet Birkhuhn-Projekt aus

Gast in der Rhön: Umweltministerin Ulrike Scharf zeichnete ein Projekt der Wildland-Stiftung Bayern zum Schutz des Birkhuhns aus. Foto: E. Heise

Großer Bahnhof auf der Sennhütte: Die Bayerische Jagdkönigin, ein ehemaliger Ministerpräsident, eine Staatsministerin, reichlich lokale Prominenz und zahlreiche Vertreter von Jagdverbänden waren zugegen, als die Wildland-Stiftung Bayern mit dem Umwelt-Bundespreis „UN-Dekade Biologische Vielfalt“ ausgezeichnet wurde. Mit der Verleihung werden weltweit Projekte gewürdigt, die sich besonders dem Erhalt der natürlichen Vielfalt widmen. In diesem Fall waren es fast 40 Jahre Einsatz für die vom Aussterben bedrohten Birkhühner in der Rhön.

Einen halben Tag hatte sich Umweltministerin Ulrike Scharf zur Würdigung des Projektes Zeit genommen, genug, um auch bei einer kleinen Wanderung am Heidelstein ein Stückchen Rhön kennenzulernen. Da die Exkursion allerdings erst am Vormittag stattfand, war kaum damit zu rechnen, dass der eigentliche Hauptakteur den Wanderern seine Aufwartung macht. Doch der Versuch, im Morgengrauen dem Birkwild nahe zu kommen, war ebenfalls nur teilweise von Erfolg gekrönt, wie der ehemalige Ministerpräsident Günther Beckstein bestätigte. Er war extra früh angereist, musste bei der Urkundenübergabe aber bedauernd zugeben, nur einen Hasen und ein paar Rehe zu Gesicht bekommen zu haben.

Torsten Kirchner, Gebietsbetreuer der Wildland-Stiftung, hatte mehr Glück: Nach eigenen Angaben konnte er neun Hähne beobachten.

In der geringen Zahl und der besonderen Bedeutung für den Artenschutz liegen Gründe für die Würdigung des Projekts: Ehrenamtliche Helfer erhalten und pflegen in der Rhön den Lebensraum der letzten außeralpinen Birkhuhn-Population in Süddeutschland. Mehr als 20 dieser Tiere sollen derzeit dort leben. Das Projekt sei ein gelungenes Exempel dafür, wie Bemühungen um eine Art einem ganzen Lebensraum zu Gute kommen, beteuerte die Ministerin. Die Auszeichnung könne daher als ein Erfolg der ganzen Region angesehen werden.

Der Aufwand ist aber von erheblichen Höhen und Tiefen begleitet, schilderte Kirchner. Er ist einer der Hauptverantwortlichen für das Projekt, das sich bereits über mehrere Jahrzehnte erstreckt. Die erste Birkwildzählung von 1977 habe noch eine dichte Population ergeben, so Kirchner. Drei Jahrzehnte später sei der Tiefpunkt mit vier Hähnen erreicht gewesen. Durch Auswilderung schwedischer Tiere sei nun ein Bestand von etwa zwei Dutzend Exemplaren und mehreren Jungtieren erreicht. Dazu wurden erhebliche Eingriffe in den Baumbestand und Besucherlenkung vorgenommen. Ein Berufsjäger machte zudem Jagd auf die natürlichen Feinde wie den Fuchs – alles für das Birkhuhn.

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