Urspringen

Urspringer sind stolz auf ihren lebenswerten Ort

Das Torhaus in Urspringen befindet sich in einem angegriffenen baulichen Zustand. Eine Sanierung wird aber erst noch auf sich warten lassen. Foto: Eva Wienröder

Die Bürgerversammlung in Urspringen ist stets sehr gut besucht. Mehr als 30 Bewohner des Ostheimer Ortsteils hatten sich im Dorfgemeinschaftshaus eingefunden und nahmen die Gelegenheit war, der Stadtführung ihre Fragen und Anliegen vorzutragen.

Wie wenige Tage zuvor in Ostheim (wir berichteten) hatte Bürgermeister Ulrich Waldsachs zunächst einen Gesamtüberblick über die aktuelle Entwicklung im Rhönstädtchen und den Ortsteilen gegeben. Eine erfreuliche Nachricht für die Urspringer war sicherlich, dass der örtliche Kindergarten wieder etwas mehr Nachwuchs vermelden kann. Derzeit besuchen zwölf Kinder die Einrichtung, im neuen Kindergartenjahr sind es voraussichtlich 16. Damit wäre der Fortbestand erst einmal gesichert. "Es ist ein wahrer Bilderbuchkindergarten, es wäre ein Jammer, ihn schließen zu müssen", so der Bürgermeister.

Gelungen: der neue Spielplatz

Ebenso wie Waldsachs dankte der ortsansässige Stadtrat Joachim Schubert allen Vereinen und Urspringer Bürgern, die sich ehrenamtlich engagieren und damit die Dorfgemeinschaft bereichern. Als ein kleines, aber für Urspringen wichtiges und gelungenes Projekt wertete Schubert die Neugestaltung des Spielplatzes. Fast 20 000 Euro hat diese in Eigenleistung vom Bauhof realisierte Maßnahme gekostet. "Man sieht, es wird auch in die Ortsteile investiert", bekräftigte Schubert.

Eine Idylle für den Nachwuchs: Der neu gestaltete Kinderspielplatz in Urspringen ist ein Vorzeigeobjekt für den Ostheime... Foto: Eva Wienröder

Kritik werde wiederholt laut bezüglich der Sanierung des Ostheimer Schulzentrums. Die Gesamtkosten liegen nun bei acht Millionen Euro, was einer Steigerung von 30 Prozent entspricht. Schubert merkte dazu an, dass angesichts der Förderrichtlinien ein Abriss mit anschließendem Neubau keine wirkliche Alternative gewesen wäre. Die Schulsanierung sei letztendlich eine wichtige Investition in den Schulstandort, in die Kinder und in die Bildung, unterstrich Schubert.

Es wird gebaut

"Es wird wieder gebaut in Urspringen", stellte er erfreut beim Blick auf das Engagement privater Bauherren fest. Auch im Dorfkern tue sich etwas und alte, verlassene Anwesen würden wieder belebt. Sorge bereite ihm dennoch die rückläufige Einwohnerentwicklung, zum Jahreswechsel 2018/19 zählte man 363 Bewohner, zwölf weniger als 2017. Umso mehr gelte es, Urspringen attraktiv zu halten, wie etwa durch ein noch schmuckeres Ortsbild oder auch durch kleinere Feste. "Wir haben einen lebenswerten Ort, daran müssen wir weiter arbeiten", sagte Schubert.

Der Süsselsbachweg ist nun wieder freigeschnitten und gut befahrbar, wird nach den Worten Schuberts nun jedoch als eine Art "Hochgeschwindigkeits-Parcours" missbraucht, und jede Menge Fast-Food-Müll finde sich auch auf der Strecke. Zum Thema Müll möchte der Bürgervertreter auch an die Jugend appellieren, ihren Treffpunkt im und um das Torhaus herum sauber zu halten.

Achten auf Sauberkeit 

Sauberkeit lässt auch an einigen anderen Stellen zu wünschen übrig. Aus der Versammlung wurde sich insbesondere über ein Anwesen im Ort beschwert, wo die Reinhalte- wie auch die Räum- und Streupflicht ignoriert werde. Die sei jedoch eindeutig per Satzung geregelt, so der Bürgermeister und versprach, dass der Eigentümer angeschrieben und ermahnt wird.

Schon länger ein Thema ist der schlechte Zustand des historischen Torhauses. Hier müsse sich etwas tun, wie Versammlungsbesucher äußerten, denn "sonst könne man es ja gleich einreißen". Abreißen wolle es man freilich nicht, wie Schubert und Waldsachs bekundeten. Schließlich ist das Gebäude so etwas wie ein Wahrzeichen für den Ort und obendrein als Einzeldenkmal ausgewiesen. Laut Schätzung eines Architekturbüros würden die Sanierungskosten bei etwa einer dreiviertel Million Euro liegen – aktuell für die Stadt finanziell nicht machbar. Zudem müsste man sich überlegen, wie das Anwesen künftig genutzt werden kann. Und ein Konzept ist schließlich obendrein Voraussetzung für eine staatliche Förderung. "Hier sind auch die Vorschläge der Bürger gefragt", ermunterte Schubert.

Schäden an Wegen und Straßen

Klagen kamen aus der Versammlung über den schlechten Zustand des Weges zu den unteren Gärten. Infolge der Arbeiten am Wassernetz und dem Lastwagenverkehr sei dieser auf einer Länge von etwa 150 Metern enorm in Mitleidenschaft gezogen worden und bedürfe dringend einer Instandsetzung. Schäden wurden auch an der Bergstraße und am Lindenweg angezeigt. Ferner wurde angeregt, die Vorfahrtsregelung am Galgenberg neu zu überdenken.

Auf Nachfrage eines Zuhörers erläuterte Stadtchef Waldsachs noch etwas ausführlicher die vom Wasserzweckverband "Mellrichstädter Gruppe" beantragte Ausweisung des Wasserschutzgebietes für die Mittelstreuer Quellen. Die Kernstadt Ostheim ist davon maßgeblich betroffen. Man befürchtet hohe Auflagen und damit einhergehend für die städtische Entwicklung, für Landwirtschaft und Gewerbe erhebliche Einschränkungen.

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