BAD NEUSTADT

Viel erreicht und noch viel vor

Lidl Eröffnung Altrichter Kasse       -  Gerne bürgernah gibt sich Bürgermeister Bruno Altrichter wie auf unserem Foto an der Kasse eines Supermarktes für einen guten Zweck.
Gerne bürgernah gibt sich Bürgermeister Bruno Altrichter wie auf unserem Foto an der Kasse eines Supermarktes für einen guten Zweck. Foto: Stefan Kritzer

Als Bruno Altrichter im Jahre 1996 Bürgermeister von Bad Neustadt wurde, war das eine faustdicke Überraschung. Vor allem für ihn selbst. In den zurückliegenden mehr als zwei Jahrzehnten veränderte die Stadt ihr Aussehen in Windeseile. Stadt, Rathaus und Verwaltung müssen stetig am Ball bleiben und auch der Bürgermeister ist jeden Tag aufs neue gefordert. So will Altrichter noch zwei weitere Jahre als Stadtoberhaupt vorangehen. An diesem Freitag feiert der Bürgermeister seinen 65. Geburtstag.

„Es ist ein Geburtstag wie jeder andere“, sagt Bruno Altrichter. „Ob jetzt 63, 64 oder 65, das spielt keine Rolle“, sagt er. Und doch ist der 65. etwas anderes. Schließlich markiert er das klassische Renteneintrittsalter. Rente? Aufhören? Bislang hatte sich Altrichter in dieser Frage immer bedeckt gehalten. Jetzt lüftet er den Mantel des Schweigens und kündigt an, 2020 nicht noch einmal zur Wahl anzutreten.

Er dürfte noch einmal antreten

Rein rechtlich dürfte Altrichter mit noch nicht 67 Jahren im Frühling 2020 noch einmal zur Bürgermeisterwahl antreten. Aber der Bürgermeister denkt nicht nur an die Wahl in zwei Jahren, sondern an den Abschluss der kommenden Legislaturperiode. Dann wäre er fast 72 Jahre alt und das ist Bruno Altrichter dann doch eine Spur zu lange. „Mit Ende dieser laufenden Wahlperiode am 30. April 2020 will ich deshalb in den Ruhestand gehen“, sagt er. Mit seiner Familie hat er den nahenden Abschied natürlich längst besprochen, mit Ehefrau Sonja genauso wie mit den Kindern.

Wenn Altrichter als Bürgermeister aufhört, hat er fast ein Vierteljahrhundert lang die Geschicke der Stadt geleitet. Am 28. Dezember 1953 erblickte Bruno Altrichter als zweitältestes von acht Kindern in Dorgendorf nahe Ebern das Licht der Welt. Sein Vater war Schreiner und ehrenamtlicher Gemeinderat und Kassier. Gut erinnern kann sich Altrichter noch daran, dass beim Vater fällige Gebühren und Beiträge entrichtet wurden. Der kleine Bruno durfte hin und wieder das Geld zählen und tat das auch ausgesprochen gerne.

Altrichters Werdegang

Seine Mutter führte derweil den Dorfladen in der Heimatgemeinde. Die Realschule besuchte Bruno Altrichter in Ebern und strebte nach dem Abschluss eine Ausbildung in der Verwaltung an. Bei der Post erhielt er hierzu die Gelegenheit, erst im mittleren, dann im gehobenen Dienst bei der Ausbildung in Frankfurt. Im Fernmeldeamt Bad Kissingen arbeitete er als Diplom-Verwaltungswirt ab 1978, später ging es nach Würzburg, wo er bis Ende 1995 auch blieb. Bruno Altrichter zog 1981 nach Bad Neustadt in das damals neue Haus in Brendlorenzen. Zwei Söhne und eine Tochter sind aus seiner ersten Ehe hervorgegangen.

In Bad Neustadt engagierte sich Bruno Altrichter beim TSV Brendlorenzen in der Leichtathletikabteilung, wurde Abteilungsleiter und 1991 Vorsitzender des Sportvereins. Das war das Sprungbrett für die Bürgermeisterwahl ein paar Jahre später. Für den Stadtrat hatte er bereits 1990 kandidiert, scheiterte jedoch mit seiner Bewerbung. Umso überraschender dann die Wahl zum Bürgermeister 1996. Seitdem ist unglaublich viel in der Stadt passiert.

Die Stadt hat sich verändert

Die Schullandschaft ist bis auf die Mittelschule komplett neu gebaut oder generalsaniert, die Kitas ebenso. Baugebiete wurden erschlossen, für Wohnhäuser genauso wie für die Industrie. Die neue Stadthalle entwickelt sich rasant zum kulturellen Zentrum der Stadt und der Region. „Wir wissen in der Verwaltung, was wir leisten können und sind froh, die finanziellen Möglichkeiten zu haben, vieles umsetzen zu können“, sagt Altrichter. Hinzu kommen die privaten Maßnahmen, die die Stadt derzeit in Windeseile nach vorne bringen. „Die Stadt versucht, damit Schritt zu halten und die Infrastruktur zu schaffen“, so der Bürgermeister.

Intensiv will Bruno Altrichter am sogenannten Brückenschlag weiterarbeiten. „Die Öffentlichkeit kann der Gesamtkonzeption viel abgewinnen“, freut sich Altrichter. Alles fertig werden wird in seiner Amtszeit wohl nicht, das meiste aber schon, das Bahnhofsumfeld ist als Nächstes dran. Und in der Altstadt soll die Alte Amtskellerei generalsaniert werden. „Da wollen wir den richtigen Weg finden.“ Es geht ihm hierbei nicht nur um eine Sanierung, sondern eine Nutzung für das altehrwürdige Haus zu finden, die in den kommenden Jahrzehnten der Stadt Impulse geben soll. „Das Gebäude soll Leben in die Stadt bringen“, sagt er. Es gibt noch so vieles zu tun. Die Seilbahn? „Ein ernst zu nehmendes Vorhaben!“

Auszeiten werden immer wichtiger

Schafft man das mit jetzt 65 Jahren alles noch? Ja, betont Altrichter. Wallfahrten jedes Jahr, Rad und Ski fahren sorgen für Ausgleich, Auszeiten nehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Schließlich ist mit Ü60 der Akku schneller leer, das spürt auch Altrichter. Trotzdem will er mit viel Energie die nächsten knapp zweieinhalb Jahre der Stadt vorstehen. „In der Verwaltung und im Stadtrat sowie durch meine beiden Stellvertreter fühle ich mich sehr gut unterstützt“, sagt der Bürgermeister.

Seinen Geburtstag feiert Bruno Altrichter nicht zu Hause in Bad Neustadt. Er unternimmt gemeinsam mit seiner Frau Sonja eine Städtereise innerhalb Europas. Erst zu Beginn des kommenden Jahres ist Altrichter wieder an seinem Arbeitsplatz im Rathaus.

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