Schönau

Viele Tänze und "Göökerschlag" bei der Kermes in Schönau

Knapp daneben ist auch vorbei. Nicht gleich beim ersten Schlag wurde der Topf mit dem 'Gööker' getroffen.
Knapp daneben ist auch vorbei. Nicht gleich beim ersten Schlag wurde der Topf mit dem "Gööker" getroffen. Foto: Manfred Zirkelbach

Ein lustiges, aber ein umso strammeres Kermesprogramm wickelten die Schönauer Kermespaare bei ihrer inzwischen 26. Auflage ab. Fünfzehn Mädels und Burschen waren es in diesem Jahr, eine Rekordbeteiligung. Schon am Freitagabend wurde das sogenannte"Vorglühen" recht nachhaltig gestaltet. Trotzdem waren die Burschen hellwach, denn gerade in dieser Nacht ist der "Baumklau" besonders aktiv. Die Ex-Kermesburschen versuchen sich da nämlich immer wieder, den weißblauen Baumstamm in ihren Besitz und damit die "Bürschlich" ins Schwitzen zu bringen. "Keine besonderen Vorkommnisse" vermeldete Öwerkermesbursch (OKB) Dustin Laudenbach dann am Samstagfrüh beim Aussuchen der Fichtenspitze im heimischen Gemeindewald. Das Aufmontieren der Spitze ist natürlich Sache der Burschen, genauso wie das Anbringen der Baumkrone, den Bänderschmuck besorgten die Mädels.

Punkt 14.30 Uhr konnte also das Kommando durch den OKB erfolgen: "Wem gehört die Kermes? Ons gehört die Kermes! Auf und los geht's." Mit den Kermesmusikanten zogen sie stolz durch die Rhönstraße zum "Maulaffeplatz", dem Dorfplatz, wo die Burschen dann den Baum auch gekonnt in den Senkel stellten, angefeuert von den Mädels und den zahlreichen Zuschauern. "Schottisch, Rheinländer, Walzer", die erste Ehrentour gehörte wie immer dem Kermesbaum. Ein anerkennendes Kompliment verteilte da der Bernd: "Danz könne se, Respekt". Der Bernd muss es wissen, denn er gehörte vor 26 Jahren zu den Burschen, die die Kermes damals wieder mit aus der Taufe gehoben haben.

Dustin Laudenbach hielt launige Kermesrede

Aber dann. Was war da los mit der Baumspitze? Etwas zerrupft sah das schon aus, was da in die Höhe gehievt worden war. Da mussten sich die Burschen doch einige Kommentare anhören. „Des is heuer net so der Renner, da gibt's Schönneres“, war allgemein zu hören. Der Bürgermeister staunte ebenso: "Schönau hat 600 Hektar Wald, und dann des. Da ham die Burschen scheinbar net richtig hingeguckt." Trotz allem, Dustin Laudenbach grinste sich eins und hielt seine launige Kermesrede. Ganz artig bedankte er sich beim Bürgermeister, der heuer zum letzten Mal das Hofroifinale gestalten durfte: "Lieber Rudi, sei Du heute bedankt, denn zwölf Johr sinn mir mit Riesenräusch aus Deinem Hof naus gewankt. Deinem Nachfolger sag bitte, für die kommenden Jahr, er soll bitte für den Hofroi schon anfangen zu sparn."

Während die Kinder ihre verteilten Süßigkeiten schnabulierten, sich die Älteren eine Kermesmaß genehmigten, wurde schon das nächste Highlight vorbereitet, der uralte Brauch des Göökerschlagens. Die Kermespaare bildeten den obligatorischen Kreis, der Gööker triumphierend rundum gezeigt, der große Tontopf wurde präpariert, der erste Bursch zum Schlagen bestimmt, die Augen verbunden und dann? "Na wo isse denn die Stange?" Ohne Stange kein Göökerschlag. Vergessen. Die stand noch beim OKB in der Scheuer. Nur gut, dass der Dustin Laudenbach nur zwei Häuser neben dem Kermesbaum wohnt. Schnell war auch das Malheur behoben, Walzer, und los geht's. Der Tobias hat nicht getroffen, der zweite Versuch von Dennis ging genauso daneben. Der OKB nahm die Sache dann selbst in die Hand. Und? Die punktgenaue Landung der Stange ließ den Topf in zig Scherben zerspringen, das Kermesvolk jubelte, die Kermespaare stürmten in den Kreis und der Gööker? "Nix passiert, ihm wurde auch in diesem Jahr keine Feder gekrümmt und darf wieder heim in den Stall zu seinen lieben Mädels", verkündete stolz der Dustin.

Fränkischer Tanzabend wird zur großen Party

Abends beim fränkischen Tanzabend ging es dann richtig hoch her. Angeführt von Dustin und Partnerin Lena, dazu Bürgermeister Rudi Zehe mit seiner Inge wurde die große Party mit der Polonaise eingeleitet, es gab Volkstänze und natürlich auch die Weidenberger Francaise zu bestaunen. Am späteren Abend fanden sich auch noch Kermesfreunde aus Haselbach, Frankenheim und Großeibstadt ein, die ebenfalls ihre Kermestänze zum Besten gaben.

Nach einer recht kurzen Nacht traf sich die Kermesgesellschaft am Sonntagvormittag zum Kirchgang. Den Festgottesdienst mit Pfarrer Hubert Grütz gestalteten sie dann als Lektoren und Vorbeter mit.

Bürgermeister ersteigerte letztmalig das Ehrenkermesherz

Die Zeit bis zum Hofroi wurde dann mit einem Frühschoppen überbrückt. Am Nachmittag wurde es laut und zünftig. Die Musikanten, Laternen-, Plootz-, Wurscht- und Gissertröer, die Lebkuchenherz-Verkäufer, die Kaffebar, der Mini-Kermesbaum und natürlich die Burschen hatten sich vor dem Kermesbaum versammelt. Los ging es zu den ausgesuchten Höfen der Mädels, die Ehrentour wurde getanzt, die Burschen überreichten ihre "Herzen" den Mädels, die Kermeswurscht wurde an der Stange befestigt, der Kermesplootz gleich an der Kaffeebar schnabuliert.

Schottisch, Rheinländer, Walzer. Die erste Kermesehrentour gehört traditionell dem Kermesbaum, der von den Burschen fachgerecht mit Muskelkraft in den Senkel gestellt wurde.
Schottisch, Rheinländer, Walzer. Die erste Kermesehrentour gehört traditionell dem Kermesbaum, der von den Burschen fachgerecht mit Muskelkraft in den Senkel gestellt wurde. Foto: Manfred Zirkelbach

Das Ehrenkermesherz durfte auch in diesem Jahr der Bürgermeister, allerdings letztmalig, ersteigern. Dafür ist der Steffen zuständig, der mit seiner ganzen Routine schon einen anständigen Preis herauskitzelte. Abschließend beim Kesselfleischessen im Kolpingheim ging es noch einmal hoch her, und die Neueinsteiger bei den Kermespaaren waren sich da schon alle einig. "Nächstes Jahr sinn mer wieder dabei, dann gehört sie uns widder, die Kermes."

Die Kirmespaare
Dustin Laudenbach (OKB) und Lena Reubelt; Elias Geis und Luisa Reubelt; Jonas Rahm und Doreen Göbl; Tobias Wehner und Melina Wappes; Manuel Lippert und Sandra Reubelt; Lars Zirkelbach und Emma Friedel; Loris Streit und Lorena Johannes; Louis Sitzmann und Lina Rahm; Moritz Enders und Hannah Griebel; Hendrik Walden und Regina Rahm; Tobias Baier und Mira Törün; Leo Reubelt und Luisa Baier; Lukas Rahm und Lena Bühner; Dennis Rehm und Marina Voll; Tobiasz Pietrala und Hannah Friedel.

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